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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Niederlande.

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Frankreich eins Allianz. Der niederländischeHandelwar während desKrieges immer gewachsen, u. 2000Schifft wurden während des Krieges neu gebaut.Fast der ganze Kornhandel mit den Ostseehäsen warin den Händen der N., u. die Niederländer genossenin den spanischen Häsen u. den spanischen Coloniengleiche Rechte mit den Spaniern. Moritz operirteindessen mit Glück weiter, siegte 1597 bei Turnhoutu. eroberte einige feste Plätze, dagegen sahen sich dieN. durch den Frieden von Verviers Frankreichs alsMitten beraubt. Im Jahre 1598 erfolgte die Ab-tretung der Spanischen N. an Jsabella ClaraEugenia, die Tochter Philipps II. und Gemahlindes Erzherzogs Albrecht. Diese Heirath erregte aberwenig Freude bei dem mißtrauischen Volke, denn eszeigte sich bald, daß die Infantin ihre Instructionvon Madrid bekomme. Der Krieg wurde fortgeführt:aber Zwistigkeiten zwischen dem Erzherzog und demBefehlshaber der spanischen Truppen, sowie Meu-tereien unter den Truppen hemmten die Unternehm-ungen der Spanier, wie Finanzverlegenheiten undinnerer Zwist auch die Operationen der Niederlän-der. Eine der ersten Regierungshandlungen Phi-lipps III. in den N-n war, daß er den bisher vonden Vereinigten N-n betriebenen freienHandel in sei-nen Staaten untersagte, alle Schiffe derselben weg-nehmen und die Schiffer in Fesseln schlagen ließ.Ähnliches sollte auch in den Katholischen N-n ge-schehen. Da beschlossen die vereinigten Provinzen,sich die Handelsquellen mit Gewalt zu offnen. InAmerika, West- u.Ostindien thaten sie den Spaniernungemeinen Abbruch, ja sie gründeten in Asien selbstNiederlassungen. Dies vcranlaßte die Gründung derOstindisch-Holländ. Handelsgesellschaft (20. März1602). In Europa war unterdessen die spanischeFlotte des Genuesen Friedrich Spinola bei Vlissin-gen gänzlich geschlagen worden; der Graf LudwigvonNassau nahm im Jan. 1600 Wachtendonk n. Mo-ritz Crevecoeur u. die Audreasschanze. Der Haupt-gegenstand der Unternehmungen war aber der Ent-satz von Ostende, welches der Erzherzog Albrecht be-lagerte. Obgleich Moritz bei Nieuport 2. Juli 1600siegte, mußte sich die Stadt doch, als Spinola derBesatzung die Zufuhr zur See abschnitt, 2. Sept.1604 ergeben. Eine weitere ungünstige Thatsachefür die N. war der am 28. Aug. 1604 zwischen Ja-kob I. von England u. Spanien geschlossene Frieden.Zur See waren die Niederländer auch dieses Jahr-glücklich. Sie vereitelten eiuenVcrsuch der Spanier,in den N-n zu landen, und fingen mehrere spanischeKaper. 1607 erfocht der Admiral Jak. van Heems-kerk einen Seesieg bei Gibraltar über die Spanierunter Davila, blieb aber selbst. Zu Lande versuchte1606 Spinola über die Waal, den Rhein u. die Isselin dieN. einzudringen; aber vouMoritz an derMeloufgehalten, nahm er nur Groenlo und Rheinbcrg.Bald darauf trat Geldmangel bei den Spaniern ein,so daß wieder ganze Corps rebellirten und übergin-gen. Diese Umstände, bes. aber Geldmangel u. Eifer-sucht auf Frankreich bewogen Philipp III., an denFrieden zu denken. Erzherzog Albrecht sendete daherden FranciScaner-Provinzial Joh. Netzen an dieGeneralstaaten, und durch die Fürsprache Olden-barneveldts und nach längeren Verhandlungen kamendlich mit Moritzens Genehmigung 13. März und24. April 1607 ein Waffenstillstand auf 8 Monatd

zu Stande, während der Krieg zur See sortdauernsollte. Jm Febr. 1608 langten die spanischen Bevoll-mächtigten Spinola u. Richerdot im Haag an. Auchein franz. Gesandter, Jeannin, erschien im Haag;denn um mehr Einfluß zu gewinnen, hatte Hein-rich IV. 23. Jan. 1608 den Generalstaaten verspro-chen, den N-n den möglich vortheilhaftesten Friedenzu verschaffen u. ihnen, wenn dieser gebrochen würde,mit 10,000 Mann Hilfe zu leisten. Obgleich in denN-n eine Kriegs- u. eineFriedenspartei (letztere mitOldenbarneveldt an der Spitze) sich gegenüberstan-den und die Unterhandlungen zweimal abgebrochenwurden, kam 9. April 1609 ein neuer Waffenstill-stand zu Antwerpen zwischen den N-u u. dem Königvon Spanien u. dem ErzherzogAlbrechtauf 12 Jahrezu Stande. Der Handel in Europa, jedoch nicht dernach den spanischen außereuropäischen Besitzungen,sollte frei sein, u. s. w. Geheime Artikel besagtenaußerdem noch, daß die Übung der katholischen Re-ligion in Brabant, soweit dies unter die Herrschaftder Generalstaaten kam, auf dem platten Lande frei-gegeben werden, dagegen denN-nfreierHandel nachOstindien zugestanden sein solle.

Nun war die Anordnung der innerenNegieruugs-vcrhältnisse in denN-n dieHauptsache. Hier standensich zwei Parteien gegenüber: die der Aristokra-ten, welche eine oligarchische Republik ohne Fürstenwollte, u. die der Oranisten, zu welchen das Volku. dieTruppen gehörten, mit monarchischer Tendenz.Bald mischten sich religiöse Streitigkeiten in die po-litischen, da sich die Calvinisten in die Parteien derÄrminianer u. Gomaristen theilten u. sich anfeinde-ten. Am bedeutendsten wurden diese Unruhen 1610in Utrecht und nöthigten den Prinzen Moritz, eiuzu-schreiten. In anderen Städten, wie in Amsterdamund im Haag, bemächtigten sich die Gomaristen mitGewalt der Kirchen. Die vom Volke verfolgten Ar-minianer reichten 1610 eine Vorstellung (Remon-stration) ein u. wurden deshalb Remonstranten, dieGomaristen aber von einer Gegenschrift Contra-Re-monstranten genannt. 1617 verlangte man allge-mein eine Kirchenversammlung. Zugleich wurde aufBetrieb Oldenbarneveldts durch einen Beschluß derStände („scharfe Resolution") Len Obrigkeiten derStädte gestattet, zu ihrer Sicherheit gegen die an-dere Partei Stadtsoldaten (Waardgelder) anzuwer-ben. Moritz sah die Nothwendigkeit ein, in diesemkirchlichen Zwiespalt Partei zu ergreifen, u. wurdeFührer der Gomaristen; Oldenbarneveldt aber tratals Haupt der Ärminianer auf. Die erste MaßregelderGomaristen war nun, auf Abschaffung der Stadt-wachen zu dringen, dann entsetzte Moritz 1618 diearminianischen Stadtregierungen zu Nimwegen, Ut-recht rc., u. endlich 29. Aug. 1618 wurden Olden-barneveldt, Hogerbeets, Pensionär vonHaag, HugoGrotius u. Leedenberg verhaftet und theilweise nachSchloß Lövenstein geschafft (weßhalb diese Parteisich Lövensteincr nannte). Man machte den Ge-fangenen nun den Proceß, und 24 Richter er-klärten sie für schuldig. Oldenbarneveldt wurde 19.März 1619 enthauptet, Hogerbeets und H. Grotiuszu ewiger Gefangenschaft aus Lövenstein verurtheilt(Letzterer entfloh jedoch); Leedeuberg hatte sich ausFurcht vor Strafe entleibt. Die Nationalsynode zuDordrecht verurtheilte den Arininianismus u. ver-folgte dessen Anhänger.