Druckschrift 
Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
Entstehung
Seite
294
Einzelbild herunterladen
 

29 t

Mützcnschnccken Mygdonia.

geheime Gesellschaft, welche Gleichheit der Menschen-rechte bezweckte.

Mützenschnecken, LIitriäas^1ck.,Schneckenfam.aus der Ordn. der Vorderkiemer; Gehäuse spindel-od. thiirmsörmig, dick mit kleiner Mündung; Spin-del faltig, blattartig umgeschlagen. Meere der Tro-pen. Llitrapapaliv, Papst-M.; weiß, roth gefleckt;Gewindezackig,höckerig. LI.spioooxuiis,Bischofs-mütze; weiß mit rothen, viereckigen, querreihig an-geordneten Flecken. LI. xontnüealis, Hoheprie-stermütze; weiß, rothfleckig, furchig gestreift; Ge-winde mit Höckern. LI. earäinaliv, Cardinals-mütze; weiß, quergestreift und punktirt, die braun-rothen eckigen Flecken in Qucrreihen. Farwick.

Aiutzig , Stadt im Kreise Mölsheim des Negbez.Unter-Elsaß (Elsaß-Lothringen), an der Brensch u.dem Eingänge desBreuschthales, Station der Elsaß-Lothringischen Eisenbahnen; Fabrikation von Eisen-waaren u. Papier, Bleichen, Bierbrauerei, Stein-brllche, Weinbau; 1875: 2785 Ew. JnM., dasim13. Jahrh. Mauern erhielt, bestand vor 1870 einebedeutende Waffenfabrik.

Mutzscheu (Mutschen), Stadt in der königl.sächs.Amtshauptmannschast Grimma; Schloß, Cigarren-sabrikation; 1875: 1644 Ew. In der Nähe, bes. amSchloßberge, werden die sogen. M - er Diamanlen(Achatkugeln mit Quarz) gefunden.

Muzäffargarh (Mozufsergurh), 1) District derDivision Multan (s. d.) imPendschab, 7826f(Zicm,295,547 Ew. 3) Hauptstadt davon, 4719 Em.

Muzaffarnagar (Mozuffnrnuggnr), 1) Di-stritt der Division Mirat der indobrit. NWProvin-zen, im Duab des Ganges und Dschumna, an deselfteren Ufern fruchtbar n. wol angebaut, durchschnit-ten von dem Kanal zwischen diesen beiden Flüssen u.der Eisenbahn Delhi-Lahore; 4273H>ümu. 690,082Ew. 3 ) Hauptstadt davon, an der genannten Eisen-bahn; 10,793 Ew.

Muzaia (Dschebel M.), Berg und Paß in derKüstenkette, südl. von Algier; 1830 Erstürmung desPasses durch die Franzosen; jetzt fahrbare Straßevon Algier nach Medeah.

Muzart (Musart), eine andere Bezeichnung descentralasiatischen Gebirges Thian-schan, M.-Paß,ein mit Eis u. Schnee bedeckter Paßweg in demsel-ben, der von Kuldscha nach Aksu führt.

Muztagh (Mustagh, mongolisch, d. h. Eisge-birge), ein noch unbestimmt gebrauchtes Wort fürbegletscherte Gebirgskämme; es findet sich als andererAusdruck für das Thian-schan-Gebirge (s. d.), ebensofür das Karakorum-Gebirge (s. d.) iu Asien; in demletzteren ist der höchste Paßweg, der M.-Paß, 5786 m.

MwutaN-See(AlbertNjanza,Luta-Nzige), gro-ßer See im Quellgebiete des Nil (über 800 m ü. d.Meere), 14.März1863vonBakerzucrstentdeckt; der-selbe ist bis jetzt nur iu seinem nördl.Theile(3 40 , 1 .Br.) bekannt, seine Breite nimmt hier von mehr als100 Lm rasch auf 30 ab; die User sind von mehr od.minderhohenBergen(12003000m) eingefaßt, dieSchifffahrt aus dem tiefblauen See wegen zahlreicherGranitklippen schwierig; Nilpferde, Krokodile undgroße Fische kommen zahlreich darin vor, das Ufer-land ist vielfach salzig. Wie weit er sich jeuseit desÄquator erstreckt n. ob er mit dem Tanganjika-Seezusammenhängt, ist noch unbekannt, letzteres sehrunwahrscheinlich. In ihn münden zahlreiche Flüsse

zum Theil in schönen Katarakten, vor Allem beimDorfe Magungo im NO. der Karuma-Nil, welcherans dem Ukerewe-See kommt; aus dem nördlichstenEnde fließt der weiße Nil (Bahr-el-Gebel). Dronii.

Myasthenie (v. Griech.), Muskelschwäche.

Mycelium werden die zunächst aus den Sporender Pilze sich entwickelnden geraden oder meist ver-zweigten Fäden genannt, deren Zweige auch sehroft sich mit einander verflechten u. eine Art Gewebebilden, in welchem sich eine dichtere Nindenschicht u.eine lockere Markschicht ausbildet, wie z. B. bei demM. des ^Aurierw mslksus, welches früher als Müro-morpkia beschrieben wurde. Die Mycelien derverschiedenartigsten Pilze sind äußerlich einander oftsehr ähnlich, so daß allein nach dem M. ein Pilz mirselten bestimmt werden kann. Die Mycelien bildensehr oft unter der Rinde der Bäume u. im abgesalle-nen Laube große, reichverzweigte Massen, an denenspäter die Fruchtkörper entstehen. Bei manchen nie-deren Pilzen entwickelt sich, namentlich vor demWinter, ein sog. Daner-M., ein dichter fester Körper(auch Sklerotium genannt), der zur Überwinterunggeeignet ist und meist in der nächsten Vegetations-periode den Fruchtkörper entwickelt. Ein solchesSklerotium ist z.B. das Mutterkorn, s.vlavioops.

lVFeetss, so v. w. Pilze. sEngler.

Mycetozoen, so v. w. LIFxam/evtes.

Ü/Fooüornia T'evs., Gatt. (?) der Spaltpilze oderSchizomyceten, welche an der Oberfläche verdünnte,!Weingeistes sich entwickeln u. durch fortgesetzte Spalt-ung sich so stark vermehren, daß sie bald eine schlei-mige Haut (die Essigmutter) bilden. Unter Aus-nahme atmosphärischen Sauerstoffs bewirken sie dieBildung von Essigsäure. Engter.

Mycoililts, 1) Friedrich, eigentlich Mekum,Reformator Thüringens, Mitarbeiter Luthers, geb.26. Dec. 1491 zu Lichtenfels in Oberfranken, trat1510 in das Franciscanerkloster iu Annaberg und1512 in Weimar, wo er 1516 die Priesterweihe em-pfing; er schloß sich gleich anfangs der LutherischenReformation an u. kam 1524 als evangel. Psarrernach Gotha; von hier aus wurde er der ReformatorThüringens, nahm an mehreren Religionsverhand-lungen Theil u. wurde zur Einführung der Refor-mation nachLeipzigberufen; erst. 7.April 1546. Vgl.Lommatzsch (Harrabio äs LIz-eonio), Annab. 1825,u. Ledderhose (Gotha 1854). 3) Oswald, schweizer.Reformator, eigentlich G eißhüsler, geb. 1488 inLuzern, war zuerst Schullehrer in Bern, wurde 1516Lehrer an der Stiftsschule in Zürich, darauf in Lu-zern, 1523 in Einsiedeln u. nach kurzem Wirken da-selbst Lehrer derSchule bei dem Frauenmllnsterstiste,wo er sich um die Reformation der Schule verdientmachte; 1531 wurde er Diakonus n. 1532 Pfarreru.Professorin Baselu.st.hier 14.Oct. 1552. Erschr.:Commentarüber Marcus, 1538, u. Zwinglis Biogr.,1532. Vgl.Melch.Kirchhofer, Zürich 1813; Hagen-bach, Öcolampadius u. M., Elberfeld 1859. vöffl-r.»

Mydriasis (gr.), so v. w. Erweiterung der Pu-pille, künstlich hervorzubringen durch Atropin (s.d.).

Myelitis, Rückenmarksentzündnng.

Myelomalacie, Rückenmarkserweichung.

Mygdonen, ein thrakischer Volksstamm, in dersruchlbarenEbeneanderSKüstederPropontisumdei,See Aphnitis (unweit Kyzikos) in Mysien wohnhaft.

Mygdonra, 1) Landschaft inMakedonien; begriff