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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Niederlande.

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M bestand u. Frankreich zur Sendung der verlang-, ten Hilfe nicht zu bewegen war, Wilhelm V. dagegenf nach u. nach 5000 Mann der Patrioten zum Abfallverleitete u. 30,000 Mann Preußen unter dem Her-zog von Braunschweig sich für ihn bei Wesel sam-melten, wurde die Lage der Republikaner sehr schwie-rig. Da erschien 28. Juli 1787 die Prinzessin vonOranien an dem Trnppencordon u. verlangte nachdem Haag durchgelassen zu werden, man verweigerte

> ihr aber Len Durchzug. Jetzt forderte König Frie-drich Wilhelm II. von Preußen eine strenge Bestraf-ung dieser Handlung und eine Wiedereinsetzung desStatthalters in alle Würden, welches Ansinnen dieStände von Holland aber znrückwiesen. Darauf for-derte der Herzog von Braunschweig die Stände ans,sich binnen vier Tagen zu unterwerfen, u. als dieser

^ Vorschlag abgewiesen wurde, erfolgte die Invasion^ der Preußen im Sept. 1787. Der Rheingraf vonI Salm räumte Utrecht u. floh; die Stände von Hol-! land flüchteten nach Amsterdam. Die Preußen er-! oberten Gorkum 17. Sept. u. Haag am 18., führtendort den Statthalter in seine alte Residenz ein unddieser berief neue, unter seinem Einfluß gewählteStände von Holland, welche den Erbstatthalter wie-^ der in alle seine Würden einsetzten. An Frankreich

> erging eine Aufkündigung des bisherigen Allianz-tractats. Auch Amsterdam ergab sich den Preußendurch Capitulation. Während die Patrioten schaa-renweise flohen, hatte der Generalstatthalrer fast un-umschränkte Gewalt, welche 3. Juli 1788 zum Grund-gesetz der Republik erklärt wurde. Indessen wurdendie Hoffnungen der Patrioten durch die Franz. Re-

^ volution neu belebt u. schon 1. Febr. 1793 erklärte

. der Convent den Krieg an England n. den Erbstatt-

halter, u.sogleich wendete sich Dnmouriez gegen Hol-land. Miranda wurde aber bei Neerwinden geschla-gen. Ein englisches Heer landete in den N-n undBelgienn.wirkte, mit den Österreichern, einem CorpsPreußen und den Niederländern verbunden, gegenFrankreich. 1793 waren die Alliirten im Vortheil,i aber1794vereitelten Pichegru n.Jourdan alle Pläneder Gegner. Der Herzog von Jork u. der GeneralClerfait wurden geschlagen, der Prinz Josias vonKoburg zum Rückzug gcnöthigt, alle vorher erober-tenFestungen gingen wieder verloren u. dazu Ostende,Antwerpen und (3. Nov. 1794) Mastricht. Schonwährend des Sommers 1794 hatte sich Pichegru^ gegen die N. gewendet und 12. Oct. Herzogenbuscherobert. Grave, Venlo und Nimwegen fielen imLaufe des Jahres, 24. Dec. setzte sich Pichegru überdas Eis gegen Holland in Marsch, nahm die Bom-melinsel u. die Linien von Breda u. drängte die Hol-länder nach Willemstadt u. Gorkum. Darauf gingendie Franzosen über die Waal und unterbrachen dieVerbindungen zwischen den Engländern u. Nieder-ländern. General Daendels, ein Niederländer in fran-zösischen Diensten, forderte nun die Partei der Pa-^ trioten aus, sich für die Sache der Franz. Republikzu erklären; diese erhoben sich zuerst in Leyden undPflanzten 19. Jan. einen Freiheitsbaum auf. Utrechtergab sich, und Pichegru setzte die oranischen Behör-den ab u. Patrioten in solche ein. Amsterdam ergabsich u. bald war das ganze eigentliche Holland in derGewaltderFranzosen. DerErbstatthalterWilhelmV.

> hatte 1795 für sich und seine Söhne die bisherigen§ Aemter niedergelegt und sich zu Scheveningen nach

Parmouth eingeschifst. Die Engländer waren ansdem Lande getrieben. Eine Versammlung vorläufi-ger Abgeordneter erklärte 26. Jan. 1795 die Erb-statthalterwürde für aufgehobenund consti-tuirte sich als Batavische Republik. Diese be-stand ans dem Gebiet der Sieben Provinzen, mitAusnahme Mastrichts, und 16. Mai schloß Sieyeseine Allianz zwischen Frankreich n. der BatavischenRepublik. Die Begeisterung für die Republik kühltesich aber bald infolge französischerGewaltmaßregelnbedeutend ab: französische Intendanten und Eom-missare saugten das Volk aus, u. es mußten gegen100 Mill. Franken Contribution gezahlt, 30,000Mann Franzosen unterhalten und gekleidet werden.Sogleich nach dem Einrücken der Franzosen hatteEngland die Batavische Republik als feindlichenStaat betrachtet, u. bald durfte kein batavisches Schiffsich mehr in die offene See wagen. Im Sept. 1795wurde das Cap der guten Hoffnung durch den bri-tischen General Clarke genommen; der Versuch, das-selbe wieder zu erobern, mißlang. Ebenso nahmen1795 die Engländer die holländischen Ansiedelungenauf Malakka u. Malabar, 1795 u. 1796 in Ceylonund 1797 die Molukken, Verluste, welche zur Auf-lösung der Ostindischen Compagnie führten. Alsnach dem Siege des Directoriums in Paris 1797dort eine Art Oligarchie eingesührt wurde, wußtedie französische Regierung die batavische National-versammlung zu bestimmen, ebenfalls einDirec-torium einznsetzen. Mit der neuen Verfassung warindessen eine große Partei unter dem General Daen-dels nicht zufrieden u. von den französischen Trup-pen in Holland unterstützt, stürzte er die bisherigeRegierung n. ließ vom Volk ein neues Directoriumwählen. Das immer steigende Mißvergnügen ver-anlaßte indessen die englische Regierung, den Planeiner Landung britischer und russischer Truppen inNord-Holland zu entwerfen, und wirklich landeten17. Aug. 1799 12,000 Briten unter General Aber«cromby auf dem Helder, worauf die holländischeFlotte in dem Vlie u. eine andere Schiffsabtheilungin dem Nieuwen Diep sogleich die oranische Cocardeaufsteckte u. sich an den englischen Admiral Mitchelergab. Anfangs September landeten wiederum

12.000 Briten unter dem Herzog von Jork und

10.000 Russen unter General Herman auf dem Hel-der, erfochten anfangs einige Bortheile, wichen aberspäter zurück u. mußten bald ganz Holland räumen.Bonaparte, erster Consul geworden, begünstigte diearistokratische Partei. Der von dem batavischen Ge-sandten in Paris eingereichte neue Verfassungsent-wurf wurde von der Gesetzgebenden Kammer ver-worfen, worauf der Entwurf dem Volke vorgelegtu. mit großer Mehrheit angenommen wurde. EinStaatsbewind, ans zwölf Personen bestehend, standan der Spitze der Regierung, daneben bestand eineGesetzgebende Versammlung von 35 Personen. VierMinister, für das Auswärtige, den Krieg, das See-wesen u. das Innere, drei Finanzräthe, welche dasFinanzcollegium bilden, u. ein Generalschatzmeisterstanden dem Staatsbewind zur Seite; zwei Staats-räthe ordneten die Angelegenheiten der ost- u. west-indischen Besitzungen; der Gesetzgebende Körper er-ließ Gesetze, bestimmte die Abgaben rc.; die Ver-waltung in den acht Departements war besonderenBehörden übertragen; einNationalgerichtshos führte