623
Nürnberger — Nürnberger (Maler-) Schule.
! qeben, welcher es 15. Sept. 1806 in Besitz nahm.
> nur Zeit ihrer Neichsnnmittelbarkeit betrug die jäh»
^ siche Einnahme der Stadt 800,000 Fl. Das Stadt-gebiet umfaßte 23 darunter Altdorf und dengroßen Reichswald, Hersbruck, Lauf, Gräfenberg n.die kleine Festung Lichtenau, mit 70,000 Ew; Lochwar die Stadt sehr verschuldet (1797 beliefen sich dieSchulden auf 9 Mill. Fl.); sie unterhielt damals 7Compagnien Soldaten zu Fuß, deren jede in Kriegs-I «iten 185, im Frieden aber 100 Mann betrug; desgl.
! 2 Compagnien Kürassiere, jede zu 85 Mann, 2 Com-
j pagnien alte Soldaten, die eine zu 131, die andere-n 95 Mann. Außerdem epistirten 24 Fahnen Bür-! qermilizen, jede von 300 bis 400 Mann, nebst 1200! Constablern u. 2 Compagnien Bürgerreitern, welche^ bei Fenersbrünsten Dienste leisteten. Vgl. Will,
; Repertorium der Niirnbergischen Geschichts- und! Münzkunde,N. 1800; vonSodcn, Kriegs-n.Sitten-
geschichte der Reichsstadt N., Erl. 1860; Voigt, Blickeui das Kunst- und gewerbliche Leben der Stadt N.im 16. Jahrh., Berl. 1862.
Das Burggrafenthum N. soll nach der ge-wöhnlichen Meinung in der Mitte des 12. Jahrh.erblich an das Hans Hohenzollern gekommen undnamentlich Konrad I., zweiter Sohn des GrasenRudols vonZollern, 1164, nach And. erst 1180 vomKaiser Friedrich I. damit belehnt worden sein. Mitj Gewißheit läßt sich jedoch die Erblichkeit der Burg-! grasenwürde zu N. im Hause Hohenzollern erst seitden Zeiten des Burggrafen Friedrich I., des SohnesÄonrads 1. erweisen, welcher 1218 starb. SeinemEnkel Friedrich III. (bis 1297) verlieh Kaiser Ru-dolf I. die Gomitia Unrg'Araviao in idlursmdsrK(nach den N-ern nur Gericht u.Amt, nach den Bran-denburgern Land u. Herrschast darüber), die Burg,welche er in N. hatte, mit allen daran hajtendenRech-ten, sowie Len Orten Wöhrd, Buch, Schwant u. dasSchloß Creusen u. a. Johann II., der gemeinschaft-lich mit seinen Brüdern Konrad (st.1334)u.Albrechtdem Schönen regierte, erwarb 1340 vom GrafenOtto von Orlamünde die Herrschaft Plassenbnrgmit Kulmbach, Berneck rc., wurde 1346 Statthalterin der Mark Brandenburg n. st. 1357, überlebt vonseinem Bruder Albrecht, welcher 1361 starb. Burg-graf Friedrich VI. erhielt 1415 sür seine dem KaiserSigismund gemachten Vorschüsse LieMarkBrandeu-burg verpfändet und gegen einen großen Nachschußdieselbe als erbliches Lehn. Da er, von dem Kaiserum die letzte Zahlung gedrängt, Geld brauchte, so^ verkaufte er 1427 die Burg zu N. u. deren Pertinen-1 zien an die Stadt N., womit die Fehden zwischenBurg-
grajen u. Stadt ihr Ende fanden. Vgl. von Still-sried-Rattonitz, Genealogische Geschichte der Burg-grafen von N.,Görlitz 1843. Dronke.
Nürnberger, Wold emar, Dichter u.Novellist,geb. 1. Oct. 1818 zu Soran in der Niederlansitz, er-! hielt seinen ersten Unterricht von seinem Vater, demalsMathematiker,Astronomu.belletristischenSchrift-! steiler bekannt gewordenen JosephChristianN.,> studirte seit 1838 in Berlin, Leipzig u. Halle Medi-cin. Während seiner Studienzeit bereiste er einengroßen Theil des westl. u. südl. Europa u. Afrika,erwarb 1843 in Berlin die Würde eines Doctorsder Medicin u. ließ sich in Landsberg an der Wartheals Arzt nieder, wo er 1869 starb. Seine Dichtungenveröffentlichte N. unter dem Namen M. S o l i t ai'r e.
Er schr.: Josephns Faust, epische Dichtung, Berlin1842; DieErbenvonSchloßSternenhorst n. SignorSatans erste Liebe, 2 Erzählgn., Leipz. 1846, neueAusg. Landsb. 1852; Bilder der Nacht, lyrische undlyrisch-epische Dichtungen, Landsb. 1852; Die No-vellen: Die Tragödie auf der Klippe, ebd. 1853;Die Fahrt zur Königin von Britannia, Tbeophra-stus Paracelsus ab Hohenheim, fragmentarisch dar-gestellt, ebd. 1854; Trauter Herd u. fremde Woge,Lpz. 1856; Dunkler Wald u.gclbeDünne, ebd. 1856)Das braune Buch, Phantasiestücke u. Historien, ebd.1858; Erzählungen bei Nacht, ebd. 1858; Erzähl-ungen bei Licht, ebd. 1860; Erzählungen bei Mon-denschein, ebd. 1865; Diana Diaphana, oder dieGeschichte des Alchymisten Jmbecill Kätzlein, phan-tastischer Roman nach alter Chronik», 3 Ode., Nord-hausen 1863. Beyer.
Nürnberger Roth, eine rothe bolusartigeErde,welche in der Nähe von Nürnberg gefunden wird.Sie dient als Maneranstrich.
Nürnberger (Maler-) Schule, neben denSchulen von Köln, Westfalen n. Prag die älteste n.bedeutendste der altdeutschen Malerschulen. IhreEntwickelung knüpft sich an die in hoher Blüthestehende gothische Skulptur in der Mitte des 14.Jahrh., weshalb auch die plastische Bestimmtheit derFormen ein specifischer Charakterzug der älteren N.Sch. war. Als ältestes Denkmal derselben gilt dersogen. Jmhofssche Altar (aufgestellt in der Gemälde-galerie der Nürnberger Burg), welcher ans einemMittelbilde und 4 beiderseitig bemalten Flügeln be-steht n. bald nach der Mitte des 14. Jahrh. entstan-den ist. Auch in den Kirchen Nürnbergs finden sichnoch mancherlei treffliche Gemälde ans dem Anfangdes 15. Jahrh., bes. in der Lorenzkirche n. Frauen-kirche. Namen von Künstlern sind aus dieser erstenbedeutenden Epoche der N. Sch. nicht bekannt. Im15. Jahrh. zeigt sich, nach dem Vorgänge der Ge-brüder van Eyck, eine Neigung zu realistischer Auf-fassung selbst rein religiöser Motive. Im Gegensatzzu der Anmuth in den Werken der gleichzeitig aus-blühenden Schulen zu Ulm, Kolmar und Augsburgbehält die N. Sch. etwas Herbes und asketisch Un-schönes, das selbst in vielen Arbeiten ihres ältestenbekannten Hauptmeisters, Michael Wohlgemuth(1434—1519), abstoßend wirkt. Aus seiner Werk-statt gingen eine große Menge von Werken von sehrverschiedenemWerthe hervor, da viele derselben bloßrohe Gesellenarbeiten waren. Man findet deren nochsehr zahlreiche in den Kirchen u. Sammlungen Nürn-bergs. Als Zeitgenossen Wohlgemuths werden ge-nannt: M. Zagel, Iak. Walch, bes. aber die Glas-malerfamilie Hirschvogel, von deren bedeutend-stem Mitglieds Veit Hirschvogel mehrere pracht-volle Fenster in der St. Sebald- u. St. Lorenzkircheherrühren. Der bedeutendsteSchlllerWohlgemuths,der, seinen Meister weit überflügelnd, nicht nur fürdie N. Sch., sondern für die deutsche Malerei über-haupt epochemachend wurde, ist Albrecht Dürer.Was Raphael für die italienische Kunst war, wurdeDürer (u. in noch höherem Grade, da er eine isolir-tere Stellung einnahm) sür die deutsche. (Über seinLeben u. seine Werkes. denArt.Dürer.) Seine Nach-folger u. Schüler hielten sich mehr an die Äußerlich-keiten seines Stils, ohne die Diese seiner geistigenAuffassung zu erreichen; dennoch treten noch im Laufe