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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
Entstehung
Seite
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Nachtkerze

sich,jedoch nur von derAnkunft, bis dieWeibchenaus-gebrütet haben, also bis Johanni; im Zimmer singtsie jedoch früher, oft schon im November, u. hört da-mit erst im September ans. Der N-enschlag isthöchst abwechselnd, bald flötend, bald klagend, baldgezogen, bald abstoßend; bald zieht sie minutenlangeine Strophe einzelner melancholischer Töne hin, dieleise anfangen, allmählich immer stärker werden undendlich dahinsterbend schließen, bald schmettert sie eineReihe von Noten hastig her u. schließt dann diese undviele andere Stanzen ihres Liedes mit den einzelnenTönen eines aufsteigenden Accordes. Ihr Gesanghat wenigstens 24, zuweilen aber sogar bis 50 Stro-phen, wenn es ein guter Sänger ist, dabei die klei-neren Variationen nicht mitgerechnet. Man unter-scheidet nach dem Schlage Tagvögcl, die mehr infreien Gegenden, u. Nachtvögel, die mehr an Ber-gen leben (erstere die häufigeren), so auch wahreNachtvögel (Nachtsänger, Nachtschläger), welchedie ganze Nacht hindurch singen, n. Repetirvögel,welche einzelne, durch Pausen getrennte Schläge thun.Man hält die N. ihres Gesanges willen im Bauerund fängt sie dazu entweder alt mit Leimruthen odermit einem Bügelnetz (Fallgarn), das man über eineranfgegrabenen Stelle an der Erde ansstellt. Meist istVas Fangen der N-en verboten od. das Halten der-selben mit einer Steuer (N-ensteuer) belegt. Zuwei-len zieht man aber auch die Jungen auf, wählt da-bei die am hellsten gefleckten, weil dies Männchensein sollen, doch muß man neben die Jungen alte,gute Schläger hängen, indem man sonst Stümperzieht. Man hält die N-en am besten in SO ein lan-gen, 32 om breiten u. hohen, mit Wachstuch (damitsie sich den Kopf nicht einstoßen) bedeckten N-en-b an er n, die man an einem von der Sonne nicht be-schienenen Orte aushangt, da dieN-nso meist amb estenschlagen. Man füttert die N-en mit geriebenen Mohr-rüben und Semmelkrumen, im Gemenge mit gerie-benem Fleisch. Ab und zu gibt man ihnen Mehl-würmer, auch Ameiseneier. Die N. ist übrigens inder Gefangenschaft dauerhaft, ja sie soll an 25 Jahrealt werden können. Nach der Mythe wurde Philo-mele (s. d.) in eine N. verwandelt. Das östl. Europabeherbergt den Sprosser (s. d.), welcher unserer N.sehr ähnlich ist. Farwick.

Nachtkerze ist Osuotbsra bienuis.

Nachtmahl, s. Abendmahl.

Nachtmann, Franz Xaver, namhafter Mi-niatur- und Porzellanmaler u. Lithograph, geb. inBodenmais 1799, starb 1847 in München. N. malteviele treffliche Blumen-u.Fruchtstücke für des KönigsLudwig l. Prachtservice, aber auch solche in Öl mitMeisterschaft. In späterer Zeit widmete er sich mitErfolg der Porträtmalerei. Regnet.

Nachtpfauenauge, 8aturniL Ks/irairL, Gatt,der Schmetterlingsfamilie der Spinner; Körper klein,wollig; Flügel ausfallend groß, Kopf versteckt, Füh-ler des Männchens breit, des Weibchens wenig dop-pelt gekämmt; Flügel sehr breit, vordere am Außen-rande eben unter der Spitze oft sichelartig ausge-schnitten; ihre Mitte trägt einen oft glashellen Mond-,Angen- od. dreieckigen Fleck; in der Färbung herrschtzartroth od. gelbbraun vor, dazu treten vor u. hin-ter dem Mittelfleck des Flügels meist zackige Bindenauf; Ruhelage der Flügel breit dachförmig; Raupengroß, nackt, grün, mit behaarten, farbigen Warzen-

- Nachtslück.

knöpfen auf den Ringeln, spinnen zur Verpuppungeinen festen, flaschenförmigen Cocon, worin die matt-schwarze gedrungene Puppe ruht. Vorwiegend Ame-rikaner. Die größten und prächtig gefärbten Artengehören den Tropen an. Nur die Männchen fliegenbei Tage umher. Arten: 8. L.tls.8, Atlasspinner,20 ein, zweitgrößter Schmetterling; braunröthlich,auf den Flügeln große dreieckige Fensterchen; China,Ostindien. 8. Ozmtlüa, Ailanthusspinner, 12cm, gelblich violett, Binde u. Monde weiß, Raupeauf ^ilantims Alauänloss., liefert grobe Seide;China. 8. Oeoroxs, Cecropsspinner, 15 om,rußfarben mit braunrothen Binden, Angenfleckenhalbmondförmig, undurchsichtig, bräunlich; Körperbraunroth; Knöpfe der grünenRaupe roth, blau u.gelb; NAmerika; vereinzelt in Europa gezüchtet;Raupenfutter: Hainbuche und Weide. BrauchbareSeideliefernferner: 8.)kamamai,Japan;8.l?orn^i,China; beider Raupenfutter Eichenlaub. 8. Oarxini,kleines, 6 om, 8. 8pini, mittleres, 7 om,u. 8.großes N.,Birnspinner,l3om,sinddrei deutscheArten; alle grau.mitAusnahmedesMännchensvomkleinen, welches gelbe Hinterflügel besitzt; auf jedemFlügel ein schöner, umrandeter Augenfleck. Farwick.

Nachtrab, s. Arridregarde.

Nachtreiher, istFotiooraxKsM., Vogelgattungaus der Farn, der Reiher; Schnabel leicht gekrümmt,etwas über kopflang, stark; Beine kurz; Schwanzzwölsfederig, nur am Nacken verlängerte Federn.Hierher ist. suropasnvKsM., N., 58 om lang; Ge-fieder nach dem Alter verschieden gefärbt; alt: Rückenu. Scheitel schwärzlich grün, Hals u. Unterseite weiß-lich grau, Flügel aschgrau; mittelalt: oben aschgrau,Kehle weiß, Scheitel dunkelbraun, Hals mit asch-grauen Längsflecken; jung: oben dunkelbraun, weißund gelbfleckig, unten weiß mit grauen Längsflecken.Seltener Vogel; Europa, NAsrika. Farwick.

Nachtrupp, so v. w. Arrieregarde.

Nachtschatten, die Pflanzengatt. Kolanum.

Nachtschwalbe, OaprimnIZrm T., Gattung derSchreivögel; schnabelkurz, breit, niedergedrückt, weitgespalten, vorn spitzig, gekrümmt mit Schnurrbart;Augen u. Kops groß,Flügel lang,Beine kurz, mittlereKralle am Jnnenrande kammartig gezähnt; Gefiederlocker, eulenartig; Schwanz nicht gabelig; ruhen amTage amBoden od. aus horizontalenBaumästen, derLänge nach diesen angedrllckt; fliegen in derDämmer-ung geräuschlos umher; erjagen größere Jnsecten, bes.die großen Nachtfalter;Nestim Heidekraut; zweiwalz«liche, weiße, grau marmorirte Eier. 2 Europäer:Europäische N. (Ziegenmelker, Brillennase, Kuh-sauger, 0. suropasu8 L.), 29 om, so groß wie eineDrossel, graubranngewellt, braun getüpfelt, Schwanzgrau, brannbindig; in lichten Wäldern. Rothhal-sige N., 0. rnüoollis, 32 om, hellgrau, schwarz ge-wellt; ein rothes Halsband. Spanien. Farwick.

Nachtstgnale, s. u. Signale.

Nachtstück, 1) (Allgemein) die künstlerische Dar-stellung eines die Phantasie zu düsterer Stimmunganregenden Motivs. In diesem allgemeinen Sinnekann mau nicht bloß iu der Malerei (s. u.), sondernauch in der Poesie, ja selbst in der Musik von N-ensprechen. Beispiele aus der Poesie, namentlich ausdem Bereich der Novelle, der Sage, der Erzählungüberhaupt sind nicht selten; zu den bekanntesten ge-hören die Hoffmannschen N-e, sowie mehrere Erzähl-