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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Oase Obduktion.

Oase, ein größerer od. kleinerer, mit Wasser u.infolge davon auch mit Begetation versehener Land-strich od. Platz in den Wüsten, der allein an solchenStellen seßhafte Bevölkerung zn ernähren vermag.Schon die Alten kennen die O-n der asiatischen Wü-sten und der Sahara znm Theil. Hier werden nurdie zn Ägypten gehörigen O-n der östlichen Sahara,d. h. der sog. Libyschen Wüste aufgeführt werden(während alle anderen unter ihren Specialnamen zu' suchen sind). Alle ägyptischen O-n zeichnen sich durchgroßen Reichthnm an Dattelpalmhainen u. Frucht-gärten mit Weinstöcken,Feigen-, Granat-, Citronen-u. Pomeranzenbäumen ans. Die Datteln bilden dieHauptnahrnngderEinwohner; mitdemMehrertragean Datteln bezahlen sie ihren Tribut od. verhandelndieselben nach Ägypten od.an die durchziehendenKa-rawancn,fürwelchedieO-nimmerStationsplätzesind(daher stammt auch der dem griechischen Wort Oasisoder Anasis zu Grunde liegende altägyptische, nochheute von den Arabern gebrauchte Name Uah ---Wohnstätte, Nastort). a) Die Große O., Uah elKebir, zwischen,dem 25. u. 26 Parallelkreis, alsomit dem südl. Ägypten unter gleicher Breite, diegrößte und an Ruinen aus dein Alterthum reichste,besteht aus einer östlichen Theiloase Chargeh mitgleichnamigem Hauptort (noch gegenwärtig nicht^ weniger als 11 Ortschaften, 16 sfZkm Cnlturland,5740 Ew.) u. einer westl. Dachel (60 dsicm Kul-turland, 20,000 Ew.). d) DieO. Farafrah, un-ter dem 27. Parallelkreis (bei etwa 60 HW nur 3Uslim Cnlturland, 345 Ew.); der Hauptort hier wiein Dachel Gasr h. h. Burg genannt, e) Die Kleine, O., Uah el Becharreh, unter dem 28. ParaUelkreis(g Hjlem Cnlturland, 2410 Ew.). ä) O. Siuah,dicht nördl. vom 29. Parallelkreis (15 Hstcm Cultnr-s land, 5600 Ew.), mit gleichnamigem Hauptort, der; bedeutendenDattelhaudel nach Ägypten treibt. Diesej durch die Orakelstätte des thebaischen Hanptgottesl Amun (Zeus Ammon der Griechen) im Alterthum

' berühmte O. ist durch einige schön blaue Seen aus-

gezeichnet, noch mehr durch ihre unterseeische Lage.Während nämlich alle die genannten O-n flache Ein-senkungen in die umgebende Wüstenfläche darstellen,ae dabei aber immer noch im Mittel gegen oderüber 100 m hoch liegen, ist die Siuah-O. bis ausSS munter den Meeresspiegel eingctieft, ja die kleine(jetzt unbewohnte) O. Aredj, etwas ostsüdöstlich vonSiuah, liegt sogar 75m unter demselben. Kirchhofs.

Dates, Titus, engl. Abenteurer, geb.um 1619in England, studirte Theologie, wurdeznrZeit Crom-wells Baptistenprediger, näherte sich unter Karl II.der Anglikanischen Kirche n. war Prediger an meh-reren Orten, zuletzt Kaplan ans einein Schiff. Ausdieser Stelle entlassen, trat er, um die Pläne derJesuiten ans England zu belauschen, zur Katholi-schen Kirche über u. wurde in Bakladolid im Jesui-tencollegium ausgenommen, aber wegen üblen Be-tragens weder hier noch in dem Seminar zu St.. Omer lange geduldet, ging er im Juni 1678 nach! England zurück, wo er den Angeber eines angeblichenPapistischen Complottes zur Ermordung des Königs,Erhebung des Herzogs von Jork u. Wiedereinfüh-rung des Katholicismus in ganz Großbritannien! machte, infolge dessen Arrestbesehle gegen Katholiken«rlassen wurden, die jedoch nur den einen Umstandzu Tage brachten, daß sich in den Papieren des

Secretärs der Herzogin von Jork Äußerungen aufeine baldige Wiederherstellung der kathol. Religionfanden, gleichwolaber verschiedene strenge Maßregelnu.selbstHinrichtungen,wiedieLordStafsords,nach sichzogen. 1685wnrdeaberO.überwiesen, daßfeineeid-lich erhärtete Aussage inderComplottgeschichte erlogenwar, zur Degradation, Auspeitschung, lebensläng-lichen Gefangenschaft n. jährlichen Ausstellung ainPranger vernrtheilt. 1689 durch Beschluß des Hau-ses der Gemeinen wieder freigelassen, st. er in all-gemeiner Verachtung aber im Genuß einer jährlichenPension von 250 Pf. St. 23. Juli 1705 in London.

Oaxaea, s. Oajaca. sBrambach.

Oll (Obi), der westlichste der großen sibirischenStröme (NAsien), entströmt dem kleinen Altai inzwei Quellflüssen, Katunj u. Bija, die sich bei Biisk(Gonv. Tomsk) vereinigen; der Fluß durchströmtWestsibirien, die Gouv. Tomsk u. Tobolsk in nördl..,nordwcstl. u. schließlich wiederum nördl. Richtung;sein inselreicher Unterlauf wird von weiten Tundrenbegleitet; er mündet in den gleichnamigen Busen.Wegen der jährlichen großen Eisstopfungen ist er alsHandelsstraße bis jetzt ohne wesentliche Bedeutung,obwol er seit 1845 von Dampfern zum Waareu-transport befahren wird. Er ist sehr fischreich.Größte Stadt an seinen Ufern ist Barnanl. Neben-flüsse: rechts: Tom, Tschutyen, Ket, Tym; links:Tscharysch n. der wasserreiche Jrtysch. Seine Längebeträgt 4350 üm und sein Stromgebiet soll über2,800,000 Uslcm umfassen. Dronk.

Obadja, einer der kleineren Propheten, n. zwarin der Reihenfolge der vierte, lebte während u. nachder Eroberung Jerusalems durch Nebukadnezar. Dieeinzige von ihm erhaltene Rede ist die gegen das VolkEdout, das sich nach der Zerstörung des jüdischenReiches schadenfroh und grausam gezeigt halte; erverkündete ihm die Strafe dafür.

Oban, Dorf in der schott. Grafschaft Argyle, aneiner Bai des Loch Linnhe; sicherer Hafens, Haupt-station für die das westliche Schottland besuchendenTouristen; l87l: 2426Ew. Dabei die BurgruinenDunolly u. Dunstaffnage.

Oban (Obang, d. i. große Münze), die größteGoldmünze in Japan, nicht für den Verkehr, sondernzuEhrengeschenken bestimmt; in verschiedenem Werthzu 10 u. 5 Kobang ausgegeben u. im Verkehr alsWaare behandelt.

Obduction(vomLat.), Leichenbesichtigung,Leichenschau, die amtliche Besichtignn g einer Leiche,zumeist verbunden mit einer genauen medicinisch-gerichtlichen Untersuchung der Leiche auf Gruudkunstgerechter Ssction. So wie irgend ein Todes-fall zur Anzeige kommt, in welchem feststeht od. auchnur irgend ein Verdacht gegeben ist, daß der Todnicht infolge einer natürlichen Todesursache erfolgtsei, vielmehr eine gewaltsameTodesart vorliege, hatschleunigste polizeiliche oder gerichtliche Thätigkeiteinzutreten u. ist von der Beerdigung der Leiche vor-erst abznsehen. Liegt nach sofort gepflogenen polizei-lichen Ermittelungen offenbar nur ein Selbstmordod. ein Unglücksfall vor, welcher auf keinerlei fremdeSchuld, also auch auf keine Fahrlässigkeit eines Drit-ten zurückzusühren ist, so wird von jeder weiterenAmtshandlung, insbesondere von jeder Besichtigungder Leiche Umgang genommen u. die Beerdiguugs-erlaubniß sofort ertheilt. In allen übrigen Fällen