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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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592 Nornen —

Tingbit. Als er in der Wiege lag, traten drei Nor-nen zu ihm; die zwei älteren weissagten ihm Glück,die jüngste aber, daß er nicht länger leben sollte, alsdie hier bei ihm angezündete Kerze brenne. Dieälteren löschten die Kerze sogleich aus u. gaben die-selbe seiner Mutter aufzubewahren. Als er erwach-sen war, gab die Mutter ihm die Kerze u. erzählteihm den Zusammenhang damit. 30V Jahre hin-durch besuchte N. nun die Höfe der berühmtestenKönige n. war überall der Gegenstand der Bewun-derung wegensciner Tapferkeit, Stärke ».Gewandt-heit , bis er endlich von Olas Tryggvason zur An-nahme der Taufe bewogen wurde. Zur Probe, daßer nun im Besitz des Segens des Christeuthums denFluch der heidnischen Götter nicht mehr achte, zün-dete er auf Olafs Befehl die Kerze an, aber sobaldsie verbrannt war, war auch N. verschieden. So dienach ihm genannte N.-G-s-Saga od. N.-G-s-Thattr. Dieselbe ist aber dadurch besonders wich-tig , daß der Verfasser einige von den großen Tha-ten Sigurd Fafuisbanis u. dessen u. BrynhildsTodnach eigenthümlichen Überlieferungen berichtet, dieer den Greis Gest dem König Olaf als Augenzeugevortragen läßt. Sie stammt nach Einigen aus derMitte des 13., nach Anderen aus dem 14. Jahrh.Die neueste Ausgabe ist von E. Willen, Pader-born 1878. Raßm-mn.»

Nornen (Nornir, Nord. Myth.), 1) die Göttin-nen des Schicksals, drei Jungfrauen Urdh (Ver-gangenheit), Verdandi (Gegenwart) und Sknld(Zukunft), welche bei den Riesen erzogen wurden u.älter find als die Äsen. Sie saßen an dein Urdhar-brunneu unter dem Weltbaume Iggdrasill, begossenans dem Brunnen die Wurzel des Baumes, daß ernicht verwelke, und bestimmten von hier aus nachihren unabänderlichen Gesetzen das Schicksal derGötter u. der Menschen und die Länge der Lebens-dauer der letzteren. 2) Schutzgeister der Menschen,stammten theils vom Alfen-u. Zwerggeschlecht, theilsvon den Äsen ».bestimmten dem Menschen bei seinerGeburt, je drei von verschiedenem Wesen an seinerWiege erscheinend, seine Sittlichkeit u. sein Geschick;vgl. Norna-Gest. 3) Menschliche Wahrsagerinnenu. Zauberinnen, welche den Kindern bei der Wiegeihr Lebensgeschick Voraussagen; üieHebammen wer-den noch jetzt aus Island, auf den Färöer und inNorwegen N. genannt. Die Vorstellung von denN. war allen germanischen Volksstämmen gemein-sam, wie die verschiedenen Spuren beweisen, die siehinterlassen. Raßmaim.*

Noroüa, Gasp ar Maria de NavaAlvarezde, geb.1760 zuLastellonbelaPlana, war anfangsbis 1795 Militär, dann span. Gesandter in Bern u.Petersburg u. später Gouverneur von Cadiz. ImSpanischen Befreiungskriege trat er wieder in LasHeer, lebte seit der Restauration in Madrid u. starb1816 daselbst. Er schr.: ikossias (lyrischeGedichte),Madr. 1799—1800, 2 Bde.; Im mnorts (philoso-phisches Gedicht), 1816, 2 Bde.; Ha Huieuiäa (he-roisch-komisches Gedicht); Im Omiaäs, (episches Ge-dicht aus der Zeit der arabischen Chalifen), 1816,2 Bde., und übersetzte orientalische Gedichte insSpanische, die als koosirm aslätioas, Paris 1833,erschienen. Booch-Arkossy.»

Norow, Awraam Sergejewitsch, russischerStaatsmann, geb. im Oct. 1795; trat 1810 in die

Nörrembcrg.

Russische Armee, verlor in der Schlacht von Boro-dino (1812) ein Bein, wurde 1820 Oberst, unter-nahm 1822 eine Reise durch Mitteleuropa u. Italien

(deren Beschreibung er 1825 herausgab), tratl82zaus dem Militärdienste und wurde Staatsrath imMinisterium des Innern; 1834—1835 besuchte erNubien, Ägypten u. Palästina (Beschreibung heraus-gegeben 1840 und 1844), wurde 1850 Adjunct desMinisters des öffentlichen Unterrichts u. erhielt nachdem Tode des Fürsten Schichmatow 1853 dies Mi-nisterium; im April 1858 trat er ans dem Ministe-rium und wurde Mitglied des Reichsrathes; auchgehörte er der russ. Akademie an. Er st. 23, Jan.1869. Außerdem hat er Übersetzungen und eigeneDichtungen herausgegeben.

Norrbotten(Lulea-Läu), schwed. Län,im äußer-sten Norden des Landes, gebildet aus den nördlichenTheilen der Landschaft Westerbotten n. der schwed.Lappmarken u. wird begrenzt von dem Län Wester-botten, Norwegen, Finnland (Rußland) und demBottnischen Meerbusen; 105,053,z s^Lm (1907,,.Ü>M) mit (1875) 83,356 Ew. (auf 1 sülcm 0,„j»ganz Schweden 9,g). Der nördl. Theil des Laus,die an Norwegen grenzenden Lappmarken, bildenein hohes Gebirgsland mit den höchsten Berge»Schwedens(Sulitelma 1875m, Älmajalojäkna IMm u. a.); der südliche Theil, das eigentliche N., isteine niedrige Küstenlandschaft, größtentheilsbestehendaus Wald, Sandheiden u. Morästen, doch auch einigefruchtbare Striche enthaltend, in denen etwas Acker-bau und Viehzucht getrieben werden kann. Die be-deutendsten Flüsse sind: Tornea mit Muonio, Kalix,Räneä, Lulea, Pitea, Skellefteä, welche fast sämmt-lich große Landseen bilden und sich durch zahlreiche,zum Theil prächtige Wasserfälle auszeichuen. DasKlima ist rauh, doch gesund; der kurze Sommer heiß.Die mittlere Jahrestemperatur beträgt an der N-küste des Bottnischen Meerbusens -I- 6,z° R. und inEnontekis am mittleren Muonio-EIs —-2,/L.; diemittlere Temperatur der drei Sommermonate ist-I- 11,9°, resp. 10° ik. Producte: etwas Getreide,vielHolz, Bretter,Theer. Pferde (1873:9500 Stück),Rindvieh (40,700 Stück), Schafe (62,000), Ziegen(2300), Schweine (1120), Renthiere (ca. 120,000),vielWild suamentlich auch Pelzwild), Fische; Silber,Kupfererz, Eisenerz rc. Besonders groß ist der Reich-thum N-s an Eisenerz; berühmt sind die drei Eisen-berge Gellivare (s. d.), Rnotivare u. Karviksberg,von denen die beiden ersten ganz aus Eisenerz be-stehen, das 67"/o des reinsten Metalls enthält. DieAusbeutung dieser Erzlager ist indessen wegen Man-gels an Menschenhänden u. Comniunicationsmitte!»noch eine geringe. Die Bewohner (darunter ca. 4500Lappen) treiben Viehzucht, etwas Ackerbau, Bergban(des. auf Eisen), Waldwirthschaft, Fischfang,Jagd,Schiffbau, Schifffahrt und Handel. Von dein Erz-berge Gellivare führt eine Eisenbahn nach Vuollcriinam Lulea-Elf; eine Fortsetzung derselben bis zw»Meere ist projectirt. Eintheilung in drei Vogteie»,Hauptstadt ist Lulea. H- Berns.

Nörrembcrg, Johann Gottlieb, verdienst-voller Physiker, geb. 11. Aug. 1787 zu Putzenbachin Rheinpreußen ; wurde zuerst Kaufmann, dann

Geometer, dann Offizier, 1823 Professor der höheren

Mathematik, Physik und des Planzeichnens an derMilitärjchule zu Darmstadt, 1833Prosessorder Phh>