Druckschrift 
Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
Entstehung
Seite
317
Einzelbild herunterladen
 

317

Nagler Na'gy-Kunsag.

' Stachelnager; hierherdieFam.il/8irIeIiinaW1rAir.,

! Stachelschweine, Oaviina W5aksi7i., Meerschweine,Das/xroeiinaWatsr/r., Steißthiere, u. a. ^Unter-ordnung: kisporiäa, Hasen, mit der gleichnam.Fam.Die Meerschweine, Wasserschweine und Steißthierewurden früher alsHalbhufer, LnbunAniaba, zu-sanimengefaßt. Farwick.

Nagler, 1)Karl Ferdinand Friedrich von,

' preuß.Staatsmann, hochverdient um das Postwesen,geb. 1770 in Ansbach, wo sein Vater Regierungs-rath war, studirte in Erlangen und Göttingen dieRechte; begann seine Dienstcarriöre in preußischenDiensten unterHardenberg als ExpedicntbeimFrän-kischen Departement u. Referendar bei der Regier-ung zu Ansbach, wurde dann Regiernngsrath, 1802Geh. Legationsrath u. 1809 Geh. Staatsrath undDirector der 2. Section des Cabinetsministeriums.1810 wurde er, angeblich wegen eines Mißverhält-nisses mit Hardenberg, penstonirt u. blieb ohne An-stellung, bis 1821, welcheZeit der Muße er fürRei-sen durch Holland, Deutschland und Frankreich undSammlung von Kunstschätzen, namentlich Kupfer-stichen benutzte. 1821 wurde er zum Chef des prenß.Postwesens, 1823 zum Generalpostmeister ernanntund zugleich in den Adelstand erhoben, 1824 unterBelastung des Postdepartements Gesandter am Bun-destage. 1835 wurde er von seinem Gesandtschafts-; Posten abberusen, blieb aber Generalpostmeister,wurde 1836 Staatsminister u. st. 13. Juli 1846 inBerlin. N. ist der Begründer des modernen Post-wesens in Deutschland. Einen Theil seiner Samm-lungen, namentlich seine Kupferstichsammlung, er-' warb das Berliner Museum. Seinen Briefwechselmit dem Staatsralh Kelchner gab Mendelssohn-Bar-tholdy, Lpz. 1869, 2 Bde., heraus. 2 ) GeorgKaspar, Kunstschriftsteller, der bekannte Verfasserdes Künstlerlexikons, geb. 6. Jan. 1801 in Uuter-süßbach, st. 20. Jan. 1866 zu München. Schon alsStudirender richtete N. sein Augenmerk auf die Ge-schichte der bildenden Kunst u. sammelte von da anmit großem Eifer die Materialien zu seinem allge-! meinenKünftlerlexikon, dessenHerausgabedieHaupt-, aufgabe seines Lebens war. Der erste Theil erschien1835, der Schluß (22. Bd.) 1853. Eben sollte derDruck der zweiten Auflage beginnen, als N. starb.Bestehen auch gegen manche Nachricht in seinem Le-xikon u. noch mehr gegen gewisse kühne Schlüsse ausbedenklichen Voraussetzungen gerechte Bedenken, sohat seine Riesenarbeit doch unleugbar hohen Werthu. war es N., der unter den größten Schwierigkeitenden Boden bereitete, auf dem eine exacte Forschungweiter zu bauen hat. Außerdem schr. N.: AlbrechtDürer und seine Kunst; Michel Angelo Buonarottiu. Rafael als Mensch u. Künstler, U L"gai. 2 > Regnet.

Nagold, 1 ) Fluß, entspringt bei Urnagold imOberamte Freudenstadt des Württemberg. Schwarz-waldkreises, geht nach Baden über und ergießt sich,nachdem sie auf ihrem 92kmlangenLaufedie Waldach,Teinach und Würm ausgenommen hat, bei Pforz-heim in die Enz. 2 ) Oberamtim württemb. Schwarz-waldkreise; 285,^ süllm (5,ig süM) mit (1875)25,359 Ew. Der größte Theil des Oberamtesbildete die vormalige Herrschaft Nagold, welcheden Grasen von Hohenberg gehörte, die sie 1363 anWürttemberg verkauften. 3) Stadt und Hauptortdarin, an der Nagold, Station der Württemberg.

Staatseisenbahnen; über der Stadt die Ruinen deralten Burg Hohennagold; Wollenspinnerei, Tuch-u. Zeugweberei, Conditorwaarenfabrikation, ansehn-liche Mühlwerke, Holzhandel; 1875: 2972 Ew.Sk. wird schon 773 genannt u. wurde 1645 von denBayern eingenommen. H- Berns.

Nagpur (Nagpore), 1) Division der iudobrit.Centralprovinzen, der südöstl. Theil derselben, eindurch viele kleine Flüsse reich bewässertes, fruchtbaresHügelland, das Weizen, Reis, vorzüglich aber vor-treffliche Baumwolle hervorbringt; 57,866 Usllm u.2,280,081 Ew., Mahratten als herrschende Klasse,Gond u. Hindu in verschiedenen Kasten. Es zerfälltin die Districte N., Bhaudara, Tschauda, Warvhau. Balaghat. N. ist im Wesentlichen ein Theildes alten Gondwana u. in der älteren Geschichte In-diens nie wesentlich hervorgetreten. Anfang des18. Jahrh. erhob sich auch hier der Stamm derMahratten zu dem herrschenden u. wurde Parsodschi,aus der Familie der Bhunsla, Statthalter diesesLandes u. von Berar. Seinen Nachfolgern, die alleden Titel Bhunsla führten, gelang es, das Reich zuvergrößern, sich in der Herrschaft zu befestigen undunabhängig von dem Peischwa der Mahratten zumachen. 1817 wurde der Radscha Appa Sahib beidem Krieg mit den Mahratten am 26. Nov. in derNähe der Stadt N. entscheidend von den Briten ge-schlagen, die von nun an einen maßgebenden Einflußauf die Verwaltung des Landes ausübteu u. es nachdem Tode des letzten Bhunsla Ragodschi, 11. Der.1853, dem brit. Gebiet eiuverleibten, 2)Districtdarin; 9670 sDirm, 631,109 Ew. 3) Hauptstadtdavon u. der indischen Centralprovinzen überhaupt;Sitz der oberen britischen Behörden, schwach befe-stigt, Fabriken von Baumwollen-, Wollen- u. Sei-denwaareu, durch eineZweigbahumitderEiseubahu-liuie Allahabad-Bombay verbunden; 84,441 Ew.N. war bis 1740 ein unansehnliches Dorf.

Nagst (unqar.), groß, des. vor Ortsnamen, imGegensätze zu Kis ^ klein.

Nagst-Banya (deutsch Frauenstadt), königlicheFrei- u. Bergstadt im Ungar. Comitate Szatuiär;Oberbergamt, Münze, Minoriteuconvent, Uuter-gymnasium, Spiritusbrenuerei, Fabrikation vonLöpferwaaren, Schmelztiegeln, Leinen- u. Baum-wollenzeugen; bedeutender Wein- u. Obstbau, leb-hafter Handel, namentlich mit Wein , Obst, Geschir-ren rc.; 1869: 9082 Ew. In der Umgegend vieleu. reiche Gold-u. Silberberg-».Hüttenwerke. 1142ließen sich hierSachsen nieder; KönigLudwig I. er-

theilte1347derStadtbedeutendePrivilegien.H Berns

Nagst-Enyed (deutsch Straßburg), Stadt imstebenbürg. Comitate Uuter-Weißenburg, unweit desMaros, Station der Ungar. Ostbahn; evaugelisch-theolog. Lehranstalt, Gymnasium, Präparaudie fürevaugel. Volksschullehrer, ansehnliche Bibliothek,Münz- u. Naturaliensammluug, Papierfabrikation,starker Weinbau; 1869: 5779 Ew.

Nagst-Kallö,Marktstecken u.Hauptort im Ungar.Comitate Szabolcs; Sitz derComitatsbehörden undeines Gerichtshofes,Uuterrealschule,Salpetersiederei,Ölmühle; 1869: 5835 Ew.

Nagst-Käroly, Stadt, so. v. w. Groß-Karoly.

Nagst-Körös, Marktflecken, s. u. Körös 2).

Nagst-Kunsag, so v. w. Groß-Kumauien, s.u. Kumanien a).