Die russische Zollpolitik und die orientalische Frage. 149
nötigen, sich zum Advokaten der Regierung zu machen,der gegenüber die Aeußerungen, die wir hier thun, viel-leicht ebenso nachteilig sind als die Aeußerungen, die derHerr Interpellant gethan hat.
Er hat nachher die politische Seite der Frage in denVordergrund gestellt, nachdem er zuerst die Möglichkeitvon der Hand gewiesen hat, daß diese Zollfrage uns bewegenkönnte, bei einem möglicherweise — vielleicht auch nicht —ausbrechenden russisch-türkischen Kriege uns auf Seite derTürken zu stellen und Rußland anzugreifen. Und ich bindarüber erfreut; aber ich glaube, er hat sich hier denZusammenhang, die Abstufungen zwischen Freundschaft,Kälte, Verstimmung, Krieg, Zwistigkeiten in Gegenwartund Zukunft doch nicht ganz klar gemacht. Wenn manzur Unrechten Zeit jemand, der sich in einer schwierigen Si-tuation befindet, einen Stock zwischen die Räder schiebt, soist es möglich, daß der Stock für den Augenblick wirkt; aberder Kutscher des Wagens merkt sich dann den, der denStock dazwischen geschoben hat, und es ist immerhin möglich,daß das, was dem Herrn Vorredner jetzt ganz unver-fänglich scheint, der erste Anfang und der Keim wird zueiner Verstimmung, die allmählich immer weiter greift.Mir ist als einem Pfleger des Friedens die Interpellation,die der Herr Redner gestellt hat, in meinem Werke un-zweifelhaft hinderlich und im höchsten Maße unbequem;ich glaube auch nicht, daß er sie gestellt hat, um mirförderlich zu fein und meine Aufgabe bequem zu machen.Wenn er aber in einem Augenblicke, wo meine Aufgabeund meine Arbeit notorisch auf Erhaltung des Friedensgerichtet ist, sie mir unhequem macht, mir vielleicht denKeim zu einer künftigen Verstimmung mit befreundetenMächten suppeditiert, so dient er den Leuten schlecht.