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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
Entstehung
Seite
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Norwegen.

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msirt. Die Ergänzung der Linie geschieht durch Con-jcription nach znrückgelegtem 22. Lebensjahre u. Ein-stellung Freiwilliger in geringer Zahl. Die Dienst-zeit aller Truppen ist 10 Jahre, davon 7 Jahre beider Linie u. 3 Jahre in der Landwehr: nach dieserZeit bis zum 45.—50. Jahre gehören die Leute zurBürgerwehr und zum Landsturm. Die durch Con-: scription ausgehobene Mannschaft muß eine Rekru-

, tenschule von mindestens 50 Tagen bei der Infan-terie u. Fuß-Artillerie, von 90 Tagen bei den ande-ren Waffen u. eine jährl. Uebung von 30 Tagen imLaufe von 3—5 Jahren durchmachen. Formation derLinientruppen u. Landwehr. Infanterie: 5 Briga-den von 4 Bataillonen zu 4 Compagnien. Zu jederBrigade gehört ein Depot von 2 Compagnien u. 8Divisionen der Landwehr, die jedoch nur im Falleeines Krieges im Lande in die Bataillone eingestelltwerden n. alsdann bei jedem derselben 2 neue Com-pagnien bilden. 1 Jägercorps von 6 Compagnien.Kavallerie: 1 Brigade von 3 reitenden Jägercorps! zu 5 , 4 u. 2 Escadrons. Artillerie: 5 Bataillonei zusammen von 11 Batterien st 8 Geschützen und 1Mheilung Feuerwerker und Handwerker.' Genie:20 Offiziere u. 8 Unterniilitärs. Train: 4 Depots.

! Bei der Seebewaffnung wird die ständige Flotten-mannschaft bei mangelndem Freiwilligen-Eintritt^ aus den conscribirten Seefahrenden ergänzt; die

> Wehrpflichtigkeit zur See dauert vom 22. bis 35.

! Lebensjahre/ 2) Seemacht: 32 Dampfschiffe, 2750! > Pferdekraft, mit 156 Kanonen, 91 Segel- u. Rnder-

schiffe mit 146 Kanonen, zusammen 123 Fahrzeugei mit 302 Kanonen. Literatur: Nielsen, N. rc., mit! S Karten, 3 A., Hamb. 1876; Broch, LonZoriAsbAorgs oZ äst Xorsks kdolic, Christiania 1876, franz.ebd. 1877;Stnder imXII.Jahrg. vom Jahrbuch desSchweizer Alpenclnbs; Hartung u. Dulk, Fahrtendurch N. ».die Lappmark, Stuttgart 1878; Goth. Hof-kal. 1878. (Geogr.) Schroot. (Verfassung! Lagai.

Norwegen (Gesch.). N. kannten die Alten fast^ gar nicht; die vermeintliche Insel Skandinavia oder! Skandia mußte N. mit umfassen; Nordmänner u.

> Nordwegen werden seit dem 9. Jahrh. erwähnt. N.

^ hatte in Len ältesten Zeiten einen größeren Umfang

als jetzt, denn es gehörten noch Gebiete von NW-Schweden dazu (wann diese, nämlich Jemtland undHerjeadal, zuerst colonisirt wurden, ist unbekannt),sowie auch Bahuuslehn (oder Viken) am Kattegat.Den dürftigen (in der isländ. Literatur bewahrten)Resten der norweg. heroischen Sage kann man keinehistorische Bedeutung beilegen. Die einigermaßen

- historische Zeit fängt erst um die Mitte des 9. Jahrh.an. Damals erhob sich im südöstl.N. das Geschlechtder Inglinge (das von dem schweb. Königsgeschlechtedesselben Namens stammen wollte) init Haljdan demSchwarzen zu größerer Macht. N. bestand damalsnoch aus einerAnzahlklcinerer Königreiche. Halfdans

- Sohn, Harald Har fagr (d. i. Schönhaar), machte, , diesem Kleinkönigthnm ein Ende, indem er sich, im' Verlaus weniger Jahre, um 870, ganz Norwegen

unterwarf. ErführteeinstrengcsLehnsystcmein; je»derLandschast setzte er einenJarl vor,welcher dieAb-gaben erhob ».dafür einDrittel der Einkünfte erhielt,aber 60Krieger stellen mußte. DenJarlen waren dieHerser untergeordnet, von Lenen jeder 20Kriegslentestellen mußte. Die Behauptung einiger isländ. Sa-gas, er habe alles Grundeigenthum (Odal) zu sei-

nem Privatbesitz, die bisherigen Eigenthümer zu sei-nen Pächtern gemacht, somit Las bestehende Erbrechtaufgehoben, ist kaum glaublich. Viele unzufriedeneHäuptlinge wanderten ans und bevölkerten die Fä-röer, die Orkneys u. Island, od. zogen nach Jemt-land, Herjeädalen u. Helsingland, oder ließen sich inEngland, Irland u. anderen westlichen Ländern, wieRollo, Rognwalds Sohn, in der Normandie nieder.Harald sorgte für die Sicherheit des Landes, verbotdie Befehdungen und begünstigte den Handel. Auchdie Orkneys, Hialtlaud (Shetlandsinseln) und dieHebriden u. Man brachte er unter seine Oberherr-schaft. Von seinen Söhnen wies er jedem ein Für-stenthnman, den ältesten, Erich Blodöx (Blutaxt),machte er zum Oberkönige, trat ihm 930 das Reichab und starb um 934. Da Erich nach Haralds Todemehrere seiner Brüder ermordete oder vertrieb unddie Rechte der Lehnsleute verletzte, so rief der JarlSigurd um 9 35 Hako nI., den Guten, Erichs Bruder,welcher bei König Athelstan in England erzogen wor-den war, nach N., wo er allgemein als Oberköniganerkannt wurde. Erich floh nach den Orkneys, gingdann nach England und soll später da umgekommensein. Hakon dehnte seine Herrschaft überWermeland,Helsingen und Jemtland auS; auch versuchte er dasChristeuthum in N. einzuführen, doch ohne Erfolg,obgleich es einige Christen im Lande gab. Er bliebum 960 gegen Harald, den Sohn Erichs, und nunwurde dieser als Harald II. Graafell (Graufell)Oberkönig und regierte mit seinen Brüdern bis um965. Hakon, Sigurds Sohn, gelangte nun zurHerrschaft (nannte sich aber nicht König), Loch an-fangs nur als Vasall des Königs von Dänemark.Er verfolgte die Christen u. machte sich durch glück-liche Kriege auswärts geachtet, aber durch Härte u.Wollust im Laude verhaßt. Seine Anhänger fielenvon ihm ab u. ein Knecht tödtete ihn 995. Olaf I.Tryggvason, Urenkel Harald Schönhaars, wel-cher sich durch seine Seezüge einen großen Ruf er-worben hatte, landete in N. und wurde von demVolke als König anerkannt. Er führte, in tyran-nischer Weise, das Christeuthum in N. (mit dessenDependentien) und in Island und Grönland einund gründete Nidaros (Drontheim). Als er 1000einen Seezug nach der Wendischen Küste that, umden Malschatz seiner Gemahlin Tyra bei dem FürstenBurisleif zu holen, wurde er von der schwed. u. dän.Flotte überfallen und blieb in der Schlacht.

N. wurde nun von den Jarlen Erich u. Sven,Söhnen des Jarls Hakon, regiert, welche jedoch dieOberherrschast Schwedens und Dänemarks über 2Drittel des Landes anerkennen mußten. Olaf II.,der Heilige oder der Dicke, benutzte den Krieg desdänischen Königs Kaunt mit England u. machte sich1015 zum Könige von N. Das unter den Jarlenverfallene Christeuthum führte er mit der empörend-sten Tyrannei wieder ein. Als Kanut zur Wieder,erobernng N-s (1028) kam, mußte Olaf, von Allenverlassen, fliehen, ging nach Schweden und später zuseinem Schwiegersöhne Jaroslaw, Großfürsten vonRußland, kehrte 1030 nach N. zurück, fiel aber inder Schlacht bei Stiklestad. Bald nach seinem Todewurde er heilig gesprochen u. als der SchutzpatronN-s verehrt. Sein Sohn Magnus I., der Gute,wurde 1035 von den Norwegern zurückgerufen undstellte die Unabhängigkeit N-s wieder her; nach Har-