Druckschrift 
Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
Entstehung
Seite
132
Einzelbild herunterladen
 

132

Mompox

Mompox, Stadt im Staate Bolivarsüdamerikan.Conföderation Colombien, am Magdalencnstrom;etwa 10,000 Ew.

Mon . .. (griech.), so v. w. Mono . ..

Mona, 1) (a. Geogr.), Insel zwischen Mion u.Hibernia, hatte viele u. tapfereBewohner, war Haupt-sitz der Druiden u. durch Menscheuopserdienst berüch-tigt; beiTacitus die heutigeJnselAnglesea (sie wurdevon Agricola erobert); bei Cäsar wol die Insel Alan;2 ) (a. Geogr.), kleine vulcauische Insel zu Portorico(Westindien) gehörig.

IVIonacinum (neulat.), so v. w. Mliucheu.

Moniichos(gr.), einMLnch; daher Monachologie,Darstellung desMönchwesens; Monachomachie, Be-streitung des Mönchwescns.

Monaco, 1) ein kleines Fürstenthnm am Mit-telmeerc, zwischen Genua u. Nizza; 15 dsicm mit1873: 5741 Ew.; liegt in der sogeu. Riviera di Po-nente (s. Riviera) sehr angenehm, ist fruchtbar, be-sonders an Südfrüchten, Obst und Oliven. M. isteine Erbmonarchie im Besitz des Hauses Grimaldi.Dem Fürsten, der die Hälfte des Jahres in M., dieandere Hälfte in Frankreich residirt, steht ein Staats-rath von 5 Mitgliedern zur Seite. Commerciellsteht es im Zollverband mit Frankreich. 2) (korbnsLlonosoi), Hauplstadt ans einem baslionartig insMcervorspringendenFelsen,StationderParis-Lyon-Mittelmeerbahn, berüchtigte Spielhölle, etwas be-festigt; Residenzschloß, kleiner Hasen (sonst LoriusRsronlis), Fischerei u. Küstenschlfffahrt; Hanptaus-suhrartikel sind Hl, Orangen, Citronen, Parsüme-ricn, Liqnenre, künstlerisch gearbeitete Töpfer-waarcn rc.; 2667 Ew. 3) (Gesch.) Kaiser Otto I.soll 968 das Fürstenthnm zu Gunsten der genuest-scheu Familie Grimaldi gegründet haben; bekanntist erst der Grimaldi, welcher als Admiral der Ge-nuesen einen Kreuzzug mitmachte u. 1218 Damiettemit einnahm. Dessen directe Nachkommen regier-ten, ohne den Fürstentitel zu führen, bis 1457, wodas Fürstenthnm an Clandine, die Tochter Cata-lans kam, welche an ihren Vetter Lambert Gri-maldi, Herrn von Antibes verheirathct war. Da-mals stand M. unter spanischer Oberhoheit bis 1641,wo Fürst Honore II. durch den Tractat von Pe-ronne sich unter die Oberhoheit Frankreichs begab.Weil er darüber seine in Spanien u. Neapel liegen-den Lehngüter verlor, so gab ihm der König vonFrankreich dafür das Herzogthnm Valentinois, undmehrere andere Herrschaften in Frankreich und er-nannte ihm zum Pair von Frankreich. Mit Antonstarb 20. Februar 1731 die Familie Grimaldizum zweiten Male im Mannesstamme aus. Seineälteste Tochter, Louise Hippolyte, war aber schon 1715zur Erbin von M. nebst Zubehör erklärtu. in dem-selben JahranJ akob FranzLeonor de Goyon-Matignon, Grafen von Thorigny, vermählt wor-den, welcher den Titel eines Herzogs von Valenti-nois annahm u. die damit verbundene Pairswllrdeerhielt. Louise Hippolyte starb 23. Dec. 1731, undihr solgteihr Sohn Honore III. (geb. 1720), seit1751 Herzog von Valentinois und Pair; er verlor1793 das Fürstenthnm, welches mit dem Departe-ment Seealpcn der französischen Republik einverleibtwurde, u. st. 1795. Sein Sohn Honore IV., seit1777 Herzog von Valentinois, erhielt 1814 durchden Pariser Frieden M. wieder, u. zwar mit voller

Monaghmi.

Souvsränetätnnter altem Schutzverhältnißzn Frank-reich , jedoch wurde dieses durch den Pariser Haupt-tractat vom 20. Nov. 1815 in ein Schntzverhältnißzn Sardinien nmgeändert. Durch Declaration vom8. Nov. 1817 anerkannte der König von Sardiniendis Souvcränetät des Fürsten über M., Mentone u.Roccabrnna, behielt sich aber das Recht der militäri-schen Besetzung u. derErnennung desPlatzcomman-danten in der Stadt M. vor. Fürst Honore IV. st.blödsinnig 1819; ihm solgte sein Sohn Honore V.u. 1841 dessen Bruder Florestan. Infolge einerUnruhe in dem Fürstemhume gegen den Reformenabgeneigten Fürsten, ließ der König von Sardinien1848 Mentone u. Roccabrnna besetzen u. vereinigtediese Ortschaften durch Decrec vom 18. Sept. 1848mit seinem Königreiche, wogegen der Fürst protestirte.Am 20. Juni 1856 st. Florestan I. in Paris; ihmfolgte sein einziger Sohn Fürst Karl III., Herzogvon Valentinois, geb. 8. Dec. 1818 u. vermählt seit1846 mitAntoinctte geb. Gräfin Merode.Am 2. Febr.186l überließ Karl gegen 4 Mill.Frcs.Roccabrnnan. Mentone bei der Annexion Nizzas an Frankreich;seitdem gehören sie zum Departement ^ixss mari-times. Dem Fürsten blieb nur Stadt und Gebietvon M., wo bis 1877 der Spielpächter F. Blancregierte. Seit 1876 leitet das Fürstenthnm der Erb-prinz Albert. u 2) Schwor s)Klemschimdt.

Monade (Henade, v. Gr.), ursprünglich so v. w.Einheit. In dem philosophischen Sprachgebrauchbezeichnet das Wort die einfachen und nntheilbarenRealprincipien, welche gewissen Basen u. Complexenvon Erscheinungen zn Grunde liegen. In diesemSinne bedienten sich schon die Pythagoreer u. Platodes Ausdrucks. Namentlich Leibniz bezeichnte alsM-n die einfachen Substanzen, welche in den ver-schiedenen Gebieten der Erscheinungswelt die Quelleder Kraftthätigkeit sind; daher man seine Lehre Mo-nadenlehre oder Monadologie nennt. Durch die ihrinwohnende Kraft und ihre Äußerung unterscheidetsich die M. vom Atom (s. d.).

lVIonaäolpbus, monadelphisch, einbrüderig (von denStaubfäden), in eine Röhre gewachsen; daher Llo-nacielpiüa, 16. Klasse des Linneijchen Pflanzensy-stems, s. Pflanzensysteme.

Monaden, Thier-Gruppe des Typus der Ur-thiere (krotoMn). Es sind einzellige, blattgrün-lose Wesen, deren Schwärmsporen (s. d.) meistens inden Amöben-Zustand (s. Amöben) übergehen, unddann, nach aufgenommener Nahrung, in einen durchden Besitz einer derben Zellmembran charakterisirtenRuhezustand eintreten. Eine Anzahl derselben, z.B.Llcmas, sind bewimperte Schwärmsporen, welche znkriechenden Amöben auswachsen. Bei manchen,z. B. bei der Stärkemonade (Llonas amzcki) fließenmehrere Schwärmer, nach Art eines Plasmodium(s. d.) zu einer Amöbe zusammen. Dann nehmensie Kugelform an, mährend ihre Oberfläche eine Mem-bran bildet, und zerfallen innerhalb der Membran(Cyste) in eine Anzahl vonAbtheilnngen, welche ein-zeln ausschlnpfen u. denselbenEntwickelnngsvorgangwiederholen. Hierher u. a. die Blutmonade (Llonasxroäissiosa, s. Blutwnnder u. Bakterien), welche in-dessen von Manchen zn den Pflanzen n. zwar zu denBakterien gerechnet wird. Thomö.

Monaghan, 1) Grafschaft in der irischen Prov.Ulster, grenzt im W. an Cavan u. Fcrmanagh, im