Niederlande.
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endlich ergab sichdieStadt, durchHnnger genöthigt,17. Juli 1573, worauf der Magistrat u. die Hälfteder Einwohner hiugerichtet wurden. Alkmaar schlugden Angriff von 16,000 Spaniern ab, n. bald dar-auf (28. Aug.) wurde die spanische Flotte auf derZuidersee geschlagen, und der spanische Statthaltervon Holland, Graf Bossu, bei einem anderen See-gefecht in derZuidcrsee gefangen. Durch alle dieseUn-^ fälle verdrießlich gemacht,forderte u. erhieltAlba seineEntlassung; während seiner Herrschaft sollen 18,600Menschen hingerichtet worden sein. Albas Nach-folger in der Statthalterschaft, Luis von Zunigay Requesens, machte Friedensvorschläge, die je-doch von den 7 Provinzen verworfen wurden, wieauch seine 1574 erlassene Amnestie wirkungslos blieb.Unterdessen wurde Middelburg von Wilhelm vonOranien erobert; dagegen wurden 9000 Mann un-ter Graf Ludwig von Nassau 14. April 1574 ans derMookerheide, unweit Nimwegen, von dem spanischenGeneral d'Avila geschlagen u. der Graf selbst, sowiesein Bruder Heinrich und Prinz Christoph von derPfalz getödtet. Trotz eines Seesieges der Niederlän-der bei Antwerpen kam es aber zur Belagerung vonLeyden durch Francisco Valdez, doch die Bürgerwehrten sich tapfer u. die Stadt wurde 3. Oct. ent-setzt. Nun räumten die Spanier Holland bis aufAmsterdam und Haarlem. Die Stände Hollandsschlossen aber den Vertrag von Dordrecht init Wil-helm von Oranien, worin sie die Verwaltung derEinkünfte, auch Einsicht in die Kriegsoperationenerhielten. Philipp II. versuchte nun endlich mit denN-n zu unterhandeln u. wollte ihnen Generalpardon,
' die Erhaltung der alten Privilegien, selbst die Ent-fernung der spanischen Truppen bewilligen, u. unterVermittelung des Kaisers Maximilian II. kam wirk-lich 1575 der Congreß in Breda zu Stande, scheiterteaber bald an der religiösen Unduldsamkeit Philipps.DerKrieg begann daher von Neuem. Jndeß warendie Kräfte der N. fast erschöpft, daher boten die 7Provinzen noch 1575 der Königin Elisabeth vonEngland, u. als diese mit der Antwort zögerte, 1576dem König von Frankreich ihre Unterwerfung an,der ebenfalls eine ausweichende Antwort gab. Aberauch bei den Spaniern war große Erschöpfung sicht-bar. Am 5. März 1576 starb Reqnesens, und derAusstand der spanischen Truppen, wegen rückständi-ger Löhnung, verbreitete Entsetzen. Antwerpen(4. Nov. 1576) und Mastricht wurden geplündert(Spanische Furie). Um sich vor ähnlichen Erfahr-ungen zu schützen, verbanden sich die Stände vonFlandern, Brabant, Hennegan, Lille, Donai, Or-chies, Namur, Tournai, Utrecht und Mccheln 1576in der Genter Pacisication mit den bereits imAusstande begrifsenenProvinzen. Friesland u. Gro-ningen traten 1578 auch bei. Infolge des GenterBundes wurde der Krieg von Holland nach Belgiengespielt, u. der Prinz von Oranien eroberte 1577 dieletzten in Holland den Spaniern gebliebenen Städte.Schon im Nov. 1576 hatte Philipp II. seinen Bru-der Don Juan d'Austria zum Generalstatthalterder N. bestellt. Dieser ertheilte zwar 12.Febr.1577durch den Frieden znAntwerpen u. Brüssel das sog.Ewige Edict, welches alle Rechte der niederländi-schen Provinzen bestätigte, aber auch nur die Aus-übung der katholischenReligion zugestand. Die nörd-lichen Provinzen nahmen daher das Edict nicht an.
Don Juan d'Austria suchte nun sich mehrerer Plätzezu bemächtigen, was ihin zwar mit Namur u. Char-lemont gelang, aber auch zugleich die durch die GenterPacisication Verbundenen bewog, sich durch die B r ü s-seler Union noch enger zu verbinden, worauf diespanische Partei aus Antwerpen, Breda, Bergen opZoom n. selbst aus Brüssel vertrieben, u. Wilhelmvon Oranien von ihnen zum Regenten von Brabanternannt wurde. Dagegen wählten die damit unzu-friedenenKatholiken, an ihrer Spitze der Herzog vonAerschot, in ihrenProvinzenden Erzherzog Matthias,den Neffen Philipps II.. gegen dessen Billigung zumOberstatthalter, und Don Inan behauptete sich inLuxemburg u. Namur. Die Niederländer baten dieKönigin Elisabeth von England von Neuem um Untcr-stlltzung, n. diese bewilligte ihnen auch 7. Jan. 1578eine Anleihe von 100,000 Pfd. u. 6000 Mann Hilfs-trnppen. Unterdessen hatte Don Inan ans Spanienu. Deutschland Verstärkungen erhalten, u. damit schluger nun die Niederländer 31. Jan. 1578 bei Gem-bloux u. eroberte darauf Gembloux, Löwen, Diest,Limburg, Philippeville u. m. a. Städte. In dennördlichen N-n hatte dagegen die Sache der Auf-ständischen Fortschritte gemacht: schon früher hattensich Utrecht, Amsterdam u. mehrere katholische Städtedenselben angeschlossen, jetzt thaten dasselbe auch Gro-ningen u. Friesland. Kaum waren dieProtestantenaber im Besitze dieser Städte, als sie die katholischeReligion überall abschafften. Auch in Gent fand einähnliches Verfahren statt. Hierdurch aufgeregt, bil-deten die katholischen Stände in Artois, Hennegann. SFlandern die Partei der Malcontenten undführten gegen die Calvinisten, des. gegen die Genter,den erbittertsten Religionskrieg. Gleich nach derSchlacht von Gembloux hatte sich der Herzog FranzHercules von Anjou erboten, den Niederländern zuHilfe zu kommen; die katholische Partei hatte seineHilfe angenommen und einen Vertrag mit ihm ge-schlossen, nach welchem er die Aussicht auf die Ober-statthalterstelle haben sollte; allein durch die Schwie-rigkeiten, welche er vorfand, sowie durch die ErfolgeWilhelms von Oranien wurde er so entmuthigt, daßer nach Frankreich zurückkehrte und seine Truppenden Malcontenten zurllckließ. Der Herzog JohannKasimir von Pfalz-Zweibrücken, der mit Truppenin den N-n erschien, nahm ebenso wenig an denKriegsereignissen theil. Am 1. Oct. Oct. 1578 st.Don Inan d'Austria. Der Herzog AlexanderFarnese folgte ihm, u. durch seinBetreiben schlossenArtois, Donai u. Henncgau 1579 ein neues Bünd-nis), wodurch sic sich verpflichteten, zwar die nieder-ländische Freiheit aufrecht zu erhalten, aber Reli-gionsduldung nicht zu gestatten. Diesem Vereinstellte Oranien 23. Jan. 1579 die Utrecht er Uniongegenüber, wodurch sich Geldern, Holland, Seeland,Utrecht und Friesland zur Vertheidigung gegen dieSpanier und Gewinnung der Religionsfreiheit ver-banden, jedoch ohne sich von Spanien ausdrücklichloszusagen. Utrecht sollte der Versammlungsort derGeneralstaaten sein. Später traten auch Gent, Ven-lo, Ipern, Antwerpen u. Brügge dem Vereine bei.Diese Utrechter Union verband die Provinzen Gel-dern, Holland, Seeland, Utrecht, Overyssel, Fries-land, Groningen u. Drenthe eng mit einander (wo-beiDrenthe nicht stimmfähig war u. daher auch nichtmit gezählt wurde). Die katholischen Provinzen