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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
Entstehung
Seite
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in sehr vielen Handschriften den Titel der N«e Notführt. Wie es gegenwärtig vorliegt, zerfällt es in38 Aventcur, deren Inhalt kurz folgender ist: Sig-frid , Sohn des Königs Sigmund von Niederland,und der Sigelind, hatte in seiner Jugend einen Dra-chen erschlagen und sich in dessen Blut gebadet, wo-durch er unverwundbar ward, vonN. und SchilbungLen N-enhort erkämpft, und ihnen auch den ZwergAlberich, den Hüter des Schatzes, u. die Tarn-(Ne-bel-, Hehl-) Kappe, welche unsichtbar machte unddie Kraft von zwölf Männern gab, abgenommen.Sigfrid hörte von der schönen Kriemhild, Tochterdes burgundischen Königs Dankrat in Worms undder Ute, und Schwester Günthers, Gernots undGiselhers, ging nach Worms, und nachdem er demjungen König Günther gegen die Sachsen beigestan-den u. die Brnuhild, Tochter des Königs von Is-land, hatte erkämpfen helfen, vermählte dieser ihmseine Schwester Kriemhild, welche vonihm den N-en-hort znm Brautschatz erhielt und ihm einen Sohn,Günther, gebar. AberBrunhild rang mit Güntherum das Gattenrecht, besiegte ihn und hängte ihn inder Nacht an einen Nagel. Doch in der zweiten Nachtbezwang Sigfrid sie für Günther , nahm ihr einenGürtel und Ring und gab Beides seiner Kriemhild.Bei einem Streit Brunhilds u. Kriemhilds über dieVorzüglichkeit ihrer Männer zeigte diese jener Gürtelu. Ring, zum Beweise, daß Sigfried sie bezwungenhabe. Brunhild brütete Rache und Hagen beredeteGünther zum Mord Sigfrids. Dann verbreitete erdie unwahre Nachricht, daß die Sachsen den Kriegwieder begonnen hätten; Sigfrid versprach Hilfe.Kriemhild, besorgt um ihren Gatten, nähete auf sei-nen Mantel ein kleines Kreuz zwischen den Schul-tern, wo, als er sich im Drachenblute badete, ein Lin-denblatt die Haut unverwundbar zu werden verhin-dert hatte, und bat Hagen, Sigfriden vor den Ge-schossen der Sachsen zu schützen. Der Sachsenkriegwurde nun als gehoben dargestellt u. dafür eine Jagdim Wasgenwalde (Odenwalde) vorgeschlagen. Nachder Jagd bewog Hagen Sigfriden zu einem Wett-lauf nach einem Brunnen u. durchstach ihn, als ersich znm Trinken bückte, an der von Kriemhild be-zeichneten Stelle. Durch das Bahrgericht bei Sig-frids Leiche erhielt diese die Gewißheit, daß Hagender Mörder sei, und verlebte fortan ihre Tage inTrauer und Nachegedanken. Um sie zu versöhnen,ließen dann ihre Brüder den N-enhort für sie nachWorms bringen, aber Hagen, befürchtend, daß siedadurch zu mächtig würde, versenkte ihn in den Rhein.Ihr Haß gegen Hagen wuchs dadurch noch mehr u.als sie 13 Jahre im Mttwenstande gelebt, u. KönigEtzel von Ungarn, dessen Gemahlin Helche gestorbenwar, Rüdiger« von Bechlaren zur Werbung um ihreHand sandte, willigte sie ein, sobald ihr RüdigerEtzels Rache an Hagen versprach. 13 Jahre hatteKriemhild mit Etzel gelebt u. ihm einen Sohn, Ort-win, geboren. Jetzt sollte Rache an deu Burgun-dern genommen werden. Mit Etzels Einwilligungwurden die Burgunder zu einem Feste an Etzels Hofgeladen. Es zogen Günther, Gernot, Giselher, Ha-gen, Dankwart und der Spielmann Volker, welchejetzt auch N-en hießen, nach Ungarn zur Etzelburg,aber kaum waren sie angekommen, so fragte Kriem-hild Hagen, ob er ihr den N-enhort mitbringe, wo-rauf er sie höhnte und dann offen gestand, Sigfrid

ermordet zu haben. Da forderte sie ihre Mannenzur Rache auf, u. ein Kamps entspann sich , in wel-chem, nachdem die Knechte der Burgunder erschlagenwaren, Hagen dagegen Etzels Sohn im Trinksaleerschlagen hatte, endlich alle Burgunder blieben,bis auf Günther und Hagen, welche Dietrich vonBern gefangen nahm u. sie Kriemhilden auslieferte.Ihrem Bruder Günther ließ diese, als schuldig anihres Gatten Sigfrids Mord, den Kopf abhauen, Ha-gen schlug sie denselben mit Sigsrids Schwert Val-mung, welches dieser seit Sigsrtbs Tod besessen halte,selbst ab, worauf sie von Hüdebrand, Dietrichs vonBern Waffenmeister, in Stücke zerhauen wurde.

Die Sagen, welche dem Liede zu Grunde liegen,waren Gemeingut des gesammten deutschen Volkesu. reichen weit in die heidnische Zeit zurück; ihre ersteepische Ausbildung erhielten sie aber bei den Fran-ken u. machten verschiedene Wandlungen durch. Dieälteste uns erhaltene Gestalt besitzen wir in den ed°dischen Heldenliedern, die aus norddeutschen Liedernberuhen, welche am Ende des 9. oder Ansang des10. Jahrh. nach Norwegen und Island gelangten ;in ihnen ist GuLrun (Kriemhild) die Rächerin ihrerBrüder an Atli, der dieselben zur Erlangung desHortes zu sich eingeladen u. sie überwältigt u. hin-gemordet halte (s. Atli). Die Umwandlung dieserGestalt in die unseres N-cnliedes vollzog sich in S-Deutschland und die davon singenden Lieder erreich-ten allmählich bis zum Ende des 12. Jahrhundertseine hohe epische Vollendung; aus ihnen schuf dannein hochbegabter Dichter, wahrscheinlich ein Österrei-cher, unser Lied. Dasselbe war vom 13.IK.Jahrh.sehr verbreitet, wie die große Anzahl (28) der theilsganz, theils nur in Bruchstücken erhaltenen Hand-schriften bekundet, im IK.Jahrh. abernurdemHisto-riker Wolfgang Lazius bekannt, und gerieth im 17.Jahrh. vollständig in Vergessenheit. Erst durch Bod-mer wurde es wieder bekannt, welcher unter demTitel Kriemhilden Rache (Zürich 1751) das letzteDrittel des Gedichts nebst der Klage u. Bruchstückenaus dem vorderen Theile herausgab. Das Ganzeveröffentlichte erst Ehr. H. Müller in seiner Samm-lung deutscher Gedichte aus dem 12. bis 14. Jahrh.(Berl. 1784,1. Theil), ohne jedoch viele Erfolge zuerzielen. Besser gelang dies infolge der verändertenZeitverhältnisse v o n d e r H a g e n, welcher das N-en-lied (Berl. 1810) herausgab u. auch zugleich wissen-schaftlich einsllhrte. Das wirkliche Verständuiß unddie wahrhaste wisseuschaftl. Behandlung des Gedich-tes wurdejedoch erst durch die Arbeiten W. Gr im msu. namentlich Lachmanns möglich. Letztererstelltezuerst in der Schrift: Über die ursprüngliche Gestaltdes Gedichtes von der N-s Not (Berl. 1816), dannin seiner kritischenAusgabe des Gedichtes (ebd. 1826)und den Anmerkungen zu den N-en und der Klage(ebd. 1836) die Ansicht auf, daß in den verschiedenenerhaltenen Handschriften eine dreifache Gestalt desLiedes vorliege: eine nach seiner Ansicht verhältniß-mäßig älteste, welche um 1210 entstand und in derzweiten Hohenemser (Münchener) Handschrift (ä.)vorliege; eine erste erweiternde Bearbeitung in derSt. Gallener Handschrift (8) und eine zweite vor1225 verfaßte, wiederum erweiterte Bearbeitung,welche in der ersten Hohenemser (später Laßberg-schen) Handschrift (0) vorliege. Weiter suchte er zuzeigen, daß die Recension der Handschrift (A) aus