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Mole — Molecularkräfte.
Parlamcntspräsidenten Eduard Franc.Mathicu M.,geb. 24. Jau. 1781 iu Paris; verlebte seine ersteJugend als Verbannter in der Schweiz u. England,kam aber 1706 nach Frankreich zurück, wurde 1806nach Veröffentlichung seiner die Napoleonische Herr-schaft alsNothwendigkeit darstellenden Schrift Lssaiäv morale et äs xolitigno Nequetcnmeister, 1807Präfect des Dep. Cöte d'or, 1809 Staatsrath undzugleich Graf des Kaiserreiches, 1810 Generaldirec-torder Chausseen u. Brücken, nach zeitweiligerDicnst-leiflnng im kaiserl. Cabinet 1813 interimistisch Justiz-minister n. 20. Nov. 6rauä-1ug;s äs l?ranes, Groß-richter von Frankreich. Infolge der Ereignisse von1814 ging er mit der Kaiserin n. den Ministern nachMois, hielt sich während der ersten Restauration vonder Politik fern, trat aber nach Napoleons Rückkehrvon Elba, unter Ablehnung des ihm angeborenenMinister« Portesenille wieder als Weg- u. Brücken-baudirector ein, sowie in den Staatsrath, wo er sichjedoch weigerte, die Declaration gegendie Bourbonenzu unterzeichnen. 1815 wurde er Pair von Frank-reich n. Generaldirector der Chausseen n. Brücken,vereinigte sich mit den Doctrinärs und wurde 1817Marineminister, trat jedoch 1818 mit Richelieu ans,bekämpfteinderPairskanimerdasMinisteriumMar-tignac n. schloß sich 1830 der Julirevolntion an. Erwar der erste Minister des Auswärtigen der Jnli-Regiernng n. nützte der neuen Dynastie in den dreiMonaten, >vr> er Minister war, viel. Am 6. Sept.1836 übernahm er wieder das Auswärtige und denVorsitz in dem Ministerium der Doctrinärs, bliebauch, als diese 4837 znrücktraten, im Amte. Vorden Angriffen der Liberalen u. Doctrinärs wollte er22. Jan. 1839 weichen, erhielt aber die Entlassungnicht. Erst nachdem die Neuwahlen wieder ungünstigausgefallen, schied er 9. März 1839 definitiv mitseinen College». Nach der Februar-Revolution von1848 wurde M. in die constitnirende u. in die legis-lative Nationalversammlung gewählt und war einesder hervorragendsten Mitglieder des parlamentari-schen Vereins der Rne de Poitiers, ohne jedoch inder Versammlung selbst sein Rednertalent zur Gelt-ung zu bringen. Als Präsident des Wahlgesetzaus-schusses protestirte er 3. Dec. 1851 mit gegen denStaatsstreich Ludwig Napoleons, zog sich dann insPrivatleben zurück, nahm im Nov. 1853 in Frohs-dors Theil an den Conferenzeu über die Fusion undst. 23. Nov. 1855 auf seinem Landsitze Champlatreuxbei Paris. Er war seit 1840 Mitglied der Akademie,schrieb verschiedene Diseours politignsa sb aoaäs-wignss, und unter seiner Mitwirkung begann nochdie von Champollion-Figeac im Auftrag der Gesell-schaft für die Geschichte Frankreichs besorgte Heraus-gabe der LIsm. von M. 1). 0 Heime-AmRhyn. s) Lagai.
Mole, so v. w. Molo, s. Hafen. S. 680.
Molerularbewcgimg, die Bewegung derkleinsten Theile oder Molecllle eines Körpers. Nachneueren Untersuchungen der Physik (Mechan. Theo-rie der Gase, ansgebilbetvon Dan. Bernonlli.Krönig,Clausius, Maxwell n.A.) befinden sich die Molecülealler Körper beständig in lebhafter Bewegung. Manunterscheidet hierbei dreierlei Arten: Die gradlinigfortschreitende Bewegung, Schwingungen um eineGleichgewichtslage und Rotationen um eine Achse.Uber letztere ist noch nichts Sicheres bekannt. DieMolecüle der festen Körper denkt man sich ausschließ-
lich in Schwingungen um stabile (feste) Gleichgewichts-lagen, die der flüssigen vorherrschend in Schwing- !nngen um labile (schwebende, veränderliche) Lagen,ohne die geradlinig fortschreitende Bewegung anszu-schließen; die der gasförm. Körper dagegen vorherr-schend in geradlinig fortschreitenden Bewegungen, mitdenen zugleich Schwingungen verbunden sein könne».
Am genauesten sind die Bewegungen der Gasmole-cüle untersucht. Nach Clausius beträgt die Geschwin-digkeit der Bewegung fürdieMolecüle der Luft 485 w,des Sauerstoffs 461 m, des Stickstoffs 492 in, desWasserstoffs 1844m u. s. f. Doch legen die Molecülenicht in Wirklichkeit diese Wege in einer Secnnde zu-rück, sondern prallen in jedem Augenblick aneinander sund an die Wände der Gesäße, wobei sie, ohne an iGeschwindigkeit zu verlieren, wie absolut elastische !Körper znrückgeworfen werden (nach Einigen durchdie abstoßende Kraft der verdichteten Ätherhüllen).
Die so resultirenden Zickzackwege der Molecllle nunsind gegen die Geschwindigkeitenaußerordentlich klein,sie betragen durchschnittlich nur etwa mm.
Die Vibrationen der hin- und herfahrenden Lust-molecüle geschehen hiernach 100,000 mal rascher, als !die des höchsten hörbaren Tones. Durch die ver-schiedenenM-en, sowie durch gewisse Annahme über !die zwischen den Moleclllen wirkenden Anziehnngs- !kräfte u. zwischen den sie umhüllenden Älheratomen swirkenden Abstoßungskräfte erklärt man nun sowol ^die Erscheinungen der Cohäsion (Aggregatzustände)und der Elasticität (s. d.), wie den Wärmezustandund die Wärmewirknng der Körper. Me M-en !pflanzen sich durch Vermittelung des Äthers von iMolecül zu Molecül u. von einem Körper zum an- >deren fort; sie wirken so als Wärme (s. d.) ans un- !sere Empfindungsnerven u. zwischen gewissen Gren-zen als Licht ans unsere Gesichtsnerven. Außer denbeschriebenen M-en nimmt man innerhalb der Mo-lecllle noch eigene, viel kleinereBewegungenderAtomean, doch ist über dieselben noch nichts Näheres festge«stellt. Vergl. Clausius, Abhandl. zur mech. Wärme-theorie, Braunschw. 1864—67,2Bde.;O.E.Meyer,
Die kinetische Theorie der Gase, Bresl. 1877. Stahl.
Molecularkräfte, die noch wenig bekannten,zwischen den Moleclllen eines Körpers wirkendenKräfte (vgl. Materie n.Molccularbewegung). Unterdie einfacheren Vorstellungen von den M-n gehörtfolgende: Zur Erklärung der Cohäsion schreibt manden Moleclllen Anziehungskräfte zu; zur Erklärungder Elasticität anderseits sind abstoßende Kräfte nö-thig; man verlegt dieselben in die Ätherhüllen derMolecllle. Beide Arten von Kräftenmllssen mit wach-sender Entfernung der Molecüle sehr schnell abneh-men u bei den festen Körpern größer, bei den flüs-sigen kleiner und bei den gasförmigen verschwindendklein sein. Neben diesen Kräften bedarf es aber zurErklärung der chemischen Erscheinungen noch derAn-nahme besonderer, zwischen den Atomen wirkenden,chemischen Anziehungskräfte (Affinität). Dis anzie-henden Kräfte der Molecüle hat man umgekehrt pro-portional den höheren Potenzen der Entfernung g>setzt (so Maxwell proportional der 5. Potenz). Dochsind auf diesem Wege noch keine durchschlagenden Re-sultate erhalten. Wenn es trotz der Unkenntniß derM. der Physik nenerdings (Clausius) gelungen ist,über die Constitution der Gase eingehenden Ausschlußzu geben, so verdankt sie dies eben dem Umstand,