Niederlande.
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tuqal 1641 einen zehnjährigen Stillstand, verlorenaber infolge eines hauptsächlich durch die Jesuitenaeleiteten Aufstandes die meisten ihrer brasilianischenBesitzungen; 1654 gingen die letzten verloren. Glück-licher waren die Flaggen der Staaten in Europa:Der Admiral-Lieutenant Tromp schlug die Spanierin zwei Seeschlachten.
Im März 1647 staub Friedrich Heinrich. Seinzweiter Sohn, Wilhelm II., folgte ihm aber erst1648 als Statthalter. Spanischerseits wurde Erz -Herzog Leopold Wilhelm in den Kathol. N-n
Oberstatthalter.
Am 30. Jan. 1648 kam in Münster der Frieden-wischen Spanien u. den N-n zu Stande, wonachdie vereinigten Sieben Provinzen nebst Drenthevon Spanien als freie und unabhängigeStaaten anerkannt, und der Status gno alsGrundsatz der Bestimmung der Grenzen angenom-iiien wurde, während auch das Deutsche Reich seineAnsprüche auf die Vereinigten Provinzen, als Theildes Bürgin,dischen Kreises, ganz fallen ließ.
Indessen hatte das Haus Oranien an Macht undAnsehen bedeutend gewonnen. Friedrich Heinrichhatte vorzüglich seinem Hause größeren Glanz undAussicht auf den erblichen Besitz der Vereinigten N.zu geben im Auge, auch eine Tochter Karls I., Kö-nigs von England, für seinen Sohn Wilhelm er-langt. Dieser trachtete nun in den Bereinigten N-nnach unumschränkter Herrschast, u. Streitigkeiten mitden Ständen der Prov. Holland gaben Anlaß, seinePläne zeitig auszuführen. Die ganze Provinz undbes. die Städte waren sehr gereizt, als Wilhelm denholländischen Admiral Cornelius de Witt, nur mitVorwissen der Geueralstaaicn, nicht Hollands, demer diente, verhaften und Johann de Witt, Bürger-meister von Dordrecht, nebst noch fünf Abgeordnetennach Wvenstein bringen ließ. Die Stände von Hol-land behaupteten nämlich, daß nur sie selbst in ihrenDiensten stehende Beamte verhaften dürften, u. dasVolk stürmte das Gefängniß des Admirals in Am-sterdam und setzte denselben gewaltsam in Freiheit.Darnach kam zwischen Wilhelm II. u. Amsterdamein Vertrag zu Stande, wodurch die beiden anti-oranischen Bürgermeister das Amt niederlegteu unddie sechs holländischen Abgeordneten vom Prinzenunter der Bedingung frei gegeben wurden, daß sieihren Stellen entsagten. Bald darauf, 6.Nov. 1650,starb Wilhelm II. Erst acht Tage nach seinem Todewurde sein Sohn Wilhelm geboren; die Mutter batvergebens die Stände, ihren Sohn in den Statt-haltereien zu bestätigen; Groningen u. Drenthe wähl-ten den Grafen Wilhelm Friedrich von Nassau.Die Oranische Partei unterlag nun, ihres Hauptesberaubt, gänzlich, u. die der Gegner gewann unterden Brüdern Jan und Cornelius de Witt die ent-schiedene Oberhand. Die neu organisirten General-staaten traten 1651 zu der Großen Versamm-lung zusammen, bestätigten die Union von 1570,behielten sich das Recht vor, Civil- (außer den Orts-Obrigkeiten) n. Militärstellen zu besetzen, und über-trugen die oberste Leitung aller Kricgsangelegenhei-ten dem Staatsrathe. Das engl. Parlament hattesich über den Schutz beschwert, welchen die OranischePartei dem nachherigen Karl II. angedeihen ließ u.Cromwell brachte alte Streitigkeiten wieder vor, sodaß cs schließlich zum Kriege zwischen England und
den Niederländern kam. Er begann von SeitenEng-lands Lurch Wegnahme mehrerer holländ. Schiffe,u. Anfang 1652 wurden alle niederländ. Schiffe inengl. Häfen mit Beschlag belegt. Admiral Trompsegelte nach Portsmouth, begegnete imKanal29.Maider engl. Flotte unter Blake, mit dem er noch vorder Kriegserklärung in ein unglückliches Gefecht ge-rieth. Der oranisch gesinnte Tromp verlor nun dasCommando und Ruyter und Corn. de Witt erhieltendasselbe. Als Beide im Octbr. 1652 von Blake ge-schlagen worden waren, erhielt Tromp das Com-mando wieder und besiegte die Engländer. 1653kämpfte Tromp wieder glücklich gegen Blake; imMai 1653 blieb aber der niederländ. Admiral Janvan Galen in einem siegreichen Gefecht gegen eineengl. Flotte auf der Höhe von Elba. Im Juni er-litt die holländ. Flotte nuterTromp, Ruyter u.Corn.de Witt von der engl. Flotte unter Monk u. Deanbei Nieuport und 10. Aug. 1653 zwischen Scheve-ningen und der Maasmündung völlige Niederlagen.Bereits 1653 hatte man Friedensnnterhandlnngenmit Cromwell angeknüpft, aber seine Bedingungenwaren zu übermüthig; endlich setzte Jan deWitt, seit1653 Rathspenstonär von Holland u. der erbittertsteGegner des Hauses Oranien, bei den Staaten vonHolland die von Cromwell entschieden geforderte Aus-schließung des dem engl. Königshause nahe verwand-ten Hauses Oranien 4. Mai 1654 durch. Währenddas Haus Oranien so in Holland unterlag, gewannes in Friesland und Groningen die Oberhand.
Unterdessen war der Krieg zwischen Frankreich u.Spanien immerfortgegangen; beide Theile beschwer-ten sich über die Niederländer, n. da Frankreich sichdurch Wegnahme holländ. Schiffe zu entschädigensuchte, erhielt Ruyter 1656 den Auftrag, Toulon zublokiren. Der niederländ. Consul wurde in Marseillevom Pöbel ermordet, die Niederländer dagegen leg-ten Beschlag auf das französische Eigenthum. 1656bemächtigten sich die Niederländer der letzten portu-giesischen Besitzung auf Ceylon. Endlich kam 1661ein Friede mit Portugal zu Stande, demzufolge dieN. 8 Mill. Fl. für die Abtretung Brasiliens u. freienHandel dahin erhielten. Um ihre Interessen in derOstsee zu wahren, schlossen die N. 1655 einen Ver-trag mitdem Kurfürsten vonBrandenburg, ».schickten1656, da die Schweden Elbing nahmen und KönigKarl Gustav sie ganz vom Handel jenseit des Sun-des auszuschließen drohte, eine Flotte unter Wasse-naer nach der Ostsee. Als Karl Gustav Dänemark1658 angrifs u. Kopenhagen belagerte, schlug Was-senaer die schwed. Flotte unter Wrangel; 1660 kamder Friede zu Stande. Ludwig XIV. war ein natür-licher Feind der N.; dennoch verbarg er anfangsseine Mahren Gesinnungen, suchte aber den Nieder-ländern überall zu schaden und nährte den UnwillenKarls II. von England gegen sie. Karl ließ auchwirklich 1664 gegen 100 niederländ. Schiffe u. ver-schiedene niederländ. Colonien wegnehmen, u. 1665erfolgte die Kriegs-Erklärung Englands an die N.In einer Seeschlacht anden Maasmündungen, welcheder Herzog von Jork 13. Juli 1665 gewann, ver-loren die Niederländer 18 Schiffe und 6000 Mann,u. Ruyter erhielt nun den Befehl zur See. Unter-dessen war Bernhard v. Galen, Bischof von Münster,mit 18,000 Mann in Zütphen und Overyssel einge-fallen u. belagerte Groningen. Die Stände erkann-