Die Eissnbahnvorlage im Herronhause. 137
eigentlich vermutet, er würde für die Vorlage stimmen,und habe mich zuerst der Täuschung hingegeben, daß ichmich in der Rednerliste geirrt habe, und daß er für dieVorlage und Herr Kollege Hasselbach dagegen eingeschriebenwäre. Da ich nun gar keine Aussicht habe, die Herren,die darüber schon entschlossen sind, wie sie abzustimmenhaben, durch meine Argumente zu überzeugen, sondernich nur dafür spreche, diese Argumente im Sinne andrerzu entkräften, so glaube ich, ist es doch eine dankens-werte Aufgabe, wenn ich dem Herrn Kollegen Hasselbachden schweren Entschluß, für die Vorlage zu stimmen, etwaszu erleichtern suche, wenn ich eine oder zwei seiner Ein-wendungen noch beleuchte. Das betrifft namentlich dieSorge, daß Beschwerden über Eisenbahnmißbräuche, diejetzt schon ziemlich schwer zu verfolgen seien, dann, wennsie Reichsangelegenheit wären, gar nicht mehr durchzu-führen sein würden. Ich glaube, das ist doch nicht zu-treffend. Einmal hat alles, was auf den Reichsgesetzenund auf dem Reichsbetriebe beruht, doch eine sehr starkeKontrolle in Gestalt der Verhandlungen des Reichstages.Wenn da Beschwerden eingebracht werden im Wege vonPetitionen oder Anträgen, so haben sie dort ein ganzandres Gewicht als eine Klage gegen eine Privateisen-bahn. Da ist es unter Umständen ziemlich gleichgültig,wie der Reichstag oder die Abgeordneten darüber denken,während es der Regierung niemals gleichgültig sein kann,wie die Parlamente und die öffentliche Meinung denken.Außerdem beziehe ich mich als Vergleich auf die Reichs-postverwaltung.
Ich glaube, der Herr Vorredner wird mir in demLobe für diese Verwaltung beistimmen, daß sie sehr bereit-willig, sehr energisch Beschwerden untersucht und nicht