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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Odeon —

Tromm (559 m) u. a. Der O. zeichnet sich trotz der!Schönheit mancher Thäler u. der herrlichen Aussichtvon verschiedenen seiner Höhen mehr durch Amnnthals Großartigkeit aus u. steht in Bezug auf Reich-thum an Naturschönheiten weit hinter dem Schwarz-walde zurück. Die bedeutenderen Flüsse des O. sinddie Gersprenz, Mümling u. Mundau, welche sich inden Main ergießen; nach S. zum Neckar gehen nurkleine Bäche. An der westlichen Abdachung des O-szieht sich die Bergstraße (s.d.) hin. Der Verkehr imInnern wird durch ein gutes Straßennetz vermit-telt; Eisenbahnen umziehen ihn nach allen Richt-ungen u. durchschneiden ihn im N. u. O. H- Berns.

Odeon, s. Odeum.

Oder (lat. Vlaärno, slav. Vzoäro u. Oära), einerder Hauptströme Deutschlands u. des Preuß, Staa-tes, entspringt in Mähren auf dem O-gebirge,einem Theile des Mährischen Gesenkes, aus einemSumpfe des Leselberges, unweit der Stadt Liebauu. etwa 22 km östlich von Olmlltz, tritt nach Öster-reich. Schlesien über, geht bald darauf wieder nachMahren zurück, bildet dann die Grenze zwischen letz-terem Lande u. Lsterr.-Schlefien u. geht, nachdemsie die Grenze zwischen dem Österreich, und Preuß.Schlesien gemacht hat, unterhalb Oderberg in denPreuß. Staat über; sie gehört mit ihrem ganzen,von Ratibor an für kleine, von Oppeln für mittlere,von Breslau für größereFahrzeuge schiffbaren Laufeallein diesem Staate an. In der preuß. ProvinzBrandenburg wird sie sehr inselreich. Sie tritt zwi-schen Göritz und Reitwein in das Oderbruch (s. d.)und theilt sich unterhalb Küstrin in 2 Arme, wovonder rechte, der O-Kanal oder die Neue O., 1747bis 1783 zur Abkürzung der Schifffahrt angelegtworden ist. Dem linken Arme, der AltenO., wurdedadurch indeß nach u. nach das Wasser fast gänzlichentzogen, so daß er 1832 bei Güstebiese vollständigabgedämmt werden konnte u. jetzt bis Wrietzen fastganz verwachsen ist. Bon Hoheusathen an, wo dieAlte O., welche die verschiedenen Abflüsse des O-bruchs u. einige Bäche der Platte von Barnim auf-nimmt, milder Neuen O. durch einenKanal in Ver-bindung steht, durchbricht die O. in einem ziemlichtiefen, durchschnittlich 6 km breiten Thale den Nord-deutschen Landrücken u. tritt unterhalb Schwedt indie Provinz Pommern ein. Bei Garz theilt sie sichin 2 Hauptarme, von denen der östliche die GroßeReglitz od. derZollstrom heißt u. in den Damm-schen See geht, der westliche Arm aber den NamenO. beibehält und durch mehrere Arme mit der Gro-ßen Reglitz verbunden ist. Ein Arm , der oberhalbStettin aus der eigentlichen O. abgeht, heißt dieKleine Reglitz, welche in den Dammschen Seefällt. Andere Arme oder Ausflüsse der O., wie dieParnitz, Dunsch (Dnnoch), der Schwante-strom ergießen sich ebenfalls in den DammschenSee. Der Abfluß des letzteren, der Damansch,vereinigt sich wieder mit dem Hanptstrome, der sichbei Pölitz in die Kleine u. Große Streve u. indie Jasenitzsche Fahrt spaltet, welche alle in dasPapen- oder Psaffenwasser münden, welchesin das Stettiner oder Pommersche Hass geht.Dieses sendet seine Gewässer durch die 3 Ausflüsse:Dievenow (östl. Ausfluß), Swine und Peene,welche die Inseln Wollin und Usedom bilden, in dieOstsee. Diese 3Ansflüsse werden O-mllndungen

Odorbcrg.

genannt. Die O. steht durch die Warthe, Netze, denBromberger Kanal u. die Brahc mit der Weichsel,durch den Friedrich-Wilhelms-Kanal mit der Spreeu. durch den Finow-Kanal mit der Havel in schiff-barer Verbindung und berührt zahlreiche preußischeStädte, darunter Breslau, Frankfurt und Stettin.Die wichtigstenNebeuflüsse auf dem linkenklfer sind:die Oppa, Zinna, Stradune, Hotzenplotz, Glatzeroder schlesische Neiße, Ohlan, Lohe, Weistritz, Katz-bach, Bober, Lausitzer Neiße, Schlaube, Finow,Uker u. Peene; ans dem rechten Ufer: die Ostrawiza,Olsa, Nnda, Birawka, Klodnitz, Malapane, Bri-nitze, Stöber, Weida, Bartsch, Obra, Pleiske, War-the (der bedeutendste Nebenfluß, mit derNetze), Mie-zel, Plöne, Jhna, Stepenitz und Völzer. Die O. ist900 km lang; von denen über 800 km auf Preußenfallen. Die Breite des Stromes beträgt bei Ratiborüber 30, bei Oppeln 78, bei Brieg 132, bei Bres-lau 176 u. im O-brnch 250 m; wegen der vielenVerzweigungen ist sie bei Stettin geringer. DieTiefe wechselt bis Küstrin zwischen 1,g u. 2 m, vonStettin ab beträgt sie wenigstens 4,« w. Infolgevon Versandungen ist die Schifffahrt im Sommeroft unterbrochen; nach starkenRegeugüssen finden oftgroße Überschwemmungen statt. Das Gefälle, imoberen Laufe erheblich, ist von Stettin ab ganz gering.Die Quelle der O. liegt 627 m ü. d. M., ihr Was-serspiegel bei Oderberg 195, bei Ratibor 181, beiOppeln 148, bei Brieg 131, bei Breslau 112, beiGlogau 71, bei Frankfurt 20, bei Küstrin 12, beiSchwedt nur 0,2 m ü. d. M. Auf 7,g km (1 geogr.OM)beträgt ihrGefälle oberhalb Brieg 3 mu. mehr,von Brieg bis Breslaus2,s, von Breslau bis Glogau2,2—2,5,von Krossenbis Frankfurt 1,zU. vonFrank-furt bis Küstrin nur 1 m. Das Stromgebiet der O.umfaßt etwa 132,150 Hskm (2400 HW), von denen105,726 I^km (1920 OM) ans das Deutsche Reichkommen. Vergl. Becker, Zur Kenntniß der O. undihres Flächengebietes, Bresl. 1868; Die deutschenWasserstraßen, in: Statistik des Deutschen Reiches,Berl. 1874. 2) Rechter Nebenfluß der Ruhme, ent-springt bei St. Andreasberg am Harz und mündetbei Berka im Kreise Osterode. H- Berns.

öderan, Stadt in der königl. sächs. Kreishaupt-mannschast Zwickau, Amtshauptmannschaft Flöha,StationderSächs. Staatsbahn, FabrikationwollenerPhantasieartikel,Spinn- ».Tuchfabriken,WebereiinWollen- u. Baumwollenzeugen, Töpferei, Lohgerbe-rei, bedeutende Tabak-n. Cigarrenfabrikation; 5836Ew.— O. kommt schon 1266 als markgräflich mei«ßenische Stadt vor. In der Nähe Schloß Börnichenmit prachtvollem Park.

Oderbcrg, 1) (O. in der Mark), Stadt imKreiseAngermünoe des preuß. Regbez. Potsdam, an derAlten Oder,Station der Berlin-stettiner Eisenbahn;schöne Kirche; Dampfschneidemühlen, Cigarrenfa-brikation,Ziegelbrennereien, Bierbrauereien, Fische-rei, Schifffahrt, bedeutende Holzniederlage; 1875:3929 Ew. Dabei der Pimpinellenberg. — O.wird bereits um 1280 erwähnt u. gehörte ehemalszur Mittelmark. 2) (Slav. Bogumin), Stadt imBez. Freistadt des österreich. Herzogthums Schlesien,rechts an der Oder u. an der preuß. Grenze, Sta-tion der Kaiser Ferdinands-Nordbahn, der Kaschau-Oderberger u. der Oberschles. Eisenbahn (Wilhelms-bahn); Jahr-u. Viehmärkte; 1869:1333 Ew. Berns.