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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Niederlande.

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rmd 4^—47; lopoAraxkrisebs ^.tkno van sieb Xon.äer sissäsrkanäsn, 1 :200,000, herausgegeb. vomKrieasministerium, s'Gravenh. 1876.

(Geogr.) Schroot. (Verfassung) Saga!.

Niederlande (Gesch.). N. war von Germanenbewohnt, die nach Vertreibung der Kelten ungefährEnde des 2. Jahrh. v. Chr. dahin kamen. Zur ZeitCasars bewohnten die Bataver, welche die früheren, Chauken verdrängt hatten, die eigentliche Insnka^ Latavoruin zwischen Maas, Waal und Rhein, dieCaiminefaten die Gegend bei Leyden, Arnheim u.Utrecht, die Friesen Nordholland, Groningen, Over-yssel und Drenlhe, die Bructerer die GrafschaftenMphen u. Bentheim. Südl. u. westl. des Rheinswohnte der Stamm der Velgen, und ihr Gebiet ge-hörte als 6ailia bolZiea zu Gallien; westl. am Aus-flug der Maas u. Schelde wohnten die Toxandrer;öfll. von ihnen, in NBrabant u. bei Venlo, die Me-napier; an der äußersten SOGrenze der N., imLimburgischen, die Aduatiker (Tungrer). Die mei-sten dieser Stämme unterwarf Cäsar 55 v. Chr.;ob dieser selbst die Insuka, Latavornm je betreten,ist ungewiß. Drusus unterwarf die Friesen, Libe-rins die Canninefaten u. Aduatiker u. Germanicnsvollendete die Unterjochung. Aber die durch die Hab-sucht der Römer gekränkten Bataver erhoben sichSd n.Chr. unterClaudiusCivilis, einemEdeln,schlugen dieRömer unter Mummius Lupercus u. be-lagerten, verstärkt durch Landsleute, welche im rö-mischen Heere gedient hatten, das Castell Vstsraeastra. Nach Kurzem aber wurde, wegen des Ab-falls der Gallier von den Batavern, Civilis von den» Römern unter Cerealis geschlagen, u. es kam, nach-dem Cerealis in die Irwulu, Labavorum eingerücktwar, zu einem Friedensschlüsse, in dessen Folge dieBataver u. übrigen Völker unter die römische Herr-schaft zurückkehrten.

Die Völkerwanderung berührte auch die N.; dieFranken bemächtigren sich 244 eines Theils der Ba-tavischen Insel; zwar vertrieben die Römer sie wie-der, aber wiederholt kehrten sie zurück und nahmenendlich zu Anfang des 4. Jahrh. die alten Völker-stamme in sich u. ihren Namen auf. Nur dieFriesenerhielten sich bis in das 7. Jahrh. unabhängig vonden Franken und lebten in steten Kämpfen mit den-selben; Karl d.Gr. trieb sie aus ihrem Lande längsder Waal u. Maas, setzte im Bataverlande und inSeeland Grafen ein u. schloß endlich einen Vergleichmit ihnen, dem zufolge sie zwar sich den Frankenlehnspflichtig erklärten u. das Christenthum annah-men, aber einen Verein freier Kantone bildeten,welche ihre Obrigkeiten n.Heerführer selbst wähltenu. in freier Volksversammlung ihre Beschlüsse faß-ten. 810 verheerte der Normannenkönig Gottfried,indem er bis an die Mosel vordrang, die N.; Lud-wig derFromme gab dem vertriebenen DänenkönigHarald u. seinen Brüdern Ländereien in Frieslandi u. Seeland u. reizte so die Normannen zu späteren^ Einfällen. Bei der Theilung des Fränkischen Reichsdurch den Vertrag von Verdun 843 kamen die N.an Lothar I. Dessen Reich wurde wieder getheilt;Lothar bekam die Länder zwischen Rhein, Maas u.Schelde bis zur Rhone u.Saone. Nach dessen Tode(855) theilten Karl der Kahle u. Ludwig der DeutscheLothringen unter einander. 879 nöthigte aber desLetzteren Sohn, Ludwig der Jüngere, König der Ost-

franken, seine Vettern Ludwig III. und Karlmann,ihm WLothringen abzutreten, u. wurde so Herr derganzen N. Die deutschen Könige ließen das Landdurch Grafen od. Herzoge regieren, u. nach u. nachentstanden mehrere Dynastien, so in Nieder-Lothrin-gen oder Brabant, Luxemburg, Limburg u. GeldernHerzogthümer; in Flandern, Holland, Seeland, Hen-negau, Artois, Namur und Zütphen Grafschaften;Friesland blieb ferner frei, Utrecht aber ward einBisthum und hatte die Herrschaft über Overyssel,Drenthe u. Groningen. Die mächtigsten unter diesenDynasten waren die Grafen von Flandern; alsdieselben 1384 im Mannesstamme mit Ludwig Male-anus ausstarben, brachtedessen Tochter Margarethemit ihrer Hand die Grafschaft Flandern dem HerzogPhilipp von Burgund zu, worauf die Herzöge vonBurgund im 14. und 15. Jahrhundert durch Kaufoder Heirath und Vertrag die anderen Theile desjetzigen Belgiens (Luxemburg, Hennegau, Artois u.Namur) auf ähnliche Weise erwarben u., mit Aus-nahme der Enklaven der Bischöfe von Lüttich u. Ut-recht, die ganze Länderstrecke von den Ardennen biszum Meer unabhängig u. nur dem deutschen Kaiserlehnbar besaßen, bis nach dem Tode Karls desKüh-nen(1477) Frankreich,Artoisu.das eigentliche Bur-gund u. die Franche Comte als Mannslehn einzvg,so daß dessen Tochter Marie nur die N. (Brabant,Flandern, Hennegau, Namur, Limburg, Luxemburg,Seeland u. Holland) verblieben; hierzu kamen 1493wiederArtois u. 1515 Friesland. Maria heirathete1478 den Erzherzog Maximilian von Österreich, u.dieser bestätigte alle Privilegien der Stände. Beiihrem Tode (1482) hatte Marie zwar ihren Gemahlzum Vormunde über ihre Kinder, Philipp u. Mar-garethe, gesetzt, doch erkannten die Stände diesenals solchen nicht an, gaben den Kindern eigenmächtigErzieher u. schlossen sogar 23. Dec. 1482 den Ver-trag von Arras, durch welchen die Prinzessin Mar-garethe dem Dauphin zur Ehe gegeben werden sollte.Bald darauf brachen die Zwistigkeiten mit den Stän-den offen aus, und Maximilian eroberte Gent, dasihn 1485 als Vormund seines Sohnes anerkannte,wogegen er die Privilegien Flanderns bestätigre.Aber 1486 brach der Ausstand wieder aus, die Bür-ger von Brügge nahmen 1488 Maximilian gefan-gen, hielten ihn in Haft u. richteten seine Räthe un-ter seinen Augen hin; erst nach 4 Monaten entließensie ihn, nachdem er 16. Mai durch Vertrag ver-sprochen hatte, seine Truppen aus den N«n zu ziehenu. die Vormundschaft über seinen Sohn den Ständenzu überlassen. Die dem Sohne angethane Schmachrächte sein Vater, Kaiser Friedrich III., u. sein Heer-führer, Herzog Albrecht von Sachsen, unterwarf1489 Gent, Brügge u. Aper». Nach Abschluß desFrankfurter Friedens mit den Ständen setzte Maxi-milian Len Herzog Albrecht von Sachsen zum Statt-halter in den N-n ein und gab demselben 1499 auchFriesland zum Erblehn. Albrecht bezwang 1491denKäse-u.BrodanfstandinHolland, sogenannt, weildie Rebellen ein Brod u. einen Käse in den Fahnenführten. Einen anderen Krieg hatte Maximilian inHolland zu Gunsten der Kabeljaus gegen die Hoekszu bestehen. 1493 trat Maximilians Lwhn, Phi-lipp I., 17 Jahre alt, die Negierung an und ver-mählte sich 1499 mit Johanna, Tochter Ferdinandsvon Aragon und der Jsabella von Castilien; seine