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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
Entstehung
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Odilos — 0<l«1 I?6lIorvs.

Frühjahr allstreibt. Beim O. macht man an einemSommertriebe des Edelstammes mit dem Oculir-Messer (ein kleines, feines, recht scharfes Messermit nach rückwärts abgerundeter Klinge, dessen Heftin ein plattes Beinchen von Elfenbein od. KnochensFalzbeinchenj endigt), 1 om über einem gesunden,kräftigen Auge (die mittleren Augen des Reises sinddie besten) einen Querschnitt durch die Rinde unddann von demselben an jeder Seite des Auges einenähnlichen Schnitt abwärts bis 1 ein unter das Auge,woselbst diese beiden Längsschnitte in Gestalt einesV vereinigt werden. Mit dem Daumen u. Zeige-finger der Hand od.auch mit Hilfe eines Abschieb -eisens wird daraus das Auge mit dem umschnitte-nen Stückchen Rinde (Schildchen) durch einen sanf-ten Druck abgelöst, wobei zu beachten ist, daß dasunter dem Auge, inuerseits der Rinde sitzende Höcker-chen od. Knörpelchen mit abgedrückt wird, weil ohnedasselbe ein Anwachsen nicht stattfindet. Auf einerglattrindigenStelle des Wildlings wird sodann eben-falls ein Querschnitt u. von der Mitte dieses Schnit-tes ein Längsschnitt nach unten in der Form einesll? durch die Rinde bis aufs Holz gemacht; nachdemnun mit dem Falzbeinchen des Oculirmessers diebeiden Rindenflügel am Schnitte des Wildlings vor-sichtig etwas gelöst worden, schiebt man das Augemit der Spitze des Schildchens nach nuten so weitunter die Rinde des Wildlings, daß die beidenQuer-schnitte genau an einander stoßen u. verbindet nundie Stelle mit Bast od. grobem wollenem Gäru, sodaß sie ganz bedeckt wird n.iiur das Auge dazwischenfrei bleibt; statt das Schildchen nur mit der Rindeabzulösen, kann dasselbe auch mit einem scharfenMesser hinter dem Auge mit etwas Holz abgeschnit-ten u. so hinter die Rinde des Wildlings geschoben. werden. Bei dem etwas mehr abweichenden O. mitdem Holzauge wird ein Auge mit einem Stück-chen Holz aus dem Edelreise geschnitten u. in einenganz gleichen Ausschnitt des Wildlings eingesetzt u.festgebunden; dieses kann fast das ganze Jahr hin-durch geschehen. Alle übrigen Arten des O-s sindnur unwesentliche Abänderungen, Wenn nach eini-gen Wochen das ocnlirte Stämmcheu sich ausdehntu. das Band in die Rinde einznkneifen anfängt, somuß es vorsichtig gelöst u. lockerer umgelegt wer-den; nach dem völligen Anwachsen des Auges wirdder Wildling etwa handbreit über demselben abge-schnitten , später der junge Trieb des Edelauges andiesen stumpf angebunden und letzterer nach vollerKräftigung des jungen Triebes Licht über demselbenweggeschnitten. Das O. ist eine der empfehlens-werthesten Beredlungsarten, weil dabei der Stammnur ganz gering verwundet wird u. es sich bei denmeisten Pflanzen mit Erfolg anwenden läßt. Wolde.

voulus (lat.), Auge, Knospe.

Oczakow (im Alterthum Axiale), Stadt im russ.Gonv. Eherson, Kreis Odessa, an der Mündung desDujepr-Limans; guter Ankerplatz, mit Citadelle u.Kasernen; 5200 Ew. (ehemals über 50,000). 1737nahmen die RnssennntcrMünnichO. mit Sturm, tra-ten es aber wieder an die Türken ab; den 17. Dec.1788 von den Russen unter Suworow gestürmt u.später bis auf wenige Werke geschleift. Am17.Oct.1855 bombardirten engl. u. franz. Schiffe den Platzu. infolge dessen sprengten die Russen die noch übri-gen Festungswerke.

Od oder magnetische Kraft, eine vom Freiherr,,Karl von Reichenbach ausgestellte Kraft, welche inder Mitte zwischen Magnetismus, Elektricität, Lichtu. Wärme stehend, mit keiner dieser Kräfte identisch

sein u.nur unter bestimmten Reizungszuständen des

Nervens durch Liesen allein zum Ausdruck komme»soll. Sie soll die Ursache gewisser Empfindungensein, theils von blauem od. rothgelbem Lichte, theilsvon Kühle oder Lauheit, theils von unbestimmtenwohlthuenden oder Ekel erregenden Eindrücken, fürwelche nur Wenigs empfänglich sind, aber LieseWenigen immer für alle jene wunderbarenEindrückgleich zugänglich. Solche Personen heißen Sensi-tive; sie werden je nach der stärke ihrer Reizbar-keit in Schwach-, Mittel- u. Hochsensitive eingctheilt.Jene Kraft entströmt allen Gegenständen, dem eine»stärker, dem andern schwächer: aus dein Ende deroberen Zuspitzung eines großen Bergkrystalls ström!eine angenehme Kühlung u. in absoluter Finsternißblaues Licht, aus der unteren Bruchfläche, an wel-cher der Krystall ausgewachsen war, ekelige Lauheitund in der Dunkelheit rothgelbes Licht; überhauptwirken die blauen Strahlen des Sonuenspectrnmsangenehm kühlend, die gelben lau u. Ekel erregend;aus der rechten Seite der Menschen, aus jedem Po-sitiv elektrischen Körper strömt blaues Licht u. Küh-lung; aus dem Südpol, der linken Seite oder jedemnegativ elektrischen Körper gelbes Licht und Lauheit.Auch jede Verbrennung erzeugt odische Kühlung. iDie Odempftndungen sollen mit dem sog. thierischmMagnetismus in Verbindung stehen. Die Geheim-nisse der Gespenstererscheinungen, der Wünschelrutheu. Ähnliches haben nach Reichendach in odischeuWir- .kungen ihren Grund. Da Reichenbach in seinenForschungen ausschließlich auf den Aussagen Andereru. größtentheils nervenkranker weiblicher Personen sfußt, bisher auch noch nie ein Physiker von Fach als 'Sensitiver befunden worden ist, so mußten gerechteZweifelauftauchen,die eben nicht zu beseitigen waren.

Vgl. von Reichenbach, Physikalisch-physiologischelln- stersuchungen über die Dynamide des Magnetismus, !der Elektricität, der Wärme, des Lichts, der Kry-stallisation, des Chemismus in ihren Beziehungenzur Lebenskraft, Braunschw. 1849; Ders. ,Odisch>magnetische Briefe, Stuttg. 1852; Ders., Der sen-itive Mensch u. sein Verhalten zum Od, ebd.1854;

L. v. D., Odina, Beleuchtung der jüngst entdeckenWeltkraft, Bremen 1853; Louis Büchner, Das Od,Darmst. 1854; A. C. Neumann, Kurzer Abriß derOdlehre, Lpz. 1857; Fechner, Erinnerungen an die ^letzten Tage der Odlehre u. ihres Urhebers, Leipzig >

1876 . Thamhay».

Oda-Üaschi (türk., wörtlich Gemach- od. Kam-mer-Chef), hieß der Hauptmann einer CompagnieJanitscharenu. anderer Soldaten, dennOda bedeutetauch eine Llraindrss od. Kameradschaft, Compagnie.

Odal (altes nordisches Wort), Erbgut; daherOdalbouden, Freisassen im alten Skandinavien,welche ein solches Erbgut besaßen.

Odaliskcn, gräcisirte Form des türk. Odalil(von ocka, Zimmer, Gemach), welches unserFrauen-zimmer ansdrückt n. diejenige Sklavinnen des Harembezeichnet, welche den sieben Kadin oder Favoritenuntergeordnet sind.

vää lwilows (engl., sonderbare Gesellen), ein Ge-heimbund der neuesten Zeit, entstand wahrscheinlich