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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Nagel -

kleinsten. Die Nägel werden von N-schmieden od.in N-fabriken gefertigt. Schlosserund Schmiedeverfertigen sich oft die nöthigen Nägel selbst, n) Vonden geschmiedeten eisernen Nägeln werden diegrößten auf Wasserhämmern, die kleineren durchHandarbeit gefertigt, und zwar aus vierkantigemStab-, bes. aus Krauseisen und aus gewalztem, inStreifenzerschnittenemEisen(Schneideeisen).Mehreresolche Stäbe erhitzt der N-schmied zugleich in seinerEsse, nimmt einen an der Spitze weißglühenden Stab,schmiedet aus dem Amboß mit dem Hammer denSchaft des N-s, schlägt dann denselben auf demBlockmeißel (N-schrot) los, indem er so viel Eisendaran läßt, als zum Kopfe des N-s nöthig ist. DieVerfertigung des N-kopfes geschieht mittels einigerHammerschläge auf dem entsprechend geformten N-eisen oder der N°form, das in der Mitte ein Lochvon der Gestaltdes Nagelschaftes u. darüber eine Er-höhung (Krone od. Haube) von der Gestalt des in-wendigen N-kopfes hat. Ganz große Nägel werdenauf einem vierkantigen Eisen, oben mit einem Loche,an der Seite mit einer Rinne versehen (Nageldocke),geschmiedet. DieHämmerdesN-schmiedes haben eineflacheBahn von quadratischer Gestalt, b) Gewalzteeiserne Nägel fertigt man zwischen zwei übereinander liegenden Walzen von Stahl (N-maschine),in denen je eine Hälfte der N-form eingegraben war.«) Die meisten Maschinennägel sind aus Blechgeschnittene eiserne Nägel; aus den durchSchmieden und Walzen erzeugten Blechstreifen oderSchienen werden die einzelnen Nägel mit starken,durch Wasser oder Dampfkraft getriebenen Scherenkeilförmig geschnitten, dann ausgeglüht, in einerScheuertonne von dem Grat an den Schnittflächenbefreit u. der Kopf in einer Nagelform aufgeschlagenod. gepreßt. Größere runde od. flügelförmige Köpfewerden so hergestellt, daß man nach dem Einsteckendes Nagels in Las wie ein Schraubstock sich öffnendeNageleisen erst den oberen Theil durch einen Schlagmit einem kleineren Hammer mit schneidender Finneetwas spaltet u. rinn erst durch einen Schlag miteinem größerenHammerdenKopf bildet; darauf öffnetsich das Nageleisen u. der fertige Nagel fällt in einendarunter stehenden Kasten, d) Gegossene Nägelfertigt man aus Eisen, Kupfer und Messing, letzterebesonders als Tapeziernägel zum Beschlagen derMöbel; zu letzteren werden oft die Schäfte wie dieDrahtstifte hergestellt und in die aus einem Durch-schlag ausgeschlagenen Messingköpfe eingelöthet oderangegossen. s)Über die Verfertigung derNägelauZDrahts. Drahtstifte. Schweden, Rußland, Holland,England u. Deutschland liefern Nägel für den Han-del im Großen; aus Steiermark, Kärnten u. Krai»gehen Nägel über Triest nach Italien, Spanien, Por-tugal u.Jndien; England sendetNägel nach NAmerika,Ost- und WJndien, Spanien und Portugal. Auchliefert England viel kupferne Nägel zum Schiff-bau. Nürnberg und Fürth liefern messingene Nägel.2) (Schiffbau), s.) hölzerne, cylindersörmige Stäbevon Akazien- od. Eichenholz, 2540 mm dick, die stattder eisernen N., welche im Schiffbau Spiker (s. d.)heißen, zum Befestigen der Außenhautplanken an dieSpanten benutzt werden. JmKriegsschiffban ist manjedoch beiunsvomGebrauch solcherN.ganzabgckom-men. b) Hölzerne, eiserne oder messingene Pinnen,welche so durch Leisten od. Halter von demselben Ma-

- Nägel.

terial gesteckt werden, daß auf beiden Seiten noch ge.nllgende Längebleibt,umTauwerk darumzu belegen-die betr. Leisten heißen Nagelbänke u. werden rund'um die Masten, so wie seitwärts an Bord angeord-net. Solche N. heißen auch Koffei-, Kovei-,Kovilien-N., od. Belegepinnen. i)Giesel-r. s)Fest.

Nagel, Albrecht Eduard, geb. 14.Juni 1833zu Danzig, studirte Medicin, promvvirte 1855, be-schäftigte sich bes. mit Augenheilkunde, ließ sich, nach,dein er der wissenschaftlichenAusbeute wegen Deutsch-land, Holland, England bereist hatte, in seiner Vater-stadt als praktischer Arzt nieder, siedelte aber 18S4nach Tübingen über, habilitirte sich hier für Augen-heilkunde und erhielt 1874 die ordentliche Professurund die Direction der Universitäts-Augenklinik. N.hat sich durch seine wissenschaftlichen Arbeiten einenhöchst geachteten Rainen geschaffen und namentlichdurch die Aufstellung der Projeclionstheorie beimSehen die bis jetzt bestandenen Anschauungen be-züglich der Identität der Netzhäute über den Hausengeworfen. Thamhayn.

Nägel (Iloguos), Lünne, länglich viereckige,weißliche, durchscheinende, harte, elastischen, gebogeneHornplatten, welche aus der Rückenfläche der drittenFinger- und Zehenglieder (Nagelglied) in einer be-sonderen Vertiefung der Lederhaut, dem Nagel-bette (Nagelmutter) sitzen und ringsherum sich mitder Oberhaut verbinden. Man unterscheidet die N a-gelwurzel (Radix unAuio). den Hinteren, dünnerenund weicheren Theil, welcher mit convexem Randein einem Falze der Lederhaut liegt u. nur als weißerNagelmond (lmuula) hervorsieht; den Nagel-körper, der mittlere rothe Theil, welcher mit derunterliegenden Lederhaut verwächst; ü. die Nagel-spitze, den vorragenden Rand des Nagels. DasNagelbett hat an den Seiten u. hinten einen Vor-sprung der Haut (Nagelwall), der eine rinnenartigeFurche (Nagelfalz) bildet, und ist auf seiner Ober-fläche mit Leistchen (Nagelleisten) besetzt, die vomGrunde des Nagclfalzes am Hinteren Rande desNagelbettes parallel neben einander nach vorn lau-fen. Auf denselben finden sich kleine Papillen u. indie Furchen zwischen die Leistchen greisen Fortsätzeder unteren Nagelfläche. Der Bau des Nagels weichtnicht sehr von dem der Oberhaut ab; er besteht ausEpithelialzellen, welche eine äußere härtere Horn-schicht u. eine tiefere weichere Lage (Schleimschicht)bilden. Die Hornschicht des.Nagels oder die eigent-liche Nagelsubstanz besteht aus fest vereinigten,nicht scharf von einander geschiedenen Lamellen undjede Lamelle aus einer oder mehreren Lagen kern-haltiger, polygonaler platter Schüppchen od. Blätt-chen, welche denen der Epidermis gleichen und inden untersten Lagen dicker und kleiner, als in denoberen sind. Die L-chleimschicht entspricht dem Mal-pighischen Netz u. besteht wie dieses aus kernhaltigenZellen. Das Wachsthum des Nagels geschieht durchAnsatz neuer Zellen am Wurzelrande, wodurch der-selbe nach vorn geschoben wird u. durch Hiuzutretensolcher Zellen an seiner unteren Fläche, wodurch ersich verdickt, jedoch so, daß Las Längenwachsthumdie Dickenzunahme überwiegt, indem die anfangsrundlichen Zellen beim Borrücken sich abplatten undverlängern. Ganz verloren gegangene N. ersetzensich ans diese Weise nach 4K Monaten wieder, wen»nur die Hautspalte, aus welcher sie hervorwuchsen,