Druckschrift 
8 (1889) Weitere Entwickelungen in Reich, Staat und Kirche 1875 - 1877
Entstehung
Seite
164
Einzelbild herunterladen
 

164 Die Herbstsession des Reichstages von 1876.

hatte, daß er sich nicht den Apparat zu bewilligen brauchte,mich vor versammeltem Reichstag, vor dem großen Publi-kum, vor der ganzen europäischen Oeffentlichkeit zur Redezu stellen über eine Sache, die in kritischen Momentenimmer schwierig zu beantworten ist.

Ich wiederhole also, die Interpellation und die Dis-kussion, die sich daran knüpft, schädigt die Aussichten aufeinen günstigen Ausfall der Verhandlungen, die schweben.Die Logik des Herrn Vorredners habe ich darin nichtganz verstanden, daß er sagt, weil der Herr Kommissar,der neben mir sitzt, sagte, es schweben Verhandlungen, sowäre die Interpellation am Platze gewesen. Ich habesonst bei parlamentarischen Versammlungen, welche dieAbsicht haben, ihre Regierung nicht zu lähmen und nichtzu stören, immer gefunden, daß die gerade schwebendenVerhandlungen ein Anlaß gewesen sind, die Regierungnicht durch unbequeme Interpellationen zu einer Aus-sprache zu nötigen. Der Herr Vorredner sagt: geradeweil die Verhandlungen schweben, halten wir es für nötig,die Regierung gewissermaßen aus dem Busch zu treiben,daß sie herauskommen und sich in einer für ihre übrigenVerhandlungen präjudizierenden Weise erklären muß. Wennder Herr Vorredner und auch der Herr Interpellant dieAbsicht, dies zu bewirken, nicht gehabt haben, wenn siediesen Schaden dem notleidenden Publikum nicht habenzufügen wollen, was ich ja bestimmt nicht annehme, dann kann ich nur sagen: Ich halte sie für einenTeil der Kraft, die stets das Gute will und stets dasBöse schafft. (Bewegung.)