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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Nagy-Lak Nähmaschine.

Nagy-Lak, Marktflecken, s. u. Lak 2).

Nagy-Sandor, Joseph, ungar.Revolutions.general, geb. 1804 in Großwardein; trat frühzeitigin ein österreich. Cavalerieregiment ein, ging 1848als Major zur Ungar. Revolution über, wurde 1849General und Befehlshaber des 1. Armeecorps. Erkämpfte glücklich vor Ofen, dann an der oberenDonau und der Waag, wurde jedoch 16. Juni beiSempta und 15. u. 16. Juli bei Waitzen von denÖsterreichern geschlagen. Am 7. Aug. nach tapfer-ster Gegenwehr von der überlegenen russ. Streit-macht unter Paskiewitsch zurückgedrängt, wandte ersich mit den Trümmern seines Heeres nach Arad,wurde nach der Wafsenstreckung bei Vilagos kriegs-gesangen, den Österreichern ausgeliefert u. 6. Oct.1849 in Arad durch den Strang hingerichtet. Teicher.

Nagy-Szalonta, Marktflecken im Ungar. Co-mitate Bihar, Station der Alföld-Fiumaner Eisen-bahn; Gymnasium, vorzüglicher Ackerbau, starkeSchweinezucht; 1869: 12,333 Ew.

Nagy-Bärad, Stadt, so v. w. Großwardeiu.

Naharro, Bartolome de Torres, geb. uml480zu Latorre in Estremadura, der Vater des span.Lustspiels; er war Geistlicher und gerieth bei einemSchifsbruch in die Gefangenschaft der Algerier; nachseiner Befreiung lebte er eine Zeitlang in Rom,vom Papste Leo X. sehr begünstigt, dann seit 1517in Neapel, wo er seine Lustspiele wahrscheinlich zuerstaufführen ließ; dieselben erschienen erst 6, dann 8 ander Zahl nebst lyrischen u. satirischen Gedichten un-ter dem Titel: Lropalaäia, Neap. 1517, Fol., Se-villa 1520 u. 1533, Madr. 1573; Böhl v. Fabertheilt in seinem 1832 in Hamburg veröffentl. skoatrosspaöol 4 der besten Stücke N-s mit; E. de Ochoanahm in seinem 1836 in Paris erschienenen Issoro äolbeatrosspanoldasStückllimeueaauf. Booch-Arkossy.

Naharvalen (richtiger Naharnavalen), germa-nischesBolk zwischen derOder u.Weichsel; in ihremGebiet war ein heiliger Hain, in welchem die Alci(s. d.) verehrt wurden.

Nahe, 120 üm langer Nebenfluß des Rhein, ent-springt bei Sellbach im oldenburg. FürstenthumeBirkenseld, geht ins preußische Gebiet über, trenntdaraus zuerst die bayer. Pfalz und dann das Grvß-hcrzogthum Hessen von Rheinpreußen, fließt durchein schmales, tiefes u. romantisches Thal, ist bloß anwenigen Stellen schiffbar und mündet bei Bingen.Nebenflüsse rechts: Glan, Alsenz, Apelbach, Wies-bach; links: Hahnebach, Simmerbach u. Ellerbach.An der N. wird auf 1600 da jährlich etwa 48,000ül Wein gezogen, z. Th. recht gute Sorten (Kreuz-nach, Münster, Monzingen, Sarmsheim, Winzen-heim,Laubenheim,Weiler,Norheim),die aber wegenihres Feuers mit Vorsicht zu genießen sind.

Näherrecht (Anfall, Ansprache, Einsprache, Ein-stand, Zugrecht, Losung, lat. Retraetus), die Befug-niß einer Person, eine fremde von ihrem Eigenthü-nier an einen Dritten verkaufte Sache von diesemDritten, sowie von jedem weiteren Besitzer gegenErsatz des ursprünglichen Kaufpreises an sich zu zie-hen. DaS N., ein aus der engen Verbindung zwi-schen Familie u. Gemeinde im alten Deutschland her-vorgegangenes, specifisch deutsches Institut, entstehtentweder Lurch freiwillige Bestellung (Vertrag, Te-stament) oder es beruht auf Gesetz od. Gewohnheits-recht. Die verbreitetsten Arten des letzteren sind die

Erblosung (Ik. Aeubilioius), das Recht der näch-sten Jntestaterben des Verkäufers, die Marklosung,Landmannseinstand, Bürgecontract, das Recht derEinwohner einer Gemeinde oder eines ganzen Lan-des (dann Landlosung gen.) gegen auswärtige Käu-fer; das Gespilderecht, Theillosung, das N. desBesitzers einer Liegenschaft, hinsichtlich der frühermit derselben zu einem Ganzen vereinigten Theileund Pertinenzen; das Nachbarrecht, Fürnossen-recht, das Recht des Besitzers eines Grundstücks aufein angrenzendes, an einen Dritten verkauftes Nach-bargrundstück; Ganerbenrecht (Id. sx jure vou-äomiuü), wonach, wenn eine im Mitcigenthum Meh-rerer befindliche Sache zum Theil veräußert wird,den Theilhabern ein N. auf den verkauften Theilzusteht. Die Ausübung des N-s muß innerhalb einergesetzlichen Zeit, nach Gemeinem Recht binnen Jahru. Tag geltend gemacht werden, u. zwar allein gegenden neuen Erwerber, nicht gegen den Veräußereru. nur zum eigenen Vortheil des Retrahenten. Inneuerer Zeit ist man übrigens wegen der vielenScheinkäufe u. Betrügereien, durch welche man dieAusübung des N-s zu umgehen suchte, sowie wegendadurch herbeigeführter Beschränkung im Verkehrund wegen des Drucks, welchen dadurch die Güter-preise erlitten, von der Begünstigung dieses Rechtsimmer mehr zurückgekommen, so daß dasselbe invielen Staaten ganz aufgehoben, in anderen we-nigstens sehr beschränkt worden ist. Zusammeuleg-ungsgesetze sind an seine Stelle getreten. Lag«.

Nahl,1)Johann Samuel, geb.l664inAns-bach, gest. 1727 in Jena; war früher Hosbildhauerin Berlin, wo er mehrere Gipsbildwerke für die dor-tigen Schlösser fertigte. Er verstand sich daraus, demGips eine besondere Härte zu geben. Hauptwerk:Der Sockel der Reiterstatue des Großen Kurfürstenauf der langen Brücke in Berlin. 2) Iohaun Au-gust, Sohn des Vorigen, Bildhauer, geb. 1710 inBerlin; arbeitete, 1741 nach Berlin berufen, vielfür die Schlösser in Charlottenburg, Potsdam undSanssouci. Seit 1746 aus seiner Besitzung Clannebei Bern wohnhaft, schusN. dort mehrere werthvokleDenkmäler sür die Kirche in Hind elbark. Von ihm auchdas Modell zum Standbild Friedrichs II. in Kassel,wurde 1755 Professor anderKuustakademieinKassel,u.st. 1781 daselbst. 3)Samuel, Bildhauer, Sohndes Vor., geb. 1748 in Bern; bildete sich in Wien,Paris u. Rom und ward später nach Kassel berufen,wo er das obengenannte Modell seines Vaters aus-führte u. 1813 als Professor und akademischer Rathstarb. König Hieronymus hatte ihn zum Akademie-director ernannt. 4) Johann August, Bildhauer,Historien- u. Landschaftsmaler, Bruder des Vorigen,geb. 2.Jan. 1752 in Clanne beiBernauf dem Land-gut seines Vaters, st. 31. Jan. 1825 in Kassel; bil-dete sich in Frankreich und in Italien, wurde 1815Director der Klasse der Malerei bei derAkademie inKassel, wohin er 1792 zurückgekehrt war. In seinenWerken verräth er mehr Phantasie, Studium derNatur u. feinen Formensinn als Sinn für Harmonieder Farbe. Regnet.

Nahl, Säugethier, so v. w. Narwal.

Nähmaschine (hierzu 1 Tafel), Maschine zumZusammennähen mehrerer Stücke Zeug, Tuch, Le-der u.dgl. Die N. wurde zu Anfang des 19.Jahrh-ersunden, blieb aber unzweckmäßig, so lange man