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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Niederlande.

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land u. Drenthe gefolgt. Um diese Zeit trachtete Lud-wig XIV. darnach, das Spanische Reich ganz fürseine Familie zu erwerben, u. hatte König Karl II.von Spanien bewogen, seinen Enkel, Herzog Philippvon Anjou, zum Erben seiner Staaten zu bestimmen.Nach dem Tode Karls II., 1. Nov. 1700, erklärteLudwig XIV. den Generalstaaten u. England, daßer seinen Enkel Philipp als Erben der ganzen Spa-nischen Monarchie proclamirt habe. Die General-staaten weigerten sich anfangs, Philipp V. anzuer-kennen, allein als Ludwig XIV. im Febr. 1701 indie Barriereplätze in Belgien Plötzlich französischeTruppen einrücken ließ und die niederländischen Be-satzungen einschloß, so erkannten die Generalstaaten,um 10,000 Mann ihrer besten Truppen zu retten,Philipp V. als Erben der ganzen Spanischen Mon-archie an, u. England folgte hierin nach. Als aberLudwig die Gegenbedingungen der Generalstaatenund Englands verwarf, schlossen die Vereinigten N.erst mit Dänemark, später nach u. nach mit dem Kai-ser, Schweden, England und Preußen, wozu 1703noch Portugal und Savoyen traten, die neue GroßeAllianz. Frankreich aber erkannte nach Jakobs II.Tode (im Jan. 1701) dessen Sohn, den Prätenden-ten Jakob III., als König von England an. Mittenunter den Vorbereitungen zum Kriege starb Wil-helm III. 19. März 1702 ohne Kinder, u. nun er-hob sich die Lövensteinische Partei wieder. Die Ständebeschlossen, die alte Verfassung, ganz wie sie 1650 bis1672 gewesen war, wieder einzusühren u. sich selbstdie höchste Gewalt im Staate zu verleihen, die Leit-ung der auswärtigen Angelegenheiten u. der ganzenPolitik einem Groß - oder Rathspensionär zu über-tragen , als welcher Heinsius bestimmt wurde. DieStände von Holland erklärten 1703 den General-staaten, daß sie die Würde eines Statthalterssür immer abgeschasft hätten, u. die Stände vonSeeland, Utrecht, Geldern, Overyssel folgten ihnen.In dem sogen, manischen Erbfolgestreit entschied derKaiser für Friedrich I. von Preußen, welcher Morsu. Lingen in Besitz nahm, wogegen Johann WilhelmFriso vergeblich protestirte. Im Juli 1702 brach derSpanische Erbsolgekrieg aus, an dem auch die N.betheiligt waren; indessen schon 1706 machte Lud-wig XIV. den N-n Friedensanträge, welche derRathspensionär Heinsius anzunehmen riech, alleindurch England u. Österreich zerschlugen sich die Un-terhandlungen. 1707 wurde Johann Wilhelm Frisovon Sitz u. Stimme bei den Staaten von Holland,Seeland, Utrecht, Geldern, Overyssel ausgeschlossenund blieb nur, General der Infanterie. Nach demSturze Marlboroughs u. nach dem Tode des KaisersJoseph I. wurden neue Unterhandlungen 29. Jan.1712 eröffnet. Am 11. April 1713 schlossen die N.nebst England, Portugal, Savoyen u. Preußen denFrieden zu Utrecht mit Frankreich ab. Diesem ge-mäß sollten die Katholischen N. an das Haus Öster-reichübergebenwerden(Österreichische N.). Spanien«. die N. schlossen erst 26. Juni 1714 Frieden.

Nach dem Frieden wurde die holländische Armeeaus 30,000 Mann reducirt, davon stellte 1715 dieRepublik dem König Georg I. von England ein Hilfs-sorps von 6000 Mann gegen die Stuartische Parteiin Großbritannien u. bes. Schottland. Am 15. Nov.1715 kam zu Antwerpen auch der Barrierevertragmit dem Kaiser als nunmehrigem Herrn zu Stande.

Die N. genossen von nun an eines 30jährigen Frie-dens. Ludwig XIV. war 1715 gestorben, u. unterdem Regenten Philipp von Orleans kam 4. Januar

1717 die sogen. Triple-Allianz zwischen Frankreich,Großbritannien u. den N-n zu Stande. Am 2. Aug.

1718 trat auch der Kaiser Karl VI. bei, u. so wurdeie zur Quadruple-Allianz. Zwar war dieselbe ohneWissen der Generalstaaten abgeschlossen, doch tratenre ihr 1719 einzeln, bis auf Seeland, bei. Gegendie von Karl VI. zu Ostende errichtete ostindischeHandelsgesellschaft protestirten die Holländer verge-bens. 1726 schlossen die Staaten einen neuen Frie-den mit Algier, nachdem sie vergebens einen Bundzur Ausrottung der Seeräuber im Mittelmeer an-gestrebt hatten. Streitigkeiten mit Ostfriesland we-gen der holländischen Besatzungen in Emden u. Leerwurden 1729 vermittelt. 1731 hob Kaiser Karl VI.die Ostender Handelsgesellschaft auf, wogegen ihmEngland u. die N. die Pragmatische Sanction garan-tirten. Im Österreichischen Erbfolgekrieg bewahrtendie Generalstaaten zuerst strenge Neutralität, aber1743 siegte die Kriegspartei, u. die Staaten stelltender Kaiserin 20,000 MaunHilfstruppen. Frankreichsah jedoch dies als eine Kriegserklärung an, ein fran-zösisches Heer unter dem Marschall von Sachsen drangim Frühjahr 1744 in die Österreichischen N. ein undnahm Courtrai, Menin, Dpern, Fort Knoke u. Fur-nes. Die Geralstaaten wollten noch immer eine offeneKriegserklärung vermeiden u. gaben daher dem Gra-fen Moritz von Nassau geheime Befehle, Feindselig-keiten möglichst zu vermeiden, u. der Marschall vonSachsen fand im freien Felds wenig Widerstand. DieKriegserklärung Preußens gegen Österreich brachtedie Franzosen 1745 wieder in Vortheil und setzte siein den Stand, das englisch-österreichisch-holländischeHeer unter dem Herzog von Cumberland, dem Gra-fen Königsegg u. dem Fürsten von Waldeck 11. Mai1745 bei Fontenoy zu schlagen. Nun eroberten dieFranzosen säst ganz Belgien, n. zugleich mußten dieGeneralstaaten, wegen einer abermaligen Landungdes Prätendenten in Schottland, den Briten vertrags-mäßig 6000 Mann zu Hilfe senden. Im Winter1745 und 1746 eroberte der Marschall von SachsenBrüssel und nahm dort 12,000 Holländer gefangen.Die Mächte hatten 1746 einen Friedenscongreß zuBreda eröffnet, aber die Operationen im Felde gin-gen fort, und der Marschall von Sachsen tieß 1747Flandern angreifen. Der Marschall Löwendahl nahmSluys, Sas van Gent u. Hulst, sowie andere Plätzein Niederländisch Flandern und eroberte Bergen opZoom, während der Marschall von Sachsen die ver-bündete Armee unter dem Herzog von Lnmberlandbei Lawfeld 2. Juli schlug. Mastricht wurde 3. Mai1748 von den Franzosen erobert. Endlich kam derFrieden zu Aachen 18. Oct. 1748 zu Stande. Durchdenselben erhielten die Vereinigten N. die Barriere-plätze wieder, ebenso die von Frankreich in dem Ge-biet der Staaten gemachten Eroberungen.

Während des Spanischen Erbsolgekrieges u. nachdem Frieden von Utrecht stand der GroßpensionärHeinsius fünf Mal an der Spitze der Republik. 1720starb er; sein Nachfolger Hornbach war dem Andrin-gen der Öranischen Partei bei Weitem nicht so ge-wachsen. Schon 1718 hatte es diese durchgesetzt, daßder Erbstatthalter von Friesland, Wilhelm, ein sie-benjävriger Knabe, zum Statthalter von Groningen

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