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Ncu-Strclitz —
^ nasium, Landarmenhaus (in dem früheren Schloßder Fürstin Hedwig von Braunschweig-Lüneburg),Eisengießerei und Maschinenfabrik, Dampfschneide-wühle, Fabrikation von Zündwaaren, Färberei, Bier-brauerei, Handel mit Getreide, Holz rc.; 1875: 6937Ew. Dgl. Wilcke, Chronik der Stadt N.-S., Neu-stettin 1862 .
Ncu-Strclitz, Hauptstadt des GroßherzogthumsMecklenburg-Strelitz, am Zierkersee, der in schiffba-rer Verbindung mit Havel und Elbe steht, Stationder Berliner NBahn; Residenz, Sitz der oberstenLandesbehörden, Garnison, wurde 1733, regelmäßigin Form eines achteckigen Sterns angelegt, indemacht Straßen vom Markt aus nach den Strahlen desSterns anslaufen; Schloß mit Bibliothek, Münz-cabinet, Sammlung obotritischer Mterthümer, pracht-voller Marstall, schönes Rathhaus, Gymnasium,Realschule, höhere Töchterschule, Asyl für alters-schwacheFrauen u. Jungfern, Carolinenstift, Schau-, spielhaus,Badebans, Maschinenfabrik, Dampfmahl-u. Ölmühle, Dampfmahl- u. Schneidemühle, bedeut.
^ Tischlerei, Handel mit Holz, Getreide n. Mehl; Frei-maurerloge : Georg zur wahren Treue; 18 75:8525E.
! Ncustrien (Neustrasien, d. i. Westreich, im Ge-gensatz von Austrasien, Ostreich), zur Zeit des Frän-kischen Reiches der westliche Theil von Gallien zwi-schen der Maas, der Loire n. dem Meere. Die Be-wohner hießen Neustrier oder Neustrasier. Um dieZeit Karls d. Gr. wurde N. aus das Gebiet des al-ten Armorica (das Land zwischen der Seine u. Loire)beschränkt; seit 902, nachdem Karl der Einfältigediesen Landstrich dem Fürsten derNormanncn, Rollo,
- enigerämnt hatte, so v. w. Normandie; im weiteren^ Sinne aber verstand man unter N. Frankreich, so-^ wie unter Austrasien Deutschland. Auch die Lango-barden theilten das von ihnen eroberte Italien in N.(den westlichen Theil), Austrasien (den östl. Theil) u.Tuscien (Toscana).
Neu-Süd-Wales, die bedeutendste engl. Co-lonie auf dem Australcontinente, umschlossen von! Queensland im N. (der 29. Breitegrad bildet die
^ Grenze), SAnstralien im W. (141" östl. Länge von
Greenwich), Victoria im S. (der Murray und eineLinie von dessen Quelle nach Cap Howe bildet dieGrenze) und vom großen Ocean im O. Die Größeist 15,214 Die Küsten sind theils flach, mitvielen, aber nicht tief eingreifenden Busen, theilsfelsig, vielfach sandig; die bedeutendsten Vorgebirgesind (von S. nach N.) Cap Howe, St. George, SugarLoas Point, Smoky, C. Byron u. Point Danger; diewichtigstenGolfe: Twofold-,Bateman-,Jervis-,Bo-tany-Bai, PortJackson, Broken-Bai,Port Stephens,Shoal Bay. Das Binnenland ist eine von einzelnenBergketten (Stanley«, PeelNange rc.) unterbrocheneöde Fläche mit einzelnen Bergen (wie Mt. Lyell,Hopeleß rc.), welche gegen O. allmählich sich mehr u.mehr hebt. An der OKüste ziehen parallel mit der-. selben Kettengebirge; im S. die Fortsetzung der An-! siral-Alpen(hierinderMt.Kosciuszko,über 2100m)s bis zum Murruinbidgi n. parallel die South Coast
z Range. Gegen N. folgen eine Reihe verschiedener
Kettengebirge, die sich mehr oder minder der Küstenähern (Macqnarie-,Hunter-, Liverpool-, Hastings-,England Range rc., mit einzelnen über 1700 rn hohenBergen,wieSea-Biew). DienachO.sich wendendenFlüsse sind kurz u. wenig bedeutend: Shoalhaven,Vierers llniversal-ConversationL-Lexlkon. 6. Aufl. XI
Nm-Süd-Walcs.
Hawkesbnry, Hunter, Mc. Leay und Clarence. Dienach W. strömenden Flüsse gehören alle dem Sy-stem des Murray an, welcher selbst die Grenze gegenVictoria bildet; hierhin gehören: der Billabung (Ed-ward), Wakpool, Murrumbidgi mit Lachlan, Dar-ling oder Barwan (s. Murray). In den Gebirgeneinige Seen, darunter der Lake George der bedeu-tendste, an der Küste u. in Len Ebenen zahlreicherestehende Gewässer mit brakigem od. salzigem Wasser.Das Klima ist im N. subtropisch mit LLintsrregen.im S. mild, meist etwas trocken, jedoch gesund; un-angenehm sind die aus dem Innern wehenden dür-ren Gluthwinde; Schnee kommt nur auf den Ber-gen vor. Die Bevölkerung betrug Ende 1875:606,652 Einw., darunter nicht 1000 Eingeborene,meist Engländer, außerdem zahlreiche Deutsche; dieKüstenländer sind dichter, das Binnenland fast nochgar nicht bevölkert. Die Urbevölkerung schmilzt vonJahr zu Jahr mehr zusammen; die frühere Bevöl-kerung bestand zum Theil ans Deportirten, welchenachher freigelassen worden waren, doch werden seit1339 keine Verbrecher mehr nach N.-S.-W. depor-tirt, weshalb die jetzige Bevölkerung nur ans freienColvnisten besteht. Beschäftigung: Ackerbau aufGetreide, Kartoffeln, Tabak, Hans, Flachs, Gemüse,Obst, allerhand Südfrüchte u. m. A.; die Viehzuchtist bedeutend; Viehstand 31.März 1876: 3;134,086Stück Rindvieh, 24,382,536 Schafe, 357,696 Pferdeund 199,950 Schweine. Einen Haupterwerbszweigbildet namentlich seit neuerer Zeit das Goldsuchen.Die Industrie ist erst im Emporblühen. Ausge-fllhrt werden: Gold, Wolle, allerlei Holz, Öl, Er-zeugnisse der Fischerei, auch Kohlen rc.; eingeführt:gewebte u. Colonialwaaren, Wein, Branntwein u.dgl.; Werth der Ein-u. Ausfuhr etwa je 10 Will. Pfd.St. Eisenbahnen führen von Sydney nach S. bisGonlbnrn, nach W. bis Bathurst im Gebirge mitAbzweigung nach Windsor, u. von New Castle amPort Hunter nach den Kohlengruben im Gebirge rc.,im Ganzen 750 icm. Hauptstadt ist Sydney (s. d.).Außerdem sind bedeutend: New Castle nördl. (s. d.),Maitland u. Singleton im Kohlenbezirke, im W. jen-seit des Gebirges Bathurst am Macqnarie.
Die Entdeckung der östl. Küste Australiens gehörtdem Holländer Tasman. Cook, welcher die ganzeOSeite befuhr, mehrere Punkte bestimmte u. unterdiesen die Botany-Bai bes. reizend schilderte, unter-suchte die Küste näher. Dies n. der Abfall der nord-amerikanischen Colonien bestimmten das engl. Par-lament, an dieser Bai eine Verbrechercolonie anzu-legen. Die erste europäische Colonie in N.-S.-W.war die auf Pitts Vorschlag im Mai 1787 auf einerFregatte n. 10 Transportschiffen vom Capitän Phi-lipps nach Botany-Bai geführte Verbrechercolonie;am 18. Jan. 1788 landeten 756 männliche u. weib-liche Züchtlinge und 212 Soldaten. Philipps fandBotany-Bai wenig brauchbar u. führte die Colvnistennach Port Jackson n. legte dort 1783 die Stadt Syd-ney an, gründete auch NiederlassungenbeiParamatta.Wegen des unmoralischen Zustandes der Colvnistenu. der Ausartung des Militärs dankte Philipps 1792ab; sein Nachfolger Hunter kam erst 1795, mit ihmfreie Colonisten. Er gründete mehrere Niederlass-ungen, hatte aber, wie Philipps, mit großen Schwie-rigkeiten zu kämpfen. 1800 folgte ihm King, der u. a.New Castle gründete und Colonien in Vandiemens-II. Band 28