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Niederlande.
gewählt wurde. 1722 thaten Drenthe und Geldern/wo die demokratische Partei von der aristokratischenin der Ständeversamuilung überwogen wurde, Wei-ches. In Seeland besaß das Haus Oranien die Mark-grasschafteu Vliessiugen u. Beere, die Stande hobendas Lehusrecht derselben, ungeachtet aller Protesta-tion des Hauses Oranien, gegen eine Entschädigungs-summe auf.
Kaum hatte der Krieg im Jahre 1744 begonnen,als die oranische Partei mit ihrer Forderung, dieStatthalterschaft dem Hause Oranien zu übertragen,hervortrat, und als nun 1747 das französische HeerLas Gebiet der Vereinigten Staaten betrat, verjagtedas Volk in den seeländischen Städten Beere, Mid-delburg u.Vlissingen die Bürgermeister n. setzte denPrinzen Wilhelm von Orauicn als Statthalter ein.Dasselbe geschah in Utrecht, Overyssel und auch nachkurzem Widerstande der Provinzialstände in Holland.So war Wilhelm IV. der erste Generalstatt-halter über alle Sieben Provinzen, zugleichGeneraladmiral u. Generalcapitän, erhielt den Titeleines Markgrafen von Vlissingen, Beere u. Bergenop Zoom wieder, ja, man erklärte 1748 in den ge-summten Provinzen die Statthalterwürde fürerblich u. dehnte diese Erblichkeit auch auf die Töch-ter aus. Von 1749 an durfte der Erbstatthalter auchden Magistrat zu Amsterdam ernennen, wie er auchdie Verwaltung der Generalitätslande (Niederlän-disch Flanderns u. Brabants) und das Direktoriumder Ost- u. Westindischen Handelscompagnie erhielt.Dem Hause Oranien war währenddem auch Nassau-Diez u. Dillenbnrg durch Erbschaft zngefallen. Wil-helm IV. behielt die republikanischen Formen so vielals möglich bei; er schloß Verträge mit Bayern undPolen (1750), starb aber schon 1751, u. seine Wittwe,Anna von England, Tochter des Königs Georg II.,wurde nun Statthalterin ».Vormünderin ihres kaumdreijährigen Sohnes Wilhelm V. u. nahm sich denPrinzen Ludwig von Braunschweig-Wolfenbüttel zurAssistenz. Als 1759 Anna starb, übernahmen dieGeueralstaateu selbst die Vormundschaft über Wil-helm V., ernannten aber den Prinzen Ludwig vonBraunschweig zum Feldmarschall. 1763 endigte derPariser Friede den Krieg zum Vortheil Englands.
Wilhelm V., 1766 mündig geworden, trat die Re-gierung an, überließ sich aber der Leitung des un-beliebten Herzogs von Braunschweig, ja, beschworsogar eine Consultationsacte, vermöge welcher er denHerzog als ersten Nathgcberzur Seite behalten wollte.Ans Lessen Veranlassung vermählte sich Wilhelm V.1766 mit der Prinzessin Friederike Sophie Wilhel-mine von Preußen, der Schwester des nachmaligenKönigs Friedrich Wilhelm II. Bei der Erhebung derNordamerika!!. Provinzen gegen England 1775 er-klärte sich die Volkspartei für die Amerikaner u. ver-langte die Vermehrung der Flotte; dagegen begehrtedie oranische Partei die Vermehrung der Landarmee,um sogleich Frankreich entgegen treten zu können,wenn dieses Miene machte, die Amerikaner zu unter-stützen. Das willkürliche u. gewaltthärige AuftretenEnglands gegen die N-, namentlich sein Übermuthgegen niederländ. Handelsschiffe bestimmte diese, dervon Katharina II. beabsichtigten bewaffneten Neu-tralität beizutreten, worauf England 20. Dec. 1780den N-n Leu Krieg erklärte; derselbe begann 1781,doch wurde er von Seiten der N. nur sehr lässig ge-
führt, da fast säinmtliche Admirale für die oranischePartei u. also für England waren; nur der Contre-admiral Zoutmann erfocht einen Seesieg bei Doq.gersbank, 5. Aug. 1781, über eine englische Flotte.Endlich konnten die N. durch außerordentliche Amstrengungcn und Geldopfer 1782 eine Flotte von 20Linienschiffen ».Fregatten auslaufen lassen. Indessendie manisch gesinnte Partei wußte jedes energischeAuftreten derselben zu vereiteln; die Partei der Pa-trioten wurde auch in den Gcneralstaaten stärker undsetzte dort die Anerkennung der Nordamerikanische»Union durch. Am 20. Mai 1784 kam der Friedevon Versailles zwischen England u. Frankreich unddessen Verbündeten, also auch den N-n, zu Stande.Die N. verloren Nagapatanam anfCoromandel. In-dessen mar die Erbitterung gegen die oranische Par-tei gestiegen. 1781 überreichte die Stadt AmsterdamWilhelm V. eine Bitte, dcnHerzog von Brauuschweigzu entserncn. Nun ertheilten zwar die Generalflaa-ren auf Veranlassung des Herzogs Amsterdam einenVerweis, aber die öffentliche Meinung erklärte sichgegen den Herzog u. nöthigte ihn, 1782 vom Haagnach Herzogenbnsch zu gehen. Die Staaten vonHol-land und Seeland erklärten nun dem Erbstatthalter,daß seine Empfehlungen zu Stellen künftig nicht mehrberücksichtigt werden würden, patriotische Vereinebildeten sich und der Mittelstand errang ein faktischesÜbergewicht über die Aristokratie. Die Unzufrieden-heit wuchs jetzt immer mehr, u. Geldern, sonst eineeifrige oranische Provinz, gab zuerst das Zeichen znmAufstand, entsetzte die oranische» Behörden, u. baldfolgten die übrigen Provinzen nach. Vergebens ließFriedrich d. G., als Oheim der Prinzessin von Ora-nien, eine Vorstellung durch seinen Gesandten ein-geben, vergebens suchte die oranische Partei die un-tere Volksklasse gegen die Bürger zu waffnen. Nunkam auch der Consultationsvertrag zur Öffentlichkeit,u. der Herzog von Braunschweig sah sich genöthigt,das Land zu verlassen.
Als Kaiser Joseph II., der den Barriörevertragschon vorher verletzt, 1783 die Abtretung mehrererlängs der Schelde liegender u. Liesen Fluß vertrags-mäßig (freilich zum Ruin Antwerpens) sperrenderSchanzen u. der Festung Mastricht, sowie 1784 dieEröffnung der freien Scheldeschifffahrt verlangte,riefen die Generalstaaten ihre Gesandten von Wienu. Brüssel zurück, sperrten mit bewaffneten Schiffendie Schelde u. rüsteten sich zum Kriege, indem eineAllianz mit Frankreich 10. Sept. 1785 zu Fontaine-bleau abgeschlossen wurde, welche jedoch weiter keineFolgen als Len Traktat von Paris (20. Sept. 1785)hatte, in welchem die N. gegen Bezahlung von 10Mill. Fl. im Besitze des Rechtes blieben, die Scheldeschließen zu dürfen. Die oranische u. patriotische Par-tei standen sich jetzt feindlicher als je gegenüber, eskam bald zu Thätlichkeiten, indem die Städte Elbnrgund Hattem, weil sie sich weigerten, Verordnungendes Statthalters anschlagen zu lassen, 1786 von denOranischen beschossen und geplündert wurden. In
Holland entsetzte man deshalb Wilhelm V. der Würde
des Generalcapitäns u. Admirals, und Utrecht thatbald dasselbe. Zwar standen Holland u. Utrecht rieProvinzen Geldern, Seeland, Groningen und Över-yssel entgegen, aber die republikanischen Provinzenwaren die mächtigeren. Da aber der größte Theilder republikanischen Truppen nur aus Bürgermili-