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Ofcnkitt — Offenbarung.
100 verschiedenen Unternehmungen, so daß er an derWiener Börse eine sehr hervorragende Rolle spielteu. feinerZeit z.B.Verwaltnngsrathbei36verschiede-nen Aktiengesellschaften zugleich war. Infolge einerReihe von Unfällen mußte aber über die obige Lem-berger Bahn 1872 die staatliche Sequestration ver-hängt werden. Gegen O. wurde eine Untersuchungeingeleitet, welche 1875 zur Anklage desselben durchden Staatsanwalt führte, weil er sich von den Bau-unternehmern u. Lieferanten der Bahn heimlich sehr-hohe unerlaubte Gewinns habe anszahlcn lassen.Infolge der großen Gewandtheit, die er in der am 4.Jan. 1876 und den folgenden Tagen erfolgendenSchwurgerichtsverhandlung bewies, wurde O. jedochvon den Geschworenen freigesprochen. Jmigck.
Ofcnkitt, Masse, mit welcher die Fugen einesOfens verstrichen werden, um das Durchdringen desRauches zu vermeiden. Zu Kacheln bedient mansich eines Kittes von gleichen Theilen von Holzascheu. von sein geschlämmtem Lehm vd. Thon, mit etwasSalz; zum Verstreichen von Eisentheilen dient eineMengung von Thon, Ziegelmehl, Hammerschlag,Kochsalz,Kälberhaare, Alles mitWasser gut gemengtu. steif aufgetragen, nachdem man die zu verschmie-rende Stelle mit Rindsblut bestrichen hat. Jungck.
Offenau, Kirchdorf am Neckar, im OberamteNeckarsulm des Württemberg. Neckarkreises; Wein-und Tabakbau; etwa 840 Uw. Dabei die SalineClemenshall mit Soolbäd.
Offenbach, Stadt in der Hess. Prov. Starken-burg, amMain, mit Schiffbrücke, mitFrankfurtdurchdie stündlich hin- und hergehende Localbahn ver-bunden, Station der Frankfurt-Bebraer Eisenbahn,hübsch u. regelmäßig gebaut, hat silrstl. Palais u. einaltes Schloß im Renaissancestil, Sitz einer Handels-kammer, Handelsvereins, Filiale der Reichsbank rc.Realschule l.Ordn.; Handels-u. Industrieschule. O.ist diegewerbreichsteStadt desGroßherzogthums mitzahlreichenFabriken, besonders in Maschinen allerArt,Eisengußwaaren, Portefeuille-Arbeiten,Lederwaaren,Schnupftabak, Cigarren,Leder, chemischen Fabrikaten,Anilin, Seifen, Lichtern, Hüten, Wachstuch, Pfeffer-nüssen rc.; sernermehrereSchriftgießereien, bed. Mu-sikalienverlag; beträchtlicher Handel. Freimaurer-loge: Karl u. Charlotte zur Treue. — O., bereits970 urkundlich erwähnt, erhielt erst Bedeutung nachder durch die Fürsten von Isenburg Ende des 17.Jahrh. begünstigten Niederlassung französ. Flücht-linge , welche den Grund zu der hiesigen Industrielegten. Der Umstand, daß hier Gewerbesreiheitherrschte, während in Frankfurt noch das Zunftwe-sen inBlüthe stand, begünstigte den industriellen Auf-schwung , der durch den Beitritt zum Zoll-Verband1825 einen neuen, kräftigen Impuls erhielt. Da-mals hatte die Stadt 7500 Ew., 1867 20,300,187525,911 einschl. Garnison. Vergl. Heber, Geschichteder Stadt O., Franks. 1838; Pirazzi, Älteste Ge-schichte von O.; O. 1877. Schroot.
Offenbach, Jakob (Jacques), geb. 20. Juli1822 in Köln; verrieth schon früh eine ungewöhn-liche musikalische Begabung, war von 1835—37 Zög-ling des Pariser Conservatoriums, erhielt dann alsCellist Anstellung im Orchester der Opera, oomigns,trat auch als Solist u. Componist kleinerer Violon-cell - u. Gesangsstücke hervor, ohne jedoch, sowol inFrankreich, als in Deutschland, wo er von 1848
concertirte, besonders von sich reden z» machen. ImJahre 1850 wurde er Kapellmeister am LiMrekrrtichttio, das sich unter seiner Leitung wesentlich ver-besserte; außerdem begann er theatralische Kleinig-keiten, einactige heitere Singspiele zu componirendie großes Glück machten. Unter den ersten seinerWerke sind besonders Los cksux avsnFlos u. Im um.riaZs ü la, lanbsrns zu nennen. Nachdem er 18 SLin den Ostamps ol^söss ein eigenes Theater, dieLontlss parisisnuos , gegründet hatte, schuf er sicheine Trupps von ausgezeichneten komischen Sängernund Libreltodichtern, die ihm so zu Dank arbeitetendaß er, auch seinerseits von erstaunlicher Fruchtbar-'keil, bald einer der bekanntesten n. bestbezahlten Com-ponisten wurde. In raschester Folge entstanden jene,ein ganz neues, travestirend humoristisches Operet-tengenre vertretende, in allen europäischen Ländernunter dem gleichen Proteste einer strengen Kunstkritiku. auch dem gleicheil Enthusiasmus des Publicumzu vielen Hunderten Aufführungen gelangten sogen.Boufsonerien: Orpbss anx snksrs, Im bolls Ue-Isns, Im viö pmrisisnns, lm barbs blsus, Ls xondckss 80 UM- 8 , La Francis-änolissss cko Osroistoin,Lss briFancis, ksriobolo, La xriuessss äs Lredi-ncmäs, iloto rc. O. war unläugbar mit einem nichtunbedeutenden Talente begabt, aber er hat es, demgroßen Publicum zu gefallen u. Geld zu verdienen,für niedrige Zwecke vergeudet. Er trat 1866 vonder Direction der Bouffes zurück und lebt seit derZeit nur der Composition. Siebenrock.
Offcnbanya(Offeubnrg), Flecken im siebenburg.Comitate Thorda-Aranyos, am Aranyos; Berg-u. Hüttenverwaltung; Gold-, Silber-, Blei- u.An-timoniumgruben; 1869: 1163 Ew.
Offenbarung (lat. üovolabw, gr. ckrroxci/loz-rr),ein schon dem antiken Heidenthum nicht fremderBegriff, der mit dem christlichen Begriffe von O.sich in dein Gedanken der Mittheilnng Gottes oderdes göttlichen Geistes an dem Menschen einigt. Fürden biblischen Begriff der O. ist es jedoch charak-teristisch, daß derselbe den geschichtlich vorgekom-menen Sündenfall der Menschheit, sowie die da-durch erfolgte Verdunkelung des Gottesbewußtseins,das Sündenelcnd und die Straffälligkeit des Men-schen zur Voraussetzung hat. Hierdurch wurde dieMenschheit einer neuen O. Gottes bedürftig. Aller-dings vermag nach der Lehre der Heiligen Schriftauch der gefallene Mensch, weil er noch wesentlichMensch ist, Gott zu erkennen, aber diese Erkenntnißist keine seligmachende Erkenntniß. Denn der Menschweiß von dem göttlichen Wesen nur, daß dasselbeseinem, das Gute billigenden, das Böse strafendenGewissen entspricht; er weiß nur, Laß Gott heilig u.gerecht ist, das Gute will u. belohnt, das Böse nichtwill und bestraft. Daß aber Gott ein Gott ist, derunbeschadet seiner Heiligkeit dem Sünder auch ver-geben und den Sünder ansehen könne, als wäre erkein Sünder, davon weiß der Mensch durch sein na-türliches Gottes-Bewußtsein nichts. — Aus diesenSätzen beruht die kirchliche Lehre (aller Confessionen)vonderO. Dieselbe ist freilich einesehrengbegrenzte.Theolog. Grundfragen, welche erst im 18. Jahrh.(namentlich seit Kant) aus die Tagesordnung kamen,werden von der kirchlichen Systematik noch gar nichtberührt. Das Wesentlichste der protestantisch-ortho-doxen Lehre von der O. läßt sich nämlich in solgende