lO Die Reichstagssession von 1878—76.
Beratung des Gesetzentwurfs betr. die Erhöhung der Brausteuer.Es ist diese wichtige Rede als die erste Kundgebung des Fürstenauf dem Gebiete der Steuerreform zu betrachten; sie lautet:
Wenn ich erst heute, meine Herren, zum erstenmalin Ihrer Mitte zu erscheinen und das Wort zu nehmenvermag, so rechne ich auf Ihre Nachsicht, wenn ich da-mit beginne, hierüber mein Bedauern und meine Ent-schuldigung auszudrücken, daß ich bei der Eröffnung desReichstages und bei den bisherigen Arbeiten nicht habezugegen sein können. Ich kann Sie versichern, daß nurkörperliches Unwohlsein mich davon abgehalten hat, in-dem ich erst in den letzten Wochen, wo die Witterungkälter und trockener wurde, einigermaßen die Erholunggefunden habe, die ich erwartete und gern noch weitergesucht hätte, wenn nicht mein eignes Pflichtgefühl michin Ihre Mitte geführt hätte, und anderseits auch diemehrfach nicht mißzuverstehenden Appellationen an diesesPflichtgefühl von seiten eines geehrten Mitgliedes dieserVersammlung, des Herrn Abgeordneten Richter. Geradevon seiner Seite finde ich es eigentlich nicht ganz billig,so streng zu urteilen, und er wird selbst nicht darüber imUnklaren sein, daß gerade er wesentlich dazu beiträgt, dasan und für sich mühsame und angreifende Geschäft einerministeriellen Existenz noch zu erschweren (Heiterkeit); undwenn infolgedessen einer krank wird, so sollte er gegendenselben etwas nachsichtiger sein. Ich kann, ich willnicht sagen einen Trost, — aber eine Genugthuung findenin der Hoffnung, daß, wenn er einmal, wie ich von seinenAnlagen überzeugt bin, in einer ähnlichen ministeriellenExistenz sich befindet, er auch seinen Richter finden wird.(Große Heiterkeit.) Möge auch er denselben dann, inderselben Weise wie ich, ohne Bitterkeit und mit Aner-