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Niederlande.
Schwester Margarethe aber, von Frankreich ver-schmäht, heirathete den Jnfanten Johann, muth-maßlichen Erben Spaniens. Doch schon 1500 starbdieser kinderlos, Philipp bald darauf 1506, u. nunerhielt seine Schwester Margarethe in den N-ndie Regentschaft und die Vormundschaft über seinenunmündigen Sohn Karl. 1512 wurden die Erb-besitzungen des Hauses Habsbnrg und der N. unterdem Namen Burgundischer Kreis zu einemKreise des Deutschen Reiches gebildet, nur Ostfries-land blieb unter seinen eigenen Fürsten beim West-fälischen Kreise. Karl trat 1515 die Regierung inden N-n an, überließ aber seiner Tante Margarethefortwährend die Statthalterschaft u. wurde 1519 alsKarl V. Kaiser; zwar gelang es ihm nicht, die ra-schen Fortschritte, welche die Reformation hier machte,zu hemmen, dagegen unterdrückte er die Wieder-täufer, welche sich seit dem Jahre 1531 in Fries-land und Holland verbreiteten, unterwarf Fries-land, erwarb 1528 die weltliche Herrschaft des Bis-thums Utrecht, der Provinzen Overyssel, Drentheu. Groningen u. verband nach dem Tode des Her-zogs Karl von Geldern dessen Land 1543 mit denN-n. 1539 demüthigte Karl Gent. Nach dem Todeseiner Tante Margarethe (1530) ernannteKarl seineSchwester Maria, Königin von Ungarn, zur Statt-halterin, mit Ausnahme von Holland u. Friesland,welchen Provinzen er Rene, Graf von Nassau undFürst von Oranien, als einen besonderen Statthal-ter gab. 1549 vereinigte Karl die 17 nieder-ländischen Provinzen (Brabant, Limburg,Luxemburg, Geldern, Flandern, Artois, Hennegau,Holland, Seeland, Namur, Zütphen, Friesland,Mecheln, Utrecht, Overyssel, Groningen u. Drenthe),verband sie als BurgundischenKreis mit dein Deut-schen Reiche u. setzte durch die Pragmatische Sanc-tion die Erbfolge fest. 1555 trat er seinem SohnePhilipp die N. ab, der es nicht wie der Vater ver-stand, sich die Liebe des Volkes zu erwerben, u. alser die von Karl bereits eingeführte, aber sehr milde,nur als geistliches Gericht gehandhabte Inquisitionmit aller Strenge wieder herstellte, rief dies den Wi-derstand der Stände hervor, worüber Philipp dieN. verließ (1559) und Karls V. natürliche Tochter,Margarethe, Herzogin von Parma, zur Ober-statthalterin u. Regentin ernannte n. ihr den Staats-rath , den geheimen Rath n. den Finanzrath zuord-nete. Mitglieder des elfteren waren der Graf Eg-mond, Statthalter in Flandern u. Artois, Wilhelmvon Oranien, Statthalter von Holland u. Seeland,und Philipp von Montmorency-Nivelle, Graf vonHoorn, Admiral von Flandern; neben ihnen ließ erden Cardinal von Granvella als Nathgeber Marga-rethens zurück u. gab den Befehl, daß die spanischenGarnisonen (den Privilegien der Niederländer ent-gegen) in den bedeutenderen niederländischen Plätzenbleiben, die Staaten so selten als möglich berufen,die Abgaben den Provinzen einzeln auferlegt wer-den sollten. Bald zeigten sich die Symptome desausbrechenden Widerstandes. Die Provinz Hollanderneuerte die Bitte, die spanischenRäthe u. die frem-den Truppen zu entfernen, u. erhielt wirklich 1560Letzteres. Wilhelm vonOranien, Egmond u.Hoornweigerten sich, neben Granvella dem Staatsrathe bei-zuwohuen, u. dieselben brachten ihre Klagen unmit-telbar an Len König. Philipp gab der allgemeinen
Stimme nach und rief Granvella im März 1564zurück. Aber die Unzufriedenheit wich nicht u. derAdel stiftete bei der Vermählung des Sohnes derRegentin, des Prinzen Alexander von Farnese, imHause des Grafen von Kuilemburg 4. Nov. 156»einen Bund, Kompromiß, wodurch sie Abschaff-ung der Inquisition u. religiöse Duldung erlangenwollten. 400Edelleute, Geusen genannt, den Gra-fen von Brederode und Ludwig von Nassau an derSpitze, übergaben der Regentin 5. April 1566 dieBitten des Vereins. Diese"antwortete ausweichend.Der König aber, durch den indessen ausgebrochenenBildersturm erbittert, schickte 1567 den Herzog Albamit 10,000 Spaniern nach den N-n, worauf Mar-garethe das Land verließ. Alba folgte ihr nun alsStatthalter. Er begann damit, einen Rath der Un-ruhen (Blutrath nannte ihn das Volk) niederzusetzen,dessen Präsident der Spanier Vargas war. Nach demvon diesem Gericht angenommenen Verfahren wa-ren fast alle Niederländer des Todes schuldig. Eg-mond u. Hoorn waren in Brüssel geblieben, Beidewurden aber 9. Sept. 1567 verhaftet und 5. Jnni1568 enthauptet. Eine neue Verfolgung begannnun; Prinz Wilhelm von Oranien, Ludwig vonNassau u. fast alle niederländischen Großen wurdenvor Vargas' Tribunal geladen, und da sie nicht inPerson erschienen, ihre Güter eingezogeu, ihre An-gehörigen verhaftet u. nach Spanien abgeführt; keinBürger der N. war mehr der Güter, der Freiheit u.des Lebens sicher. Solche Maßregeln verstärkten dieGegenpartei, und der Niederländische Befrei-ungskrieg begann. Nicht nur wanderten Tausendeaus, sondern es strömten auch Viele zu Wilhelm vonOranien, u. bald fiel dieser, durch deutsche u. fran-zösischeProtestantenunterstützt,mit20,000inDeutsch-land gesammelten Kriegern in die N. ein, und seinBruder, Ludwig von Nassau, bemächtigte sich Fries-lands, wurde aber nach einem am 24. Mai 1568bei Heyligerlee erfochtenen Vortheil 21. Juli bei Jem-gum an der Ems geschlagen. Wilhelm vonOranienselbst wurde durch Mangel an Geld zum Rückzügenach Frankreich genöthigt, wo er seine Truppen ent-lassen mußte. Die Sache der Niederländer schien ver-loren; nur von denMeergeuseu wurde der Wider-stand noch fortgesetzt und zwar in furchtbarer Weise.AnfSpaniens Andriugeuverschloß ihnenjedoch1572die Königin Elisabeth die britischen Häfen. Dadurchin Verlegenheit gebracht, überfielen die Meergeusen1. April 1572 Briel, setzten sich dort fest, schlugenden Angriff der Spanier ab u. gewannen Vliessingenu. fast ganz Seeland. Nun erhob sich auch das ganzeöstliche Friesland; die Mehrzahl der holländischenu. geldernschen Städte (mit Ausnahme Amsterdams)vertrieb od. tödtete die spanischen Besatzungen. Wil-helmvonOranien,deriudesfenMons erobert, abersichwieder zurückgezogen hatte, schloß nun mit den zuDordrecht versammelten holländischen Ständen einenVertrag, woruach er die Regierung ergriff u. schwur,die Privilegien zu achten. Nun wurde Albas Sohn,Friedrich, mit einemHeere abgesendet, Mecheln wardüberfallen u. ausgeplündert, Dendermonde u. Ouden-
aarde ergaben sich, Does wurde erobert. Zütphenu.Naarden capitulirten, wurden aber ausgemordet.Haarlem vertheidigte sich 7 Monate lang, selbst dieFrauen unter Anführung der Wittwe Hesselaer hat-ten Compagnien errichtet u. stritten gleich Männern;
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