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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Tabak-«.Seidenbau treiben sie auch Tuchfabrikation,Seideuhaspelei, Leinenweberei, Färberei, Druckerei,Branntweinbrennerei, Bier- u. Essigbraucrei, Kalk-brennerei rc. Seit 1831 hat jedes Dorf eine StreckeLand mit Wald-«.Maulbeerbäumen bepflanzt. In-folge der neuen Militärgesetzgebung in Rußland sindviele nach Amerika ansgewandert. H- Berns.

Mölsheim, 1) Kreis im Regbez. Unter-Elsaßdes deutschen Reichslandes Elsaß Lothringen, wirdvon der Brensch durchflossen u. von den Linien M.-Waßelnheini, Straßbnrg-Barr n. MntzigderElsaß-Lothring. Eisenbahnen durchschnitten; 660,75 HIrm(12s^M.) mit (1871) 74,910 Ew. (mit Militär). 2)Stadt darin, an der Brensch n. am Fuße des Wasgau-gcbirges, Station der obengenannten Eisenbahn-linien; schönelpfarrkirche (von1580), Marktplatz mitschönem Springbrnnuen,sowiemitdem alten (dieMetzgenannten) und dem neuen Rathhaus (letzteres mitFruchthalle), berühmte Fabrikation von Eisenwaaren(Sicheln, Sägen, Springfedern, Schrauben rc.),Bierbrauerei, Gerberei, Bleicherei, guter Wein-(Finkenwein) und Hopfenba«, Getreide- und Wein-Handel, Wasserleitung; 1875: 3080 Ew. M. warschon im 10 . Jahrh. bekannt u. ehemals eine bischöf-liche Stadt, später ein Hauptsitz der Jesuiten im Elsaß.Die von ihnen hier 1580 errichtete Schule erhielt1618 Universitätsprivilegien und wurde 1701 nachStraßbnrg verlegt. H- Berns.

Moltcni, Giuseppe, ital. Porträt- u. Genre-maler, geb. zu Affcri (Lombardei) 1800, st. zu Mai-land im Januar 1867; war erst Bilderrestaurator,wurde aber bald ein gesuchter Porträtmaler u. leisteteauch im Genre Tüchtiges. Später ward M. Conser-vator au der Pinakothek in Mailand und blieb esauch unter italienischer Herrschaft. Ihm verdankt dieitalicn. Genremalerei ihren Aufschwung. In seinenWerken bekundet er ein tiefes Gemüth, feinen Ge-schmack, kräftigen Farbensinn und breite Technik.Hauptwerke: Porträt des Kaisers Ferdinand, desFürsten Metternich rc.; Die Beichte (gestochen vonWagner) im Belvedere; Das Kind in der Muschel;Die Verlassene; Der Kaminfeger in der Kälte; DieWahrsagerin. Großes Verdienst erwarb sich M. Lurchdie glückliche Restauration vonLionardosAb endmahl.

Moltke, eine seit dem 13. Jahrh. inMecklenbnrg,später auch in Schweden und Dänemark angesesseneFamilie, welche inMecklenbnrg ihre alten Wohnsitzeerhalten hat u. sich von da aus nach Dänemark, Öster-reich, Bayern u. Württemberg verzweigte; theilt sich,nachdem die Schwedische Linie, aus der die AhnfrauGustav Wasas stammte,Ende des 14-Jahrh. erloschen,in 3 Linien.

Die älter e, vormals Württemb.Linie erhieltst:Friede ich Detlev (geb. 1750,gest.1825)diekönigl.preuß. Oberjägermeister-, l9.Oct. 1776 die deutscheReichsgrafcnwürde. Chef derselben ist Graf Fri ed-rich Georg Alexander, geb. 16. Februar 1866,Sohn des 22.Sept. 1831 geborenen u. 3.Aug. 1874als preuß. Rittmeister gestorbenen Grafen Friedrich.

Die Jüngere Linie wurde 31. März 1750 inden dänischen Lehensgrasenstand mit dem Prädicatvon Bregentved erhoben in der Person des GrasenAdam Gottlob, geb. 10 . Nov. 1709, war mit demKönig Friedrich V. von Dänemark ausgewachsen,wurde dessen vertrauter Freund u. dänischer Staats-und Premierminister, war auch mit Klopstock intim

Moltke.

befreundet. Er st. 1792 mit Hinterlassung von 2 »Söhnen, die bedeutende Stellungen im Civil- undMilitärdienste Dänemarks einnahmen. JoachimGotische, Erbe der Lehnsgrafschaft, geb. 27. Juli1746, gest. 5. Octbr. 1818, war bis 1781 dänischerStaatsminister n. nach 1813 wieder Ralhgeber desKönigs. Sein Sohn und Nachfolger Adam Wil-helm, geb. 25. Ang. 1785, gest. 15. Febr. 1861,war dänischer Staatsminister, erst der Finanzen,dann anderSpitzedesStaatsraths,seit 1848 Ministerdes Auswärtigen n. für Schleswig bis 1852. SeinWerk war die königl. Verkündigung vom 24. März1848 über die unzertrennliche Verbindung Schles-wigs mit Holstein. Jetziger Chef ist Graf AdamHeinrich Karl, geb. 23. Juni 1829, k. k. Majora. D.; Besitzer der Grafschaft Bregentved aber GrasFrederik, der Chef des 2. Zweiges dieser Linie,während der von Gebhard, ebenfalls einem Sohnedes ersten Grafen Gottlob, gestiftete NebenzweigMoltke-Hvitfeld zu Moltkenborg (Fünen) in AdamGottlob, geb. 10. Juni 1798, seinen Chef hat.Aus dieser jüngeren Linie sind noch zu erwähnen:Graf Adam Gottlob Detlev, geb. 15. Jan. 1768,legte begeistert von den Ideen der franz. Revolutionseinen Grafentitel ab und nannte sich Citoyen M.,lebte in Lübeck und betheiligte sich lebhaft bei denStreitigkeiten wegen der holsteinischen Verfassung,schloß sich 181523 der jchleswig-Holstein. Ritter-schaft an, als dieselbe unter Dahlmanns Anleitungbeim Bundestage petitionirte, u. st. 17. Juni 1843.Er schr. u. A.: Einiges über die Verfassung Schles-wig-Holsteins u. die Ritterschaft, Lllb. 1833. GrafMagnus, sein Bruder, geb. 20. Ang. 1783, wurde1813 Rath beim schlesw. Obergericht, 1831 Abge-ordneter der Stadt Schleswig zu den Provinzial-ständen, sprach als Präsident für Preßfreiheit undOrdnung im Finanzwesen u. machte sich durch großenLiberalismus seine Standesgenossen und die Regier-ung abgeneigt; in der zweiten Ständeversammlungverlangte er offene Trennung der Finanzen Schles-wig-Holsteins von den dänischen, so wie einen verant-wortlichen Finanzminister. Er schr.: Über Len Adelu. dessen Verhältniß zum Bürgerstande, Hamb. 1830;Reise durch das obere u. mittlere Italien, ebd. 1832;Über Las Wahlgesetz u. die Kammer mit Rücksicht aufSchleswig-Holstein, Hamb. 1834. M. st. 12. März1864 in Kiel. Graf Karl, Sohn des Citoyen M.,geb. 15. Nov. 1800; als Obergerichtsrath inGluck-stadt ein Bertheidiger der schleswig-hvlstein. Inter-essen, wurde er nachher Absolutist, 24. Jan. 1848Staatsminister, 1849 dän. Gesandter in Rußland,vom 13. Julibis 18. Nov. 1857 Minister ohne Porte-feuille, 27. Jan. 1852 bis 18. Dec. 1854 Minister fürSchleswig, wo er in antideutschem Sinne wirkte,wurde 1864 wieder Minister u. st. 12. April 1866 .

Die neuere Preußische Linie gründete: Hel-mnth KarlBernhardG ras von,p reu ß.Gene-ral-Feldmarschall, geb. 26. Oct. 1800 zu Par-chim in Mecklenburg-Schwerin. Er besuchte seit1812 die Landcadettenakademie in Kopenhagen undtrat 1818 in dänische Kriegsdienste, vertauschte dieseaber 1822 mit den preußischen und machte bis 1826den Cursus auf der allgemeinen Kriegsschule durch.Im 1.1827 wurde er als Premierlieutenant demGeneralstab zugetheilt, und nachdem er 1835 zumHauptmann avancirt war, machte er gegen Ende dieses