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Nachschlag — Nachtigall.
sicherste Mittel zur Erlangung zuverlässiger Nachrich-ten ist ein sorgfältiger und wett ausgreifender Aus-kläruugsdienst durch die Cavalerie. Bei grosserräumlicher Trennung der gegnerischen Heere, alsonamentlich bei Beginn eines Krieges, ist dieses Mitteljedoch nicht immer ausführbar u. man bedient sichdaher häufig auch besonderer Kundschafter (s. d.) u.benutzt jede Gelegenheit, sei es durch Zeitungen, auf-gefangene Briefe, Äussagenvon Deserteuren, Kriegs-gefangenen rc., um die Lage u. Absicht des Gegnerszu erforschen. Derartige N. sind zwar nicht immerzuverlässig u. häufig auch widersprechend, durch Zu-sammenstellung u. Eombination gelingt es aber dochnicht selten, Klarheit über die Verhältnisse beimGegner zu erlangen. In den Generalstäben dergrößeren Heereskörper sind daher meist besondereAbtheilungen für das Nachrichtenwesen organisirt. S-
Nachschlag (Mus.), der beigefügte Anhang beidenNoten, wouiit derTriller schließt; LanndieSpiel-Manier, bei welcher einer melodischen Note noch einekleine Note angehäugt wird, deren Werth der Haupt-note abgezogen wird; damit sie nicht mit den Bor-schlügen verwechselt werden können, schreibt man siegewöhnlich in kleinen Noten aus.
Nachschwaden, s. Schlagende Wetter.
Nach Sicht, s. u. Wechsel.
Nachspiel (Theat.), kleines, meist einactigesLust-spiel, Operette od. Vaudeville, zur Ausfüllung desTheaterabends, nach einem größeren Stücke nochaufgefllhrt; bei großen Stücken ein meist mit neuemTitel versehener Schlußact, welcher das endlicheSchicksal der Hauptpersonen, in späterer Zeit, Lar-stellt; (Mus.), Orgelstllck, unter dessen Klängen nachganz beendigtem Gottesdienste die Versammlung dieKirche verläßt. Ein kleines Tonstück, welches ausdas Hauptstllck, dem es angefügt ist, in einer allseiti-gen Beziehung steht.
Nachsteuer, so v. w. Abschoß.
Nacht, die Zeit von Sonnenuntergang bis Son-nenaufgang, genau die Zeit vom Momente an, wodie Sonne mit ihrem Mittelpunkte sich unter denHorizont senkt, bis dahin, wo sie sich mit diesem wie-der darüber erhebt. Die Dauer der N. ist wechselndnach der Lage des Ortes auf der Erdoberfläche undnach denJahreszeiten. Unter dem Aequator sind Tagu.,N. stets gleich lang, unter allen übrigen Breiten abernur zwei Mal im Jahr, 21. März u. 23. Sept. Diekürzeste u. längste R. fallen in die Zeit der Solstitieu,21. Juni u. 21. Dec. In der Nähe der Pole ist dieVerschiedenheit zwischen Tag n. N. wegender Schiefeder Ekliptik im Laufe eines Jahres am bedeutend-sten. Im gewöhnlichen Leben bezeichnet man alsN.dieZeitvom Ende der Abenddämmerung bis zumEintritt der Morgendämmerung (vgl. Dämmerung).In deuhöherenBreitegraden, wo die Dämmerung inder Mitte des Sommers selbst um Mitternacht nichtganz verschwindet, ja wol die Sonne nie ganz unter-geht, wird es auch in diesem Sinne nicht eigentlich N.Die Göttin der Nacht ist in der griech. MythologieNyx, in der skandinavischen Nott (s. b,). Specht-
Nachlasse, Hzwtnplilleous , Affen-Gatt,aus der Fam. der Breitnaseu; Körper gestreckt, lockeru. weich behaart; Kopf rundlich, mit großen, eulen-artigen Angen u. kleinen Ohren; Nasenlöcher nachunten geöffnet. Hierher bk. brivirgabus Mi-rikina, 34 em lang; graubraun; Stirn mit drei
schwarzen Streifen; Schwanz mit schwarzer Spitze,über Körper lang. SAmerika. '
Nachtbogen, den Bogen, den die Sonne (oderein anderes Gestirn) während der Nacht an der unterdem Horizonte des Beobachters befindlichen Hälftedes Himmels beschreibt.
Nachtfalter, bloeturua, nach Linne die drittegroße Abtheilung der Schmetterlinge, ihrer Unuatnr-lichkeit wegen jetzt aufgegeben. Die Familien wer-den theils den Klein-, theils den Großschmetterlingeileingesügt.
Nachtgleiche, so v. w. Äquinoctium.
Nachthans, s. u. Compaß.
Nachtigal, Gustav, berühmterAfrikareisender,geb. 23. Febr. 1834 zu Eichstätt bei Stendal; stu-dirte in Berlin, Halle, Würzburg und GreifswaldMedicin, wurde Militärarzt in Köln, mußte aberdiese Function 1861 wegen Brnstleidens aufgebeuu. ging nach Algerien, dann nach Tunis, wo er alsLeibarzt in die Dienste des Beys trat. Auf RvhljsVeranlassung wurde er mit der Überbringung derGeschenke des Königs von Preußen für den Sultanvon Bornu betraut. Er brach 17. Febr. 1869 vonTripolis aus, machte von Murzuk aus einen Aus-flug in die Oase Tibesti, die von einem berüchtigtenStamme der Tibbn bewohnt wird. Znrückgehalten,grausam behandelt n. mit dem Tode bedroht, kam ernur durch nächtliche Flucht mit dem Leben davon.In Murzuk wurde N. daraus monatelang aufgehat-teu, bis es endlich gelang, eine Karawane zu Standezu bringen. Am 18. April 1870 konnte er ansbrechenu. gelaugte 6. Juli nach Kuka. Von hier unternahmer zunächst eine ömonaltiche Reise nach dem Tsadseeu. den nordüstl. davon gelegenen Ländern, wandtesich 1872 nach Bagirmi im S. des Tjadsees und imfolgenden Jahre nach Wadai, wo er unerwartet guteAusnahme fand, aber an seiner Weiterreise nach Ü.Lurch die kriegerischen Ereignisse in Dar For (s. d.)aufgehalten wurde. Im Sommer konnte er erst wie-der aufbrechen u. gelangte durch Dar For u. Kordo-fan 22. Nov. 1874 nach Kairo. Durch diese Reisen,die größtentheils durch Gegenden führten, die voneinem Europäer noch nie betreten, u. mit den größ-ten Entbehrungen und fast beständiger Lebensgefahrverknüpft waren, hat St. sich den Ruhm eines derersten Entdeckungsreisenden gesichert. Die Resultateseiner Reisen sinv vorläufig erst in Zeitschriften nie-dergelegt, werden jedoch in einem größeren Werkedemnächst veröffentlicht werden (1. Lyeil 1878). N.ist Präsident der Deutschen Afrikanischen Gesellschaftin Berlin; er erhält aus der Reichskasse eine jähr-liche Pension von 6000 LI und ist neben anderenAuszeichnungen im Besitz der großen goldenen Me-daille der Pariser Geographischen Gesellschaft. Schrwt.
Nachtigall, Imsoioln, luseinig. D., Vogelart ausder Familie der drosselartigen Sänger, 18 em lang,rostgrau, unten weißgrau, Schwanz rostfarben, zweiteSchwinge kürzer als die vierte; Geschlechter äußer-lich nicht unterscheidbar. Die N. lebt in ganz Europa,Mittelasien u. NAsrika in Laubhölzern und Gärten;sie nährt sich von Jnsecten; ihr 'Nest baut sie an derErde aus Wurzeln u. Halmen u. legt 4—5 grünlich-braun angelaufene Eier. DieJnngen sind rostgrau u.ander Brust braun gefleckt. Die Sk. zieht im Septemberfortu.kommt Mitte April, die Weibchen früher als dieMännchen, wieder. Das Männchen singt (schlägt) treff-