Druckschrift 
Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
Entstehung
Seite
126
Einzelbild herunterladen
 

Menhang zwilchen dem Thiere nnd diesen Gebildenist dazu ein viel zu geringer. Hauplbestandthcil desNervensystems ist der den Schlund umgebende Ner-venschlundriug (Nervenhalsband), dessen oberesGanglion (Gehirn) Sinnesnerven entsendet, n. vondessen verschiedenen Ganglien sich schließlich die Kör-pernerven abzweigen. Die Sinnesorgane, nament-lich Gesicht u. Gehör, sind oft vortrefflich entwickelt;desgleichen die Verdaunngsorgane. Als Tastorganetreten Arme, Fühlhörner und Fühlsäden auf. DasHerz ist cinPnlsaderherz (Aortenherz), welches dasBlut aus den Athmnngswerkzeugen erhält, um esdurch eine oder mehrere Adern durch den Körper zutreiben. Als starke Fresser bedürfen die M. nicht bloßeines geräumigen Darmkanals, sondern auch einesreichlichen Maßes der die Verdauung einleitenden u.fördernden Säfte, daher sind die Speicheldrüsen unddie Leber ausnehmend stark entwickelt. Die Fort-pflanzung erfolgt häufig, u. zwar bei den Mantel-thieren nnd Armfüßern fast vorwiegend, auf unge-schlechtlichem Wege. Durch Knospung u. unvollstän-dige Theilung entstehen bei elfteren' oft zusammen-hängende Colonien. Auch kann die ungeschlechtlicheFortpflanzung mit der geschlechtlichen gesetzmäßigabwechseln und so zu einem mehr oder minder ein-fachen Generationswechsel führen (Salpen). Für diegeschlechtliche Fortpflanzung wiegt die Zwitterbild-ung vor, indessen sind nicht nur zahlreiche secbewoh-nende Schnecken, sondern auch die meisten Muschelnu. alle Kopffüßler getrennten Geschlechts. Die neu-geborenen Jungen durchlaufen oft eine complicirteMetamorphosen, besitzen eine vordere vonWimpernnmsäumteHautansbreitung, welche als Bewegungs-organ fnngirt. Bei weitem der größte Theil der M.ist auf Las Leben im Wasser, bes. im Meere ange-wiesen, nur wenige leben ans dem Lande, suchendann aber stets feuchte Aufenthaltsorte. Bei der un-gemeinen Verbreitung der M. in der Vorzeit ist diehohe Bedeutung ihrer fossilen Neste für die Bestimm-ung desAlters der geschichtetenGebirgssormationenbegreiflich (Leitmuscheln). Die beigefügte Tafelgibt verschiedene Formen der Weichthiere, der Bauder Schnecke ein allgemeines Bild derselben. Dieletztere Figur bietet den Bau der in Deutschland ein-heimischen, lebendig gebärenden Sumpfschnecke (?a-luäiua vivipara), hier bedeutet: eKopf; b Fühl-hörner; x Fuß; op Deckel der Schale; o Auge; aGehörorgan; u Gehirn; n' unteres Schlundganglion;2 " Kiemenganglion; pst Schlund; os Speiseröhre;br Kiemen; r Niere; «und sb venöse Höhlen; bi Kie-menarterie; ab Vorhof des Herzens; vHerzkammer;aa vordere Arterie; ax Hintere oder Eingeweide-Arterie; die Schale des Thieres ist entfernt. ManIheilt die Weichthiere in 5 Klassen ein: Kopflose

Weichthiere (^.ospbala): 1. Freischwimmende oderfcstsetzende, häufig zu Colonien vereinigte, zwitterigeThiere von sack- oder tonnenförmiger Gestalt, mitweiter, von 2 Öffnungen durchbrochener Mantelhöhlemit einem einfachen Nervenknoten, mit Herz u. Kie-men; 1.Klasse: Mantelthiere, lunieata. 2.DerMantel sondert 2 meist ungleiche Schalenstücke ab,welche nicht durch ein elastisches Band vereinigt sind.Neben dem Munde sitzen mit Fransen besetzte Arme,welche auch als Kiemen dienen; 2. Klasse: Arm-füßler, vraebiopocia. 3. Der Mantel sondert eineSchale ab, deren beide Klappen am Rücken durch

Gruben nnd Vorsprünge, das sogen. Schloß, sowiedurch ein elastisches Band vereinigt sind. Jederseitshängen vom Rücken blattförmige Kiemen in die Mantelhöhle; 3. Klasse: Blattkiemer od. Muschel^Iiamellibrauobiata. L) Kopfbesitzende Weichthiere:1. Der mitunter wenig deutlich ausgeprägte Kopfträgt 2 oder 4 Fühler. An der Bauchseite liegt alsKriechorgan eine Sohle (Fuß). Die Mundhöhle ent-hält eine mit Zähnchen besetzte Reibeplatte (Zunge,s. d.Fig.); 4.Klasse: Kopfträger od.Schnecke»,Osxbaioxbora. 2. Der vom Rumpfe deutlich abge-setzte Kops trägt im Umkreise der Mundöffnung Arme,welche als Greif-, Bewegungs- und Tastorgane die-nen; 5. Klasse: Kopffüßer, Osxbaloxocka (dahinTintenfisch u. Cereatit).

Die fossilen M. besitzen als Leitsossilien für dieAltersbestimmung geolog. Formationen eine her-vorragende Bedeutung. Die wichtigsten u. verbrei-tetsten sind die folgenden: Im Silur sind namentlichIisptaoua, lüngula, Obolus, Lbzmobonella, Nere-bratula, Xtrz^pa, Ortkis u. kentaiusrus und vondiesen 0. slegautula Dalm., 0. vssxsrtilio Koro.,0. Izmx Zst'e/rr«., H.. rstioularis lklr'nn. (tritt auchim Devon auf), Ltropbomsüu cksprsssg, Koro, (eben-falls auch inDevon), häufig. Die Lamellibranchiatenweisen nur wenige Geschlechter auf: Oaräiola (6.Interrupts, Noro.), rLros, Nueula, Lviouls. Zu denGasteropoden gehören: kleurotomaria, Llurobiso-uia, stlurbo, Oapulus, Llaelursa (die letztere Gatt-ung ist ausschließlich sibirisch, Ll. Iwgani Na(ksr).Als Nöhrenschalen von Pteropoden deutet man dieTentaculiten, ebendahin wird Ibsen grsgaria ge-stellt. Die Cephalopoden sind ausschließlich durchNantilecn vertreten: Ortboosras, Ormoosras, Nu-ronis, kbragmoosras, Iroebooeras, Ozwtoooras,lütuitss, Nautilus. Im Devon sind von Brachyo-poden: 8piriksr spoeiosus , 8. äiszunotusä'orv. (Verneuili Akrtre/r.), 8. maoroptorus Kolä/i,8. oultrijugatus Äönr., 8triugoogpbalus Lur-tiui De/»'., Oueites grz-pbus De/»-., Xtbz-ris oou-oeutrioa Nae/r., Ortbis tetragoua Äöm. zunennen. Die Lamellibranchiaten werden durch Nu-oula, ktsrinsa, llueiua, Llsgaloäou, die Pteropo-den durch riesige Conularien u. Tentaculiten, dieGasteropoden durch Nuompbalus, l?lsurotomaria,lurbc», Llaoroebeiius, Llurobisonia, die Cephalo-poden durch Oxrtoosras, Ortboooras, Olz'Mönia,Ooniatitss (0. rstrorsus Lnc/r.) vertreten. Fürdas Carbon sind von Brachyopoden l?roäuotus se-miretieulatus F7e»r., 8xiriksr giabsr MrrL. wich-tig. Zn denLamellibranchiaten gehören l?seten, Lvi-ouia, Oonoesräium, l?osickouomxa (l?. LsebsriL»-onn), Iluia (Lutbraoosia). Von Gasteropodenkommen klsurotomaria, stlurbo, Natioa, Luom-xbalus, von Hcteropoden llslloroxbou, vonCepha-lopodenOrtboceras,Nautilus,Ooniatitss (0. sxbae-rious Haan) vor. Der Dyas gehören ikrockuotusborriäus Noro., ilsrsbrstuls eIongsts§e/i(o!!/t.,Uz-tilus llausmauni kootsu xusillus Nestlot/r.,Osrvillia oorstopbaga Nostkotst., llurbo-, klsuro-tomaria-, Obitou-, Natioa-, Osutalium-Arten an.In der Trias sind: lersbratula vulgaris Zbstlot/».,Rotma trigormila NostkoÜt., 8pirilor t'ragiiis Nuost.,Ll^oxbarla vulgaris Lrann, ksotou lasvigatusN-o-rn, Osrvillia sooialis Hnsnsb, Nautilus bi-jckorsatus Lronn, Lsratitos uoäosus Kaan, lti-