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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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land anlegen ließ. Auf King folgte 1806 Bligh,welchen die Offiziere wegen seiner Strenge 1808 ge.fangen nahmen u. absetzten u. nun eine eigene Re-gierung gründeten. Der daraus entstandenen An-archie wurde I810durch Lachlan Macquarie gesteuert.Trotz seiner trefflichen Leistungen fand er viele Geg-ner, bes. wegen der Begünstigung der freigelassenenDeportirten, und es entstanden zwei Parteien, dieExclusionisten u. die Emancipationisten oder Confu-sionisten, welche crstere arge Feinde des Gouverneurswaren und aus deren Betrieb 1821 Macquarie vonder Regierung abberufen wurde. Ihm folgte Thom.Brisbane, welcher die Exclusionisten begünstigte unddie Einwanderung freier Colonisten beförderte, wo-durch seine Partei ein Gegengewicht gegen die Eman-cipationisten bekam. Anbau u. Bevölkerung stiegenunter ihm sehr (in 4 Jahren um 12,000 Menschen).Sein Nachfolger Ralph Darling (1825) stellte vieleMißbräuche ab, ließ neue Straßen anlegen, mehrereColonien gründen. 1830 waren schon 1 Will. Mor-gen Land angebaut. Seine Strenge erregte wiederUnzufriedenheit, daher schickte die Regierung 1831an seiner Stelle Richard Bourke, dessen Hauptstrebenwar, den Kampf der Parteien zu schlichten. Er führteallgemein die Geschworenen ein; wegen seiner Ab-sicht, Communalschulen einzuführcn, wurde er vonden Exclusionisten hart angegriffen. Sein Nachfolgerwar 1838 George Gibbs. 183236 betrug dieZahlder Einwanderer in N.-S.-W. 4236, 1837 u. 1838sogar 8700. Den großen Fortschritten in materiellerBeziehung entsprach die Sittlichkeit nicht; die Ver-brechen mehrten sich sehr stark. Sehr belästigt wur-den die Colonisten, bes. im Innern, von den Squat-ters oder Bush Rangers, Deportirten, welche in dieWälder entliefen u. von dort aus Räubereien u. Mordverübten u. unter den Eingeborenen Haß u. Erbst-terung gegen alle Weiße verbreiteten. Seit 1839wurden keine männlichen Deportirten mehr in dieStädte als Diener gegeben, sondern nur zur Feld-arbeit verwendet, wie überhaupt seitdem die Depor-tation dahin gänzlich aufgehört hat. Einen außer-ordentlichen Aufschwung nahm die Colonie durch dasAuffinden großer Goldlager in den Grafschaften Ba-thurst und Wellington (1851); s. Australien S. 429.Vgl. Neid, Ln sssax on Dlsrv Loutir'Union, Sydney1876. Dronte.

Neuteich, Stadt im Kreise Marienburg des preuß.Regbez. Danzig, im Großen Marienburger Werder,an der Schwente; Bierbrauerei, bedeutende Pferde-märkte; 1875: 1830 Ew. DerOrt wurde 1329 alsFlecken angelegt.

Neuthaler, frühere schweizer. Münze zu vieralten schweizer. Franken 4,g Ll.

Neu-Titschein, Stadt in Mähren, in dem durchseine Viehzucht berühmten Kuhländchen; Real- undBürgerschule, landwirthschaftliche Mittelschule, leb-hafte Industrie, namentlich in Wollenwaaren, diegrößte Hutsabrik Österreichs mit ca. 700 Arbeiternu. bedeutendem Export nach Amerika; eine ärarischeTabakfabrik u. eine Wagenfabrik, wichtiger Handelmit Rohproducten; (1869) 8645 Ew. 1790 starbhier der österreich. Feldmarschall Laudon.

Nentomischel, Kreisstadt im Kreise Buk despreuß. Regbez.Posen, an der oberen Doyca, Stationder Märkisch-Poseuer Eisenbahn; Wollenspinnerei,Töpserei, Hopfenmarkt, starker Hopfenbau; 1875;

Neutralität.

1166 Ew. N. wurde erst nach 1786 von evanqeldeutschen Ansiedlern gegründet. ^

Neutra (ungar. Nyitra), 1) Fluß in Ungarn 'entspringt oberhalb Mmet-Pronya auf dem Fatsto-' !Berge, durchfließt das gleichnam. Comitat, tritt un-terhalb Neuhäusel in das Comitat Komorn ein und >mündet hier nach einem 180 km langen Laufe in die !Waag, kurz vor ihrer Vereinigung mit der Donau.

2) Comitat in Ungarn, wird von den Comitaten sTrencstn, Thurocz, Bars, Komorn, Preßburg u. derMarkgrafschaft Mähren begrenzt; 5749,^ stikm(104 ,«2 li>M) mit(1869) 361,005Ew. (auf 1 KIm63, in ganz Ungarn 51). Das Comitat wird in sei-nem nördl. Theile in nordöstl. Richtung von drei

Gebirgsketten,AuslänfernderKarpathen,durchzogen

(höchste Spitze der Zobor bei der Stadt N., 1341m),ist in seinem südlichen Theil eben und sehr fruchtbaru. wird von der Waag, Neutra, March, Zsitva, Dud-vag, Miava u. Blava bewässert. Das Klima ist ge-sund, in den ebenen Gegenden mild, in den gebirgi-gen kälter. Products: Weizen, Korn, Hafer, Gerste,Hirse, Mais, Linsen, Kartoffeln, Hanf, Mohn, Obst,Wein (Neustadtler rother Wein); Pferde, Rind-vieh , Schafe, Geflügel (namentlich Gänse) und vielWild. Mineralquellen finden sich zu Pisiyan, Baj-mocz, Bielicz rc. Die Industrie ist nicht unbedeu-tend; es gibt Fabriken für Stärke, Malz, Ol, Zucker,Liqueur, Glas, Papier, Leder, Chocolade, Zündhölz-chen, landwirthschaftliche Maschinen rc., ferner vieleBranntweinbrennereien, Bierbrauereien, zahlreicheMühlen rc. Das Comitat wird von den LinienWien-Marchegg-Bazias u. Töt-Megyer-N. der Österreich.Staatsbahn, sowie von der Waagthalbahn durch- sschnitten. Eintheilung in 12 Stuhlbezirke. 3) Haupt- ^ort des Comitats,an derNeutra, Station der Oesterr. >

Staatsbahn; Sitz der Comitatsbehörde, eines rüm.- !kathol. Bischofs u. eines bischöfl. Consistoriums,festesSchloß, Kathedrale,Piaristencollegium, Ober-Gym-nasium, Franciscanerkloster, theologische Lehranstalt,bischöfl. Seminar, Comitatshaus, Comitatsspital u.Siechenhaus, Acker- u. Weinbau, Branntweinbren-nereien, Fabriken für Essig, Liqueur rc., Dampf-Mühle, Handel (namentlich mit Getreide), 6 Jahr-märkte; 1869: 10,683 Ew. Dabei auf dem BergeZobordieRuineneinerehem.Benedictinerabtei. DasBisthum bestand schon im 4. Jahrh., ging dann ein,wurdeabervom König Stephani, wiener hergestellt.

Die Stadt wurde 1663 von den Türken u. 1708 vonden Kaiserlichen unter Heister erobert. H- Berns.

Neutral (v. Lat.), keinem von beiden zugehörig;keiner Partei angehörend oder helfend, s. Neutrali-tät. In der Chemie, s. Rentralisiren.

Neutralisiren, durch Zusatz einer Säure zueiner Basis od. umgekehrt eine Flüssigkeit Herstellen,welchesichneutral verhält, d.h. weder blaues Lack- !muspapier röchet, noch rothes bläut, ein Zeichen, ^daß beide Substanzen in der zur Bildung eines Sal- ,zes gerade ausreichenden Menge zusammengekom- )men sind. Solche neutral reagirende Salze entstehenindessen nur dann, wenn Säure u. Basis ohngesährgleiche Stärke haben. Heber.

Neutralist (v. Lat.), der sich zu keiner bestimm- ^ten positiven Religion od. zu keinem bestimmten philo- ^sophischenSystem bekennt: daher Neutralismus.

Neutralität, das völkerrechtliche Verhältnißeines Staates zu kriegführenden Staaten, nach wel-