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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Nürnberger Trichter Nuthhobel.

des 16. Jahrh., ehe die Schule iu Unbedeutendheitversank, eine Zahl bedeutender Künstler auf, die inseiner Weise arbeiteten: namentlich Hans v.Kulm-bach, Heinrich Aldegrever, Hans Schänfse-lin, Barthol. Beham, Nikol. Glockendon,bes. aber Albr. Altdorfer, der ebenfalls mehrereSchüler bildete, wie Welch. Fesele,G. Brew,Mich.Ostendorfer n.A. Außerdem find noch ansder St. Sch. zn nennen: GeorgPenz, Jak.Binck,Ltatthias Grunewald, aus dessen Atelier dersächsische Meister Luc. Cranach hervorging, HansGrimmer, Ioh. Aquilau. A. Die späterenNllrn-berger Maler wandten sich mehr u. mehr der Ma-nier der niederländischen Genrcmaler zu; am Endedes 16. Jahrh. hört die Schule auf, überhaupt vonBedeutung zu sein. Schaoler.

Nürnberger Trichter, Ausdruck der sich aufein 1648 in Nürnberg erschienenes Buch: PoetischerTrichter, die Deutsche Dicht- u. Neimkunst ohne Be-huf der latein. Sprache iu 6 Stunden einzugießen,zurückfllhrt. Solche Büchertitel kamen in damaligerZeit öfter vor. Daher einen N. T. gebrauchen, derbildliche Ausdruck für Schnellunterricht. Vgl. Büch-mann, Geflügelte Worte, 8. A., Bert. 1874.

Nürnberger Violett, eine Verbindung vonManganoxyd, Ammoniak u. Phosphorsäure, wirdaus den Rückständen der Chlorkalkbereitung fabricirt.

Nürnberg-Fürth (Ludwigs) Bahn (1878)Länge 6,V4 km; im Bau 6,ot Icm; Anzahl der Loco-motiven7, der Personenwagen 36, der Güterwagen10; in 1877 Einnahmen. 269,957; Zeit derGründ-ung1833, der Inbetriebsetzung 1835, Anlagecapitalbeider Gründung 11372,978, heutigesAnlagccapital1,078,150;Privatverwaltnng.Directionssitz: Nürn-berg. Sie ist die in Deutschland zuerst gebaute Ei-senbahn, s. Eisenbahnen S. 132, 2. Sp.

Nürtingen, Stadt u. Hauptort in dem 181,ISUsicm (3,2gsIM) mit (1875) 26,835 Ew. umfassen-den, gleichnam.Oberamtedes Württemberg.Schwarz-waldkreises, am Neckar, Station der Württembergi-schen Staatsbahnen; schöne alte Pfarrkirche, Schnl-lchrerseminar, Taubstummenanstalt, reiches Hospi-tal, Baumwollenspinnerei, Banmwollenwebereien,Garnzwirnerei, Türkischrothfärberei, Lflaschinen-,Möbel-, Leder-, Tuch-, Wollenwaaren- u. Spitzen-fabrikation rc., Bleichen, Viehzucht; (1875) 5078 Ew.N. ist Geburtsort des Nationalökonoinen Schasste.N. war vormals kaiserliche Domäne u. kam im 11.Jahrh. an die Grafen von Achalm, später an die vonUrach, Neuffen u. Teck, u. im 13. Jahrh. zum grö-ßeren Theile, im 17. Jahrh. aber vollends ganz anWürttemberg. H- Berns.

Nuß, im Volksmuude Baumfrncht, meist rund-licher Form, mit harter, holziger Schale, so Wall-,Hasel-, Cocos-, Erd-, Muskaten-, Wassernuß n. v. a.;botanisch eine Schließfrucht, die in der Regel nur einenSamen enthält, welcher jedoch der Fruchtwandungmeist nicht dicht anliegt; kleinere derartige Früchtewerden Nüßchen genannt. Engter.

Nuffa laut (malaiisch, d. h. Meeresinsel), eineInsel der Molukken, Lstl. von Amboina, von Koral-len umgeben, hügelig; Cocospalmen; 55 Uslcm u.gegen 3000 Ew.

Nußbaum, Wallnnßbaum, die Gatt. flnAlans.

Nusjbaum, Johann Nepomuk von, geb. 2.Sept. 1829 in München; studirte Medicin, machte

sich schon früh durch tüchtigeUntersitchungen bekannthabilitirte sich nach einigen Reisen 1857 in seinerVaterstadt für Chirurgie n. Augenheilkunde, erhielt1860 die Professur für beide Fächer, 1867denAdel !n. wirkte als Feldarzt im 1866er u. im Französischen

Kriege. Er ist ein vorzüglicher Operateur u. tüchtiger

praktischer Chirurg, der so ziemlich auf all den Ein-zelgebieten seiner Wissenschaft tonangebend gewordenist.' Von seinen meist in Fachzeitungen erschienenengrößeren Arbeitenscien erwähnt: Corusa artilloinsizMünchen 1853, in der er nachweist, daß geschliffeneGläser an Stelle verdnnkelterHornhänte in dasAugeeingeheiltwerdenkönnen; Pathologie ».Therapie derAnkylosen, 1862; Vier chirnrg. Briefe, 1866, u.s.s.

Niißrhen, s. Nuß. lThamh-yn..

Nußgelenk (Anat.), so v. w. Enarthrose.

Nußhacker, s. Hetzer.

Nnßheher, s. Heher.

Nußöl (Oleum rmLumsn§Ianänm), süßes, weiß-gelbes, aus den Kernen der Wallnüsse gepreßtes,fettes, trocknendes, leicht ranzig werdendes Oel; vonden Malern zn Firnissen (N-firniß), frisch an Spei-sen, ranzig alsBrennöl gebraucht. Ärztlich dient esfrisch äußerlich, mit einem Pinsel ans die Hornhautgebracht, gegen leichte Flecken und Verdunkelungenderselben; innerlich, wenn es ranzig geworden ist,als Stellvertreter des Nicinusöls. Jung«.

Nutation (v. Lat.), Wanken, Schwanke». Überdie N. der Erdachse, s. Erde 8 S. 447. InderBotanik nennt man N. diejenige Bewegung ein-zelner Pflanzcntheile, welche durch ungleichseitiger !'Wachsthum verursacht wird. Man nennt einfacheN. die nur von hinten nach vorn od. von rechts nachlinks stattfindende Bewegung; dagegen revolutiveN. die Bewegung, welche die freien Enden vielerSchlingpflanzen (Bohne, Hopfen, Winde) machen u.die dadurch verursacht wird, daß alle Seiten nacheinander im Wachsthum überwiegen. Wenn die beiderN. vorangehende Seite eines revolntivenSprossesaus eine nicht zu dicke Stütze stößt, so bildet derGiPsel-theil des Sprosses eine Schraubenlinie, in derenMitte sich die Stütze befindet. Die meisten Schling-pflanzen winden links, d. h. sie steigen von links nachrechts auf. Engter.

Nuth(Nnthe), vierkantige Rinne in der schmalenSeite eines Brettes, in welche die Feder oder derSpund eines anderen Brettes hineinpaßt. Oft gibtman auch dem zweitenBrette eineN. u. legtin beideN-en eine bes. Angeschnittene Leiste (eingelegteFeder)ein; daher nuthen, eine solche Rinne in das Holzmachen. Das N. wird entweder mit dem N-Hobelausgefllhrt, oder auf besonderen Maschinen, welcheentweder in die Klasse der Hobel- oder Fraismaschi-nen gehören oder auch Kreissägen enthalten. BeiMetallarbeiten kommen N-en, namentlich Keil-N-e»an Radnaben u. dgl., vor u. werden durch N-stoß-Maschinen eingearbeitet. Giesel«»

Nuthe, 1) rechter Nebenfluß der Havel in derpreuß. Prov. Brandenburg; entspringt bei Denne-witz, nimmt bei Grüben die Nieplitz auf u. mündetnach einem 70 icm langen Laufe Potsdam gegen-über. 2) Rechter Nebenfluß der Elbe im Anhalt«»-scheu; entspringt nördl. von Zerbst, fließt durch dieseStadt u. mündet bei Grüneberg.

Nuthhobel, Hobel, mit welchem die Nuthen ge-hobelt werden; das Eisen ist an der Schneide nur so