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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Nicäa

In den Handschriften und Ausgaben schließt sichan der N-e Not noch ein zweites Gedicht desselbenSagenkreises an, welches den Titel: Die Klage(äin ielLAs) führt und in kurzen Reimpaaren abge-saßt ist. Es schildert die Bestattung der an EtzelsHofe Gefallenen u. die ihren Tod nach der Heimathberichtende Botschaft, jedoch so, daß Dietrich vonBern etwas in den Vordergrund tritt. Die Klageist zwar älter als das N-erilied, steht ihm aber anpoetischem Werthe sehr nach; der Verfasser ist eben-falls unbekannt. Vielleicht benutzte er ein lateinischesGedicht, welches auf Veranlassung des Bischoss Pil-grim von Passau (gestorben 991) von einem ge-lehrten Geistlichen, Namens Konrad, verfaßt wordenwar. Vgl. Dümmler, Pilgrim von Passau und dasErzbisthum Lorch , Lpz. 1854. Die Klage hat üb-rigens dieselben Überarbeitungen erfahren, wie derNibelunge Not. Vergl. außer den obenerwähntenAusgaben des Nibelungenliedes noch: Holtzmann,die Klage in ihrer ältesten Gestalt, Stuttgart 1859;Edzardi, Die Klage rc., Hannover 1875; Bartsch,Die Klage rc., Leipz. 1875. Ral-mami.

Nicäa, s. Nikäa.

Nicandcr, Karl August, schwed.Dichter, geb.1V. März 1799 in Strengnäs im schwed. Län Nykö-ping (Södermanlaud), studirte seit 1817 in Upsala,wurde 1823 Kauzlist in der königl. Kanzlei in Stock-holm, reiste 1827 nach Dänemark, Deutschland,Schweiz u. Italien, arbeitete zuletzt bei einem Buch-händler u. st., in großer Armuth, 7. Febr. 1839 inStockholm. Er gehörte der romantischen Richtungan u. trat zuerst als August in dem Lalsväsr körckanaen 1820 auf; er schr.: Runo8värckst sklsr ckonKrstsi'ickäarii(TragöLie), stockh. 1820, 2.A. 1835;Markos Botsaris, ebd. 1826; Vassos cköck (Preis-gedicht): König Euzio, der letzte Hohenstanfe (demSchwedischen nachgebildet von Mohnike, Stralsund1829); Llinosn krön Lockern, Örebro 183139, 2Bde.; He8psricksr (Gedichten.Novellen), ebd. 1835;ibostsrlänäslla Lilcker, Stockh. 1837; I-ejonet i öks-nsn, ebd. 1838 rc.; und übersetzte Schillers Räuberu. die Jungfrau von Orleans. Seine Dichtungenerschienen, nach seinem Tode gesammelt, Stockh.183942, 4 Bde., 18511852, 7 Bde., vermehrt,1862, ebd., 2 Bde.

Mesnära , Pflanzengatt, aus der Fam.

Lolanneeas-Lolaneas (V. 1.), einjährige Pflanzen.Kelch scharf fünfkautig, aufgeblasen, mitpseilsörmigenAbschnitten; Blumenkrone glockig; Antheren derLänge nach aufspringend; Frucht in den blasigenKelch eingeschlossen, beerenartig, drei-bis fünffächerig.Art: 17. xliz^nloickss (L.) Kasrtir., das ganze Jahrblühend, mit blauen, unten weißen, großen glocken-förmigen Blumen. Heimisch in Peru, bei uns bis-weilen als Zierpflanze gezogen, nicht selten als Un-kraut in Gärten. Engter.

Nicaragua, 1 ) ein 8800 Hjicm (160 H>M)großer, 39 in ü. d. M. gelegener See in der gleich-namigen centralamerikan. Republik, mit mehrerenbewohnten, gut angebauteu Inseln (die größte istOniotepe mit dem Vulkan Omo), nimmt vieleFlüsse auf, darunter den Panaloya, den Abfluß desManaguasees und fließt durch den S. Juan in dasCaraibische Meer ab. Eine Londoner Firma hat dieConcessiou für die Dampfschifffahrt auf dem See rc.Über das auf ihn gegründete rutervceanische Kanal-

Nicaragua.

project s. unter S. Inan 5). 2) Die genannte Re-publik liegt zwischen dem Großen Ocean, dem StaateHonduras, der Mosquitoküste und Costarica, etwa150,000 fijicw (2700 (UM) mit 265,000 Ew. (nach

Toledo), davon z.Jndianer,zSchwarzeu. Mulatten,

der Rest Mischlinge. Das Land ist nicht so gebirgigals die übrigen centralamerikan. Länder, wenigstensübersteigt kein Berg die Höhe von 2100 m. Parallelder Küste des Großen Oceans steigt eine Kette vonvulkanischen Bergen auf, jenseits denen die charakte-ristische Einsenkung der Seen sich erstreckt; dannfolgt wieder eine Bergkette und dann das HochlandvonN., das sich nach der Mosquitoküste abdacht. Ge-wässer: die unter 1) genannten sind die hauptsäch-liebsten, ferner Siguia (Blunfields River) und RioCoco; sie fließen, ebenso wie der S. Juan, in dasCaraibische Meer. Das Klima ist gemäßigt, imGanzen gesund, ungesund nur an den niedrigen undsumpfigen Meeresküsten u. an den von Sumpfwald-ungen bedeckten Ufern des Sees von N.; häufig wirdN. vonErdbeben heimgesucht. Produkte: die aus-gedehnten Wälder bestehen aus Eichen, Fichten, Le-dern, Mahagoni-, Eisenholz-, Manglebäumen rc.;sie liefern außer gutem Bau- u. Farbeholz Vanille,Gummi, Balsamen; es gedeihen im Hochlande alleArten europ. Getreides, ferner in niederen Gegen-den Orangen, Limonen, Indigo, Baumwolle, Kaffe,Cacao, Nelkenpfefser rc., Industrie u. Bergbau sindunbedeutend, doch besitzt das Land einen ansehnlichenNeichthum an Metallen, darunter besonders Gold u.Silber. Der H a nd el ist ebenfalls von geringer Be-deutung, wie nachstehende Ziffern aus dem GothaerHofkalender erweisen:

1872 1878

Einfuhr «SS,873 Doll. 621,524 Doll.

Ausfuhr 700,528 , 781,822 ,

Nach anderer Quelle betrug die Ausfuhr jedoch 1870schon 1,024,030 u. 1873 2 Mill. Doll. Hauptaus-snhrartikel sind: Zucker, Kaffe, Baumwolle, Häute,Gummi, Indigo. Die Volksbildung steht ausniedrigerer Stufe als in einem der übrigen central-amerikanischen Staaten. Es gab dort 1874 eine sog.Universität, drei Colleges und 180 Volksschulen mit4500 Schülern. Zu Schulzwecken sollten 50,000 Doll,verwendet werden. Mit New Jork und San Fran-cisco bestehen regelmäßige Dampfschiffsahrtslinien,jene von S. Inan del Norte, diese von Realeso ans.Die Verfassung ist republikanisch. An derSpitzesteht ein auf vier Jahr gewählter Präsident, welcherdie vollziehende Gewalt ausübt, ein Senat und eineKammer der Abgeordneten bilden die gesetzgebende;die richterliche ist bei dem obersten Gerichtshof, vonwelchem die Bezirksgerichte abhängen; das neueWahlgesetz, wo ohne Rücksicht auf Farbe und Ver-mögen gewählt wird, kam zuerst 1852 zur Anwend-ung. Staatseinkünfte 1874: 595,100 Doll., Aus-gaben 758,550 Doll,, Staatsschuld 9z Mill. DollEintheilung in sieben Departements; Hauptstadt:Managua.

N. wurde 1510 von Ponce und Hurtado entdeckt,1522 durch Davila ein Theil der Einwohner chri-stianisirt u. der See untersucht, 1523 mit Niederlass-ungen besetzt, zu einem Gouvernement erhoben und1790 in eine Intendanz verwandelt; es gehörte zuGuatemala, riß sich aber 1821 mit von Spanienlos u. wurde 1823 einer der fünf Vereinigten Slaa-