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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Neufundländer — Neugriechische Sprache u. Literatur.

sächlich mit Fischfang. Die Insel ist reich an nütz,lichen Mineralien: Glimmer- u. Thonschiefer, Gra-nit, Gneiß u: Porphyr, auch Sandsteine u. Conglo-merate herrschen, von Serpentin, Grünstem u. Ba-salt durchbrochen. Blei u. reiche Kupfererze hat manim SOTHeile gesunden u. beutet sie aus; auch Koh-lenlager sind vorhanden, sowie ausgedehnte Gips-massen. Eine große Verschiedenheit werthvoller Fischewird an den Küsten der Colonie gefunden, wie Ka-beljau, Lachs u. Häringe. 1867 betrug die Ausfuhrvon Fischen u. Thran 6,471,000 Doll., die von Er-zen 266,000 Doll. 1868 wurden 1,066,215 Quin-tals (Centner) getrocknete Stockfische, 389,672 Rob-benfelle, 5142 Tonnen Thran ausgeflihrt und derGesammtbetrag der Ausfuhr belief sich 1871 auf6,554,460 Doll. Die Einfuhr, namentlich aus Co-lonialwaaren,Kleidungsstücken, Handwerkszeugeurc.bestehend, belief sich in dem genannten Jahre ans6,290,860 Dollars. Die Einkünfte betrugen 1871720,000 Doll. u. ergaben einen Überschuß vou 72,000Doll. Für das Schulwesen wird viel gelhan. Zwi-schen N. u. Europa findet während 9 Monaten desJahres regelmäßige Schiffsverbindung statt. In derColonie u. in Verbindung mit ihr sind 640 km Te-legraphen angelegt worden, sowie auch das Atlan-tische Kabel seinen westl. Landungspunkt hier hat.Die Hauptstadt ist St. Johns.

Geschichte. N. ward 24. Juni 1497 unter derRegierung Heinrichs VII. von England durch JohnCabot entdeckt. 1500 ward es vou dem portugiesi-schen Seefahrer Gaspar de Cortereal besucht u. zweiJahre später wurden von Portugiesen, Biscayern u.Franzosen regelmäßige Fischereien an seinen Küstenangelegt. Im Aug. 1538 trafSirHumphrey Gilbertin dem Flußhafen von St. Johns ein u. nahm vonder Insel im Namen der Königin Elisabeth Besitz.1621 gründete Sir George Calvert (später LordBal-timore) die Colonie auf der Halbinsel und nannte sieProvinz Avalon. Die Geschichte der Insel im 17. u.einem Theil des 18. Jahrh. ist nichts als ein Berichtvon Nebenbuhlereien u. Fehden zwischen den engli-schen u. französischen Fischerleuten. Durch den Ver-trag von Utrecht 1713 ward die Insel gänzlich anEngland abgetreten; die Franzosen behielten jedochdas Privilegium der Fischerei u. des Trocknens ihrerFische an einzelnen Stellen der Küste. 1728 wardein Gouverneur eingesetzt. Die gegenwärtige, 1858eingesührte Regierungsform besteht aus einem Gou-verneur, einem von der Krone ernannten legislativenConcil u. einer vom Volk erwählten General-Assem-bly. Die Küste von Labrador aus dem Festlande u.die Insel Anticosti sind seit 1809 der Jurisdictiondes Gouverneurs von N. unterworfen. Bis jetzt hatsich die Mehrzahl des Volkes, namentlich die Fischer,entschieden gegen die canadische Conföderation aus-gesprochen. Bartling.

Neufundländer, s. Hund, S. 498.

Neufürstliche Häuser waren solche, welcheauf den Reichstagen Sitz und Stimme hatten, abernicht im Fürstencollegium saßen, s. u. AltfürstlicheHäuser.

Neu-G eorgia (Neu-Georgien), 1) Küstenstrichim westlichen britischen NAmerika, jetzt zu BritischColumbien gehörig. 3) So v. w. Salomonsinseln.

Neugersdorf, s. Gersdorf i).

Neugewnrz, so v. w. Amomen.

Neugotlstsch, s. u. Schrift.

Neu-Granada, so v. w. Colombia.Neugriechische Sprache». Literatur. DieNeugriechische Sprache ist durch eine vollstän-dig normale Entwickelung aus der altgriechische,,hervorgegangen, ähnlich wie die romanischen Spra-chen aus dem Latein. Der grammatische Bau istdurchaus griechisch geblieben, nur der Wortschatz istmit fremden, bes. türkischen u. albanestschen, wem-ger slavischen u. italienischen Elementen durchsetzt.Die Griechen nennen ihre Sprache auch romaischweil sie selbst im Mittelalter Romäer, d. i. (Ost.)Römer genannt wurden. Die Volkssprache, die inscharfem Gegensatz zu der bes. durch Korais (s. u.)geschaffenen Schriftsprache steht, zeigt hauptsächlichaus den Inseln bedeutende dialektische Verschieden-heiten; am interessantesten sind die Dialekte aufKreta und Cypern, der trapezuntische Dialekt amSchwarzen Meere, bes. aber der Tsakomsche, gespro-chen im Gebiete des alten Lakonien u. höchst merk-würdig durch viele Reste des alten Dorismus. Er-wähuenswerth sind auch die beiden in Unteritalien,in der Dsrra ck'Otranto u. bei Reggio gesprochenen,in langsamem Aussterben begriffenen Mundarten.Das Neugriechische bedient sich der Lautzeichen desAltgriechischen; da aber /S den Lautwerth von v, /den von joä, ck den des weichen englischen tir be-kommen hat, braucht mau für kr, §, L meistens dieVerbindungen /-c, --r. Ausgesprochen werdeni;, n, re, oe, or wie i, ae wie ä, «v wie aav oderak, Lv wie erv oder sk, ov wie n, S wie englischeshartes tir, ff wie weiches s. Der Spiritus asxor (')wird noch geschrieben, aber nicht mehr gesprochen;die altgriechischenAccente bezeichnendste Betonung,in-dessen existirt ein Unterschied zwischen Acut u. Cir-cumflex nicht mehr, da die Unterscheidung langer u.kurzer Silben überhaupt aufgehört hat. Verschwun-den ist in der neugriechischen Flexion der Dualisbeim Nomen u. Verbum, der Dativ, das Perfect u.der Optativus; der Infinitiv ist formell noch vor-handen, wird aber syntaktisch durch den Conjunctivmit der Conjunction >-« (aus kr-»), daß, ausgedrückt.Für den Conditional gibt es eine periphrastischeBildung mit H'Skiia (ich wurde) und dem Infinitiv,das Futurum wird mit Seliw, das Plusquam-perfectum mit ek/a und dem Infinitiv umschrieben.Der Anfang des Vaterunsers lautet: <ürrarop«ä/roö cr-rar «L rovk ä/easAst ro

or-o^cr <rov. Älteste Grammatik von Nikolaos So-phianos (gest. 1550), neu herausgeg. von Legrand,Par. 1874. Von späteren sind zu nennen: SimonPortius, Par. 1638; Lang, Altdorf 1708; Mercado,Rom 1732; Ananias, Bened. 1784; Venieri, Triest1799; Jules David, Paris 1821, 1827; Münnich,Dresden 1826; Schinas, Par. 1829; Possart, Lpz.1834; Russiadis, Wien 1834; Sophokles, Romainor moäsru Arook Aramwar, Land. 1866; Mullach,Grammatik der griechischen Vulgarsprache in histo-rischer Entwickelung, Berl. 1856; Angelas Machos,Elementargrammatik der neugriechischen Sprache,3. A., Lpz. 1876; Legraud 1874; Wörterbuch vonDucange, ülossarlum all soriptorss meckias et in-ümae Arnooitatis, Leyden 1688; Somavera, Te-soro (ital.-griech.), Par. 1709; Vlanti (ital.-griech.j,Vened. 1782, 2. A. 1806; Weigel (deutsch-ital.-griech.), Lpz. 1796—1804, 2 Bde.; Zalikoglou