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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Niederlande.

ten nun den jungen Wilhelm von Oranien als Kinddes Staates an u. übernahmen die Sorge für seineErziehung. Das Bllndniß mit Brandenburg u. dieHilfe Frankreichs gaben den Niederländern das Über-gewicht u. der Bischof von Munster war genöthigt, imApril 1666 Frieden zu schließen. Im Frühjahr 1666besiegten die Niederländer die engl. Flotte in einerviertägigen Schlacht, wurden aber bald darauf ge-schlagen. Gleichwol knüpfte der König Karl Friedens-unterhandlnngen in Breda an, und um dieselben zubeschleunigen, segelten 50 niederländ. Schiffe unterRuyter u. van Gend im Juli 1667 nach der Themseund richteten unter der engl. Flotte in Chatham einegroße Verheerung an, u. Ruyters weitere Helden-thaten führten zu dem Frieden von Breda, 31. Juli1667. Alles Genommene blieb im Besitze dessen,der es hatte, u. danach den Engländern die niederländ.Besitzungen in NAmerika.

Vermöge seiner Heirath mit einer span. Infantinmachte Ludwig XIV. nach dem Tode seines Schmie-gervaters Philipp IV. das in einigen Provinzen derKatholischen Sk. geltende Ansterberecht (Ins äsvolu-tionis) geltend, überzog die Katholischen N. im Mai1667 mit Krieg und eroberte mehrere Städte. So-gleich stellten die Geueralstaaten das alte Büudnißmit Schweden wieder her u. beabsichtigten dem vonKarl II. von Spanien vorgeschlagenen Bündniß bei-zutreten. Da de Witt einsah, daß die Oranische Par-tei auf die Berufung Wilhelms von Oranien zurStatthalterwürde hinarbeite, bewirkte er, daß dieStände von Holland im Decbr. 1668 das EwigeEdict gaben, wodurch verordnet wurde, daß niedie Würde eines Generalcapitäns u. Statthalters ineiner Person vereinigt sein dürfe. Am 23. Jan. 1668kam ein Bündniß zwischen England u. den N-n zuStande, worin sich beide verpflichteten, den FriedenFrankreichs u. Spaniens zu befördern. Nach meh-reren Unterhandlungen brachte die Triple-Alliancezwischen den N-n, England und Spanien es dahin,daß 2. Mai 1668 der Friede von Aachen geschlossenwurde, demgemäß Frankreich Burgund zurückgab,aber die in den Katholischen N-n gemachten Erober-ungen behielt, d. h. ganz Artois u. einige Plätze vonFlandern, Hennegaü, Namur und Luxemburg, wel-chen Theil man seitdem die Französischen N.nannte. Bei Ludwig XIV. waren indessen neue An-schläge auf die N. zur Reise gekommen. Er machtedaher Schweden dem Bunde abtrünnig u. bewog denKönig von England, sich 1670 mit ihm zu verbün-den; England sollte dann Seeland, Frankreich aberalles Übrige erhalten. Es begannen nun die Rüst-ungen u. Prinz Wilhelm vonOranien wurde zumGe'neralcapitän und Ober-Admiral, jedoch nur füreinen Feldzug, erwählt, u. de Witt brachte es dahin,daß 1670 das Ewige Edict auch auf andere Provin-zen ausgedehnt wurde (Acte der Harmonie). Wil-helm von Oranien hatte sich unterdessen nach Eng-land begeben, um zu versuchen, ob man nicht Karl II.von dem Bllndniß mit Frankreich abwendig machenkönne. Seine Reise war jedoch ohne Erfolg; Frank-reich und England schlossen mit Schweden, Kölnund Münster 1672 ein Bündniß und 12. April er-klärtendiesedenNiederlandendenKrieg.LudwigXIV.rückte mit 120,000 Mann gegen die Niederlandean und eine Reihe von Plätzen fiel in seine Hände.Durch Liese Ereignisse war die öffentliche Stimme

in den N-n gegen die Brüder de Witt eine sehr er-bitterte geworden; man hatte sie im Verdacht der ab-sichtlichen Vernachlässigung des Landheeres; u. endlich

wurde Cornelius deWitt, Bürgermeister inDordrecht

eines Vergiftungsversuchs gegen den Prinzen WillHelm beschuldigt u. 20. Aug.1672 bei einem Pöbel-aufstande mit seinem Bruder Johann ermordet.Schon 3. Juli 1672 wurde das Ewige Edict aufge^hoben, u. 4. Juli wurde Wilhelm III. von Ora-nien zum Statthalter von Holland, Seeland, UtrechtGeldern u. Overyssel erklärt. Obwol bei denKriegs-operationen nicht glücklich, gelangen ihm doch dieUnterhandlungen mit dem Kaiser Leopold und demKurfürsten von Brandenburg; er schloß mit diesenein Bündniß und erhielt deutsche Hilfe; der fernereKrieg, 1672—73, ging aber unglücklich; erst die Ver-heerungen der Pfalz Lurch die Franzosen rief dasDeutsche Reich und auch Brandenburg wieder zurKriegserklärung gegen Frankreich, den einzigen Feindder N. Die Feldzüge von 1674 u. 1676 wurden imGanzen mehr znmNachtheil der Verbündeten geführtu. endlich 10 . Aug. 1678 Frieden in Nimwegen mitSpanien u. Frankreich geschlossen, in welchem die N.Mastricht nebst Gebiet zurückerhielten. Der Statt-halter bekam nunmehr größeren Einfluß auf die Re-gierung. Weit wichtiger war die Erblichkeits-erklärung der Würde eines Statthaltersder vier Provinzen, des Generaladmirals u. Gene-ralcapitäns. Im Jahre 1677 vermählte sich Wil-Helm III. mit Maria, Tochter des Herzogs von Jork(nachmals Jakob II.). Ludwig XIV. begann nunwieder seine Umtriebe im Inneren der N., um derLövensteinischen Partei wieder Ansehen zu verschaf-fen, was ihm auch theilweise gelang. Dennoch kamein Handelsbüudniß zwischen Frankreich u. den N-nzu Stande. Die N. dagegen schlossen 1681 gegendie Errichtung der Reunionskammern den Associa-tionsvertrag mit Schweden, 1682 mit dem Kaiser u.Spanien, und endlich kam wegen der EinmischungLudwigs XIV. in die Erbschaftsstreitigkeitendes Hau-ses Pfalz 21. Aug. 1686 in Augsburg mit dem Kai-ser, Schweden n. den vornehmsten Reichsständen einBündniß gegen Ludwig XIV. zu Stande. In Eng-land brachte die Geburt eines (wie man glaubte) un-terschobenen Prinzen Unzufriedenheit hervor. Wil-helm III. benutzte mit kräftiger Unterstützung der N.dieselbe, um sich des englischen Thrones zu bemäch-tigen, u. landete 9. Nov. 1688 bei Torbay in Eng-land; Jakob II. floh, Alle eilten dem StatthalterWilhelm zu n. 23. Febr. wurde Wilhelm zum Kö-nig von England erklärt. Ludwig XIV. aber erklärte,nachdem er Wilhelm III. vergebens von dem Einfallin England abzuhalten versucht hatte, demselben 1688den Krieg; Wilhelm III. trat zur Großen Allianzvon ganz Europa gegen Ludwig XIV., welche 1691im Haag erneuert wurde, brachte durch seine Sub-sidien das verbündete Heer auf 220,000 Mann u. siegteanderBoyne1690 u. bei laHogue 1692, wurde dage-gen bei Steenkerken u. Neerwinden geschlagen u. schloßendlich nebst England u. Spanien 20. Sept. 1697 mitFrankreich den Separatfrieden zu Ryswijk. In die-sem Frieden wurde Wilhelm III. als König vonEngland anerkannt und den Niederländern mehrereBarriereplätze in Belgien bewilligt rc. 1696 warFürst Heinrich Kasimir gestorben und ihm JohannWilhelm Friso als Statthalter in Groningen, Fries-

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