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8 (1889) Weitere Entwickelungen in Reich, Staat und Kirche 1875 - 1877
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Die russische Zollpolitik und die orientalische Frage. 151

Fragen nicht immer das Sachliche, sondern von mancherSeite das ausgesucht, was die Regierung augenblicklichschädigen und ihr Verlegenheit bereiten konnte. Voranderthalb Jahren war der unbegründete Vorwurf, wirsuchten Krieg und Händel; und jetzt, nachdem eine solcheUnwahrheit in der ganzen Welt keinen Glauben mehrfinden würde, beschuldigt man uns des Gegenteils: wirwären zu friedfertig und machten von der Macht, diewir hätten, nicht den richtigen Gebrauch. Einstweilen istder Moment, davon Gebrauch zu machen, nicht gekommen,und so Gott will, wird er für uns überhaupt nicht kommen.

Der Herr Vorredner befindet sich, wie so mancherandre, in dem Irrtum, daß er glaubt, Rußland verlangevon uns im Augenblick große Gefälligkeiten und Dienste;das ist durchaus nicht der Fall. Er hat angedeutet, alswenn Rußland mit Eroberungen umginge und sein Länder-gebiet erweitern wollte, und er hat auf die Gefahr fürunfern Handel und Verkehr hingewiesen, die daraus ent-stehen würde, wenn die russische Zollsperre mit der Er-höhung des jGoldzolles nun noch auf andre bisher nichtrussische Länder Anwendung finden sollte. Diese Aussichtliegt gar'nicht vor, daß Rußland irgend welche Erobe-rungen beabsichtigt. Wenn mir der Herr Vorredner da-für den Beweis liefern könnte, so würde die ganze Po-litik des übrigen Europa vielleicht eine andre Gestaltannehmen, und er würde, wenn er das wirklich weiß,vielleicht mancher andern Regierung einen großen Diensterweisen, damit dergleichen Pläne rechtzeitig verhindertwürden. Bis jetzt aber liegt nichts weiter vor, als diefeierliche Versicherung des Kaisers Alexander, die aufVeranstalten der russischen Regierung bekannt gemachtworden ist, daß er seinerseits auf Eroberung und Erwerb