Druckschrift 
Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
Entstehung
Seite
122
Einzelbild herunterladen
 

122

Molin Molique.

Von seinen 30 Lustspielen sind die besten: Ls mi-santRrops (1666) und Lartutks (1668); dann Lesprseisnses riäioulss (1659), L'soois äss muri»(1661), L'esols äss kemmss (1662), Don äuan(1665), 6sorssss Danäin (1668), L'avars (1668),Le dourAsois ^sniilüowms (1670), Los kemmsssavankss (1672), Ls malaäs imagirmirs (1673).Die erste Ausgabe seiner Werke ist die von C. Bar-bin, Par. 1674, 7 Bde.; die erste kritische die vonVinot u. La Grange, Par. 1682, 8 Bde.; die bestensind die von Taschereau (182324), Anne Martin(182426),L.Moland (186364) u. bes. die vonE. Despois (1873 75). Von M-s Biographenhat bes. Grimarest (Vis äs LI., 1705 u. 1706) vieleJrrthümer über ihn verbreitet. Kritisch verfuhr.erstBeffara, Lisssrkakions surLI. S. auch Taschereau,bl ist. äs Is. vis st äes eerits äs LI., 1825 n. 1828;Bazin, Hokss Listoriguss 8nr In vis äs 21. 1851;I. Claretin, LI., sa vis st se8 oeuvrss, rc. Über seineBedeutung in der Literatur s. bes. Voltaire, Vis äs LL,Cailhava, LtnässsnrLL, 1802, W. Scott, LsssFonLI., Sainte-Beuve, P. Albert, La litt, kraus,au 17s sisols. S. noch P. Lindau, M. in Deutsch-land, Wien 1867; P. Lacroix, LibiioArapüis moiis-rssgus, Par. 1875; Reissig, M-s Leben u. Schriftenu. sein Don Inan, Leipz. 1876. M-s Werke gabzuletzt Laun (Leipz.) heraus.

Molin, Johann Peter, berühmter schwed.Bildhauer, geb. 17. Marz 1814 zu Gotenburg, gest.auf seinen: Landhause Ekudden bei Waxholm. Erwar ursprünglich zum Kaufmann bestimmt und be-trieb nebenbei (er hatte schon mit 2j Jahren denersten Realienunterricht erhalten) Mechanik, Poesie,Malerei ».Galvanoplastik,ward, 29Jahre alt, Schü-ler des Graveurs Christensen in Kopenhagen u. ging1845 nach Paris u. Italien. M. ward 1848 Mit-glied der Akademie, 1853 außerordentlicher u. 1855ordentlicher Akademieprofessor und Hofbildhauer:Hauptwerke: Die Gürtelspanner, eine Kämpfer-gruppe (1859); Amor (1848); Ruhender Bacchant(1850); Statue des Königs Oscar von Schweden;mehrere Statuen an der Fayade des StockholmerNationalmuseums. Regnet.

Molrna (M. de Aragon), Stadt in der span.Prov. Guadalajara; lebhafter Transithandel; etwa3000 Ew.

Molrna, Luis, jesuitischer Theolog, geb. 1535zu Cnenca in Neucastilien; trat 1553 in den Jesui-teuorden, war Lehrer der Theologie zu Evora (Por-tugal) u. st. 12.Oct.1600zuMadrid. SeineHaupt-schrift ist: Liberi arbikrii onm xrakias äcmis, äiviuaprasssisutia, proviäsnkis., prasässkinakiouo ek rs-xrobakions soneoräin, Lissab. 1588, vsrmehrtAntw.1595 u. ö., worin er die semipelagianische Auffassungder Lehre von der Gnade mit derAngustinischen, bes.durch Annahme einer LvisntiamsäiaGottcs, die sichauf die freien Handlungen des Menschen beziehe, inEinklang zu bringen versuchte. Dagegen erhobensich bes. die Dominicaner u. denuncirten jeneSchriftals ketzerisch bei derJnqnisition. Papst ClemensVIII.setzte zur Entscheidung in diesem Streite 1597 eineCongregation nieder, die jedoch, da die Jesuiten miteiner neuen Kirchemrennung drohten, 1617 vonPaul V. ausgehoben wurde, unter dem Verbote allesferneren Streites darüber; derselbe wurde aber vonJansen wieder ausgenommen. Vergl. Hyacinthus

Serry (Augustine le Blanc), Nistoris, eouArsKutro-nis äs anxiliis äiv. §raoiao, Löwen 1700, wogegenderJesuitTheodorusEleutherius(LivinusdeMeyer)schrieb, Antw. 1715. «Wer.»

Molrna, Graf von, so v. w. Karl 76).

Malinesin, Gem. in der ital. Prov. Bologna;10,751 Ew.

Molrnisten, die Anhänger des L. Molina (s. d.).

Moliuos, Miguel de, span. Priester und Lr.tiiso!., der bekannteste Vertreter des Quietismus(s. d.Art.) u. gewöhnlich (aber mit Unrecht) als dessenUrheber angesehen. Am 2l.Dec. 1640 zu PatalinainAragonien von wohlhabenden Eltern geb., siedelteer 1669 oder 1670 nach Nom über, wo er alsbalddurch seinen musterhaften Wandel u. durch die exem-plarischeArt, mit der er als Beichtvater wirkte, nichtnur das Volk, sondern auch die höchste Geistlichkeit,selbst den Cardinal Odescalchi (nachherigen PapstJnnocenz XI.) für sich und seine quietistische Mystikgewann. Auf vielseitiges Verlangen veröffentlichteer 1675 zwei Schriften: 6uiäa spirituale (GeistlicherWegweiser) u. Lrsvs trattato äslia ooäitiaua, eom-munious (Kurze Abhandlung über die tägliche Com-munion), welche so weiteVerbreitung u.so begeisterteAufnahme fanden, daß der hochangesehene JesuitSegnen, der 1681 mit einer Gegenschrift gegen die-selben austrat, darüber vom Volke beinahe gesteinigtworden wäre. Die Inquisition, welche den von Seg-nen Angeklagten vor ihre Schranken zog, sprach ihnvon allem Verdachte der Ketzerei frei, wogegen dieJesuiten nun durch den Pater La Chaise wieder ge-gen den vom Papste geschützten M. die ganze MachtLudwigs XIV. aufboten. Dieses wirkte. M. wurde1685 mit seinem Gesinnungsgenossen, dem CardinalPetrucci, verhaftet, worauf nach und nach Hunderteseiner Anhänger mit in die Untersuchung hereinge-zogen wurden. Am 28. Aug. 1687 erfolgte sodanndasVerdammnngsdecret, welches 68 theils wirkliche,theils angebliche Lehrsätze des M. verurtheilte. Zwarwiderrief nun M. öffentlich, allein er wurde zu lebens-länglicher Hast verurtheilt. Im 1.1698 las man inden öffentlichenBlätternRoms, daßM. am 29. Der.1697 gestorben sei. Doch ist diese Angabe wenig glaub-haft. Nie ist er aus dem Kerker wieder an das Ta-geslicht gekommen. Vgl. Scharling, Michael de M.in Niedners Zeitschrift für die histor. Theologie 1854u. 1855, u. Heppe, Gesch. der quietist. Mystik, 1875,S. 110135 u. 260272. H-PP-.

Molique, Wilhelm Bernhard, berühmterViolinvirtuos u. Componist, geb. 7. Oct. 1802 zuNürnberg; erhielt durch die Gnade des Königs Maxi-milian!. von Baisrn von 1816 an den'UnterrichtRovellis in München, wurde 1818 Mitglied derHof-kapelle in Wien u. trat nach dem Tode Rovellis andessen Stelle in München. Er machte 1822 seineerste glänzende Kunstreise, ließ sich 1826 als Musik-director u. erster Violinist in Stuttgart nieder, gingder politischen Verhältnisse wegen 1849 nach Lon-don, kam 1866 wieder nach Deutschland zurück, lebtein Kannstadt und starb daselbst 10. Mai 1869. M.war ein hervorragender Violinist und hatte sich na-mentlich durch Spohr, mit dem ihn ein Freund-schaftsverhältniß verknüpfte, einer ernsten Richtungzugewendet; er schrieb auch Concerte für sein In-strument, Quartette, Trios, Violinsonaten, 2 Messenu. ein Oratorium: Abraham. Siebenros.