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Nagele -
erhalten blieb; doch bekommt der neue Nagel nichtdie regelmäßige Bildung u. Glätte des verlorenen.Selbst nach Verlust eines ganzen äußeren Finger-glicdes sah man in seltenen Fällen eine nagelartigcBildung an dem erhaltenen zweiten Fingergliede ent-stehen. sAn den Händen unterstützen die N. dasäußerste Fingerglied beim Fühlen u. Greifen, dienenauch als Schutzmittel, sowie zum Fassen kleiner Ge-genstände, zum Kratzen rc. Die St. erfordern einebesondereBehandlnng.bes.ReinigungdurchWaschenmit einem Seisenlappen oder durch kleine Bürsten(Nagelbürsten) und Verhütung des Zulangwerdensdurch Verschneiden. Die N. der Zeheil befördern dieSicherheit des Auftretens und dienen, wie an denFingern, als Schutzmittel. Verkümmerung der N.(Gryphosis) s. u. N-krankheiten. Beim Embryo be-merkt man die St. zuerst im 5. Monate als dünnehantige Plättchen; ihre völlige Ausbildung gehörtzu den Zeichen der Reise eines neugeborenen Kindes,ungeachtet sie auch bei diesem noch sehr zart sind.Im Greisenalter werden sie spröder und krankhaftvöllig hornartig. An Thieren kommen bloß bei denAffenarten eigentliche N. (Platt-N.), als breite undflache Gebilde vor, wo sie auch, wie bei Menschen,einenBezug auf denTastsinn haben; nur uneigentlichwerden Krallen u. Klauen auch als N. bezeichnet.Jah».
Nägele, 1) Franz Karl, geb. Ill.Juli 1777 zuDüsseldorf, begann seine medicinischenStudien an derdortigen Schule für Militärärzte,hielt hier dannselbstVorträge über Physiologie und gerichtliche Medicin,ging nach Straßburg, Freiburg, Bamberg, promo-virte Hierselbst, wurde Physicus für das Amt Barmenu. Beyenburg, kam 1807 als außerordentlicher Pro-fessor für Geburtshilfe nach Heidelberg, wurde 1810ordentlicher Professor u. st. 21. Jan. 1851. Seineerste bedeutende Wirksamkeit als Geburtshelfer fälltin die Zeit des Erwachens des deutschen Geistes fürLiesen Zweig der ärztlichen Thätigkeit, es galt diebessere Gestaltung desselben durch eine passende Lehr-methode zu sichern und dies gethan zu haben, ist einHauptverdienstN's. Von seinen Schriften sind bes. zuerwähnen: Erfahrungen ».Abhandlungen aus demGebiete der Krankheiten des weiblichen Geschlechts,Mannh. 1812; Mechanismus der Geburt, Heidelb.1822; Das weibl. Becken, Karlsr. 1825; Lehrb. derGeburtshilfe für Hebammen, Heidelb. 1830; Dasschräg verengte Becken, Mainz 1839; seit 1825 gaber die Heidelberger klinischen Annalen mit heraus.8) Hermann Franz Joseph, Sohn des Vor.,geb. 3. Mai 1810 in Heidelberg, studirte Medicin,wurde 1838 außerordentlicher Professor für Geburts-hilse inHeidelberg, zeichnete sich in gleicher Weise wiesein Vater aus u. starb mit ihm in demselben Jahream 5. Juli. Er hat neben Ant. Hohl vor allen dieAuscultation der Schwangeren zu einer hohen Voll-endung gebracht; das betreffende Werk erschien 1838;außerdem gab er heraus: Die Lehre vom Mechanis-mus der Geburt, Heidelberg. 1838; Lehrbuch derGeburtshilfes, Mainz 1843, ein umfassendes Werkin der 8. Aust. 1871 erschienen. Thamhay».
Nagelfest, s. bür» vinota.
Nagelflüh (Nagelflue, Nagelselsen, Lrsooia üel-vstiea), Conglomerat aus stark abgerundeten Roll-stllcken von meist jurassischen Kalk- und Sandsteinenu. a. Material mit einem sandig-mergeligen oderkalkigen Bindemittel. Die Trümmer stehen wie Na-
— Nägeli.
gelköpfe auS der Oberfläche hervor, daher der Name.Findet sich im Molassengebirge der Schweiz u. setztden Rigi u. a. Berge zusammen; wird als Bausteinin der Schweiz u. dem südlichen Deutschland häufigzu Grund- u. Wasserbauten, auch zum Chausseebanbenutzt. Lehmann.
Nagelt, 1)HansGeorg,Musiklehreru.Compo-nist, geb. 16. Mai 1773 zu Wetzikon im KantonZürich, widmete sich der Tonkunst u. errichtete 1793in Zürich eine Musikhandlung, gründete 1805 daselbstdas bis 1828 bestehende Singinstitut, 1828 denmusikalischen Frauenverein. Nachdem er von 1819bis 1825 in verschiedenen Städten Vorlesungen überMusik gehalten, wurde er später in Zürich Mitglieddes Erziehungsrathes, 1833 Präsident der Schweize-rischen Musikgesellschaft, u. 1835 Mitglied des Gro-ßen Rathes u. starb 26. Dec. 1836. Für N-s Ent-wickelung des Musikwesens, bes. des schweizerischen,ist N. von großer Bedeutung. Er schloß sich eng anPestalozzi an und schrieb, von diesem aufgefordert,mit Pfeiffer die Gesangbildungslehre nach PestalozzisGrundsätzen, Zür. 1810. JmJahr1820 erschien seineChorgesangschule,1826BorlesungenüberMusik.Zahl-reich sind seine Motetten u. Lieder, unter den letzterenhat sich seine Melodie zu Usteris: Freut Euch desLebens, 1794 zuerst erschienen, bis auf die Gegen-wart großer Beliebtheit erfreut. Als Begründer derSchweizer. Männergcsangvereine und Gesangsfesteerfreut sich Vater N. der größten Beliebtheit. N-sLebensbild schrieb Schneebeli, Zür. 1873. 2 ) KarlWilhelm von, großer Botaniker, geb. 30. März1817zuKilchbergbeiZürich, studirte in Zürich, Genf».Berlin, promovirte inZürich 1840(als Philosoph)u. in Freiburg 1854 (als Mediciner), 1841 DocentinZürich, 1849 außerordentlicher Professor daselbst,1852 ordentlicher Professor in Freiburg i. B., seit1858 in München. N. hat unter allen Botanikernum die allgemeine Botanik die größten Verdienste,da er auf allen Gebieten derselben grundlegende Ar-beiten lieferte, welche sich ebenso durch tiefe Gründ-lichkeit und ungewöhnlichen Scharfsinn anszeichnen,als sie von einer allgemein wissenschaftlichen Durch-bildung (in mathematischer u. physikalisch-chemischerBeziehung) Zeugniß ablegen. Seine hervorragendeWirksamkeit begann in der Zeitschrift für wissenschaft-liche Botanik, welche er 1844—1846 mit Schleidenherausgab, in welche er jedoch die meisten Aufsätzelieferte. Er begann mit den entwickelungsgeschicht-lichen Untersuchungen der Kryptogamen, um aufGrund der bei denselben klarer zu Tage tretendenVerhältnisse die verwickelteren morphologischen Ver-hältnisse bei den Phanerogamen zu erklären. Fernerbegründete N. dis neuere Zellenlehre, indem er nichtnur die Entstehung der Organe, sondern auch dasweitere Wachsthum derselben auf die Entstehungihrer einzelnen Zellen zurückfühne. Von ganz be-sonderer Bedeutung war der Nachweis einer Scheitel-zelle am Ende der wachsenden Organe der Krypto-gamen. Entgegen der EinseitigkeitvielerPhysiologenwidmete N. auch der Systematik seine Beachtung; gingaber hierbei immer von entwickelungsgeschichtlichenGrundsätzen ans. Wichtig sind namentlich seineSchriften über die neueren Algensysteme, Zür. 1847u. über die Gattungen einzelliger Algen, ebd. 1849.Um die klare Darstellung der verschiedenen Formender Zellbildung und der Zelltheilung, so wie um die