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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Norische Alpen

mitten hindurch, im S. sind die Carnischen u. Ve-netischcn Alpen u. der Mons Ocra (jetzt Birnbau-mer Wald, ein Theil derJulischen Alpen), an derNOGrenze der Mons Cetius (jetzt Kahlenberg undWienerwald). Bonden FlüssenN-s sind erwähnens-werth der in den Önus (Inn) mündende Jovanns(jetzt Salzach), die in die Donau mündende Arlape(jetzt Erlaph), an deren Mündung eine Donauflottelag, die Quellen u. der erste Lauf des Dravus undMarns n. der südl. Grenzfluß Savus. Das Klimawar im Ganzen rauh, jedoch das Land nicht un-fruchtbar; die Hanptprodncte aber waren Gold u.bej. Eisen; N-s Eisen u.Stahl waren im Alterthumsehr berühmt u. wurden bes. in der großen Waffen-fabrik von Laurcacum verarbeitet; auch der Salz-reichthum des Landes war früh bekannt u. Quelledes Erwerbs. Die bedeutendsten Städte waren:Laurcacum, Ovilaba, Jnvavnin (Salzburg), No-reja (Hauptstadt des Landes), Virunum, Bojodurnm,Joviacum, Arelatc oder Arlape, Namare, die Fest-ung Cetiuin u. Bidainm, von denen die meisten ander längs der Donau von Augusta Vindelicorum(Augsburg) nachBindobona(Wien) führendenStraßelagen. — Die Bewohner waren Kelten, die Tan-risci, d. h. Bergbewohner (Tauern heißen noch heutedieNorischen Alpen), u. erst die Römer nannten sieNorici von der Hauptstadt Noreja. Die Bojer wan-dertcn aus Gallien zu ihnen, wurden aber schon vorder Nömerzcit von den Geten vernichtet. Bor derUnterwerfung durch die Römer standen sie unterKönigen und hatten Handelsverbindungen mit denRömern (bes. über Aqnileja). Nachdem Tiberius u.Drusus Rhätien erobert hatten, wurde im Jahre 13v. Chr. auch N. unterworfen, zu einer kaiserlichenProvinz gemacht n. durch Colonien, Castelle, Besatz-ungen , Militärstraßen u. 3 Donauflotten gesichert.Bei der späteren Eintheilung wurde N. in N. Ri»pense (längs der Donau) u. N. Mediterraneum(das südlichere Gebirgsland) zerlegt. Hemcmann.

Norische Alpen, s. u. Alpen 22), Bd. I, S. 470.

Normm nannte Svanberg ein Metall, welcheser 1845 im Zirkon neben Zirkonerde zu findenglaubte. Spätere Untersuchungen haben seine An-gaben nicht bestätigt.

Norm (v. lat. lllorina), 1) Richtmaß; 2) Regel,Richtschnur, Muster; so Dorum ticket, Glaubensnorm(s. d.). Normal,was als Norm dient, regelmäßig,mnstergiltig, einer Idee entsprechend.

Normal (Mathem.), so v. w. senkrecht; Nor-male (normale Linie) einer ebenen Curve, eine Ge-rade, welche auf einer Tangente der Curve im Be-rührungspunkte senkrecht steht.

Normaljahr, das Jahr 1624, welches beim Ab-schluß des Westsälischen Friedens 1648 zur Regel-ung des Besitzstandes der geistlichenGüter in Deutsch-land als Norm gewählt wurde.

Normalkompasj, s. u. Kompaß.

Normalmaß ist ein Maß (s. d.), welches nichtunmittelbar zum Messen dient, sondern mittelbardadurch, daß andere Maße nach ihm regulirt werden.

Normanby, Konstantin Henry Phipps,Earl Mnlgrave, Marquis von, brit.Staats-mann, geb. 15. Mai 1797 in London, Sohn desGrafen Mnlgrave, welcher lange Zeit Pitts Collegewar, sprach 1819 im Parlament zu Gunsten derKatholikenemancipation trat aber aus dem öffent-

— Normandie.

liehen Leben zurück, weil er seinem Vater, einem Hoch,tory, nicht entgegenhandeln wollte. Erst 1822 kehrt!er aus Italien nach England zurück und unterstützteLord John Rüssels ersten Antrag für die Parlaments-reform. Nach dem Tode seines Vaters 1831 trat erals Graf Mnlgrave ins Oberhaus, unterstützte hierdie Parlamenisreform, wurde 1832 Gouverneur vonJamaica, wo er die Lage der Neger verbesserte undderen Emancipation vorbereitete; 1834 unter Mel- !bonrne erhielt er das geheime Siegel u. wurde nachden 110 Tagen Wellingtons u. Peels Lordlieutenaut !von Irland, setzte hier die Emancipation der Katho- sliken factisch durch und zog sich durch seine gerechte ,Verwaltung den Haß der Orangisten und in Eng-land der Tories zu. 1838 wurde er Marquis von I

N. u. au Lord Glcnelgs Stelle Colonialminister, doch !erregten seine energischen Maßregeln gegen die As-sembly von Jamaica in der Negerfrage solchen Wi< !derspruch im Parlamente, daß er die Existenz desCabinets gefährdete. Er wurde darauf Minister desInnern, trat aber im Aug. 1841 aus, woraus sichseine öffentliche Wirksamkeit auf das Oberhaus be-schränkte. Unter dem Ministerium Rüssel wurde er1846 Gesandter in Paris; Ende Januar 1852 vonda abbernfen, ging er 1865—58 in gleicher Eigen-schaft nach Florenz. Er war ein heftiger Gegner deritalienischen Einheitsbestrebungen. Er st. 28. Juli1863 in London. Er schr. die Romane: LlntUcka,Lond. 1825; 1«8 anck no, ebd. 1828, 2 Bde.; Ilrsoontrasi, ebd. 1832, 3 Bde.; ferner loaroklts-volution (die Französische Revolution von 1848),ebd. 1858, 2 Bde. >

Normandie, sonst franz. Prov.; hatte den Titeleines Herzogthums, grenzte im W. und N. an denCanal (La Manche), im O. an die Picardie u. Jslede France u. im S. an Orleanais, Maine u. Bre-tagne; 32,377 Usicm (588 HsM) mit ca. 2^ Will.

Ew. und der Hauptstadt Rouen. Sie theilte sich inOber-N., dennordöstl. Theil, mit Rouen, Dieppe,Havre-de-Grace,Harfleur,Honfleur,Lisienx,Evreux,Avetot ».Nieder-N., densüdwestl. hügeligen Theilmit Caen, Falaise, St. Lo, Bayeux, Coutanccs,Avranches, Valogne, Alenxon, Cherbourg, Mont-St.-Michel, und ist jetzt in die Dep. Nieder-Seine,Calvados, Orne, Eure und Manche gecheckt. DerName kommt von den Normannen.

Normandie. Die N., früher von vielen kleinengallischen Stämmen bewohnt, gehörte zur Römer-zeit zu Dallia Dugcknnsnsis seouncka. Unter demFränkischen Regiment seit 5. Jahrh. machte sie einenTheil von Neustrien aus. Bei der Theilnng unterdie Söhne Ludwigs des Frommen kam sie an Karlden Kahlen, welcher sie Robert dem Tapferen vonAnjou 862 zu verwalten gab. Diese Statthalter-schaft führte den Namen Herzogthum Frankreich(Francien, Duells äs Drunes). Als die Normänneran den Küsten Frankreichs und der Niederlande er-schienen, litt die N. sehr u. Karl der Einfältige gab, umdiese gefährlichen Feinde zu gewinnen, 911 zu St.Clair-snr-Epte seine Tochter Gisela ihrem HerzogRollo zur Ehen.einen Theil derN.,zwischen demFlusseEptc u. der Bretagne-, als Herzogthum u. Lehn zurMitgift. Rollo ließ sich taufen u. nahm den NamenRobert I. an, gab dem Lande Gesetze u. organisirtedasselbe. Ihm folgte 927, da er abdankte, sein SohnWilbelm I. Langschwert, ein tapferer und weiser