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stiguna der materiellen Interessen. 1834 hörte dieruss. Militärverwaltung auf. Stourdza ließ sich aus-schließlich von russ. Interessen leiten u. war nur aufVermehrung seines Privatschatzes bedacht, daher ergegen die Bestechlichkeit der Beamten nicht einschritt.Adel u. Volk haßten den Hospodar, u. die Idee einerWiederherstellung des alten Türkischen Reiches durchVereinigung aller Rumänen der Donauländer griffmehr u. mehr um sich. Anfang April 1848 versam-meltensich Unzufriedene aus allenTheilen deZLaudesinJassy ».verlangten nicht sowol neue Institutionen,als Beobachtung der bestehenden, von den Behördenjedoch verletzten Gesetze; ferner Ablösung der Nobotoder wenigstens eine diese anbahnende Erleichterungdes Landbauers,Erleichterungd.Verkehrs, Verbesser-ung des verwahrlosten Schulwesens, Preßfreiheit u-Anflösungdernur aus WerkzeugendesHospodarsbe-stchendenGeneral-Versammlnng. AberderHospodarging mit energischen Maßregeln gegen die Bojarenvor u. das Volkblieb gegendicBewegung gleichgiltig.Dazu besetzte eine russ. Truppenmacht die M., so daßdiePatriotenihrHeilin derFluchtsuchten. Derl.Mai1849 zwischen Rußland u. der Türkei abgeschlosseneVertrag von Balta-Liman stellte die Wahl der Ho-spodareaus?Jahre, das Staatsgrundgesetzvon 1831wieder her, doch trat an die Stelle der Bojarenver-sammlungen einstweilen ein Divan aus Bojaren n.Mitgliedernder hohen Geistlichkeit; wünschenswertheReformen sollten durch zwei Revisionscommissionender Pjorte vorgelegt werden, die dann mit Rußlandüber deren Zulässigkeit berietst; bis zur völligenWie-derherstellung der Ruhe sollten neben der rnss.-türk.OccupationsarmeeaußerordentlicheCommissäredewHospodar berathend zur Seite stehen. Der FürstStourdza gab infolge dieses Vertrages seine Entlass-ung, u.die Pforte ernannte 16. Juni 1849 den Bo-jaren Gregor Alexander Ghika znm Hospodaren, dernach Kräften resormirte. Der Abzug der russ. Occu-pations-Truppen wurde erst April 1851 vollständigbewerkstelligt. Mit dem Beginn des türk.-rnss. Krie-ges 1853 wurden die Donanfllrstenthümer im Juliunter das Gouvernement Menschikows gestellt, wo-rauf der Hospodar 30. Oct. seine Würde niederlegteu. das Land verließ. Erst 16. Sept. 1854 verließendie Russen Jassy, an deren Stelle nun Österreichereinrückten, infolge dessen auch 9. November FürstGhika die Regierung wieder übernahm und sich miteinein neuen Ministerium umgab. Im Pariser Frie-den 30. März 1856 wurden die Bestimmungen derWiener Confereuzen für die Donanfürstenthümerwiederholt: nationaleVerwaltung, Freiheit des Cul-tns u. der Gesetzgebung unter der Öberherrschast derPsorte. Am 14. Juli 1856 gab Ghika seine Entlass-ung, um die Walachei anzutreten, vor der Zeit n. ihmfolgte der Karmakam Theodoritza Balsch. Die öster-reich, Besetzung der M. verzögerte sich wegen der Ver-handlungen über die Abtretungen seitens Rußlands;als diese 31. December 1856 beendigt waren, ver-ließen die Österreicher das Land. Der Staatsschatz1 hatte damals ein Deficit von 13 Will. Piaster undalle Fonds waren erschöpft. Am 1. März 1857 starbder Kärmakam Balsch, u. an seine Stelle trat FürstNikolaus Vogorides. Über die von Frankreich und, Rußland befürwortete, von den Patrioten erstrebte- u. endlich 19. Aug. 1858 zu Stande gebrachte Unionder M. n. Walachei s. Rumänien. Ki-mschmidl.
Moldantein (Tein, czech. Tyn nad Vltavou),Stadt u. Hauptort in dem gleichnam. böhm. Bezirk(Österreich), an der Moldau; Dechanteikirche, erz-bischöfliches Schloß; Brauhaus, Schiffbau, Schiff-fahrt, Handel mit Holz ».Getreide; 1869: 4120 Ew.
Moldenhalver, Johann Jakob Paul, be-deutender Botaniker, Begründer der wissenschaftlichenPflanzen-Anatomie, geb. 1766 in Hamburg; stndirteTheologie, wurde 1791 Professor der Botanik inKiel u. Vorsteher der Fruchtbaumschule in Düstern-brook bei Kiel und st. 1827 in Kiel. In seinen mittrefflichen mikroskopischen Abbildungen versehenenBeiträgen zur Anatomie der Pflanzen, Kiel 1812,hob er zuerst den Gegensatz zwischen Parenchym undGesäßbiiudeln hervor, erkannte den Bau der letzterenund bahnte dadurch unsere Kenntniß des Baues u.desDickenwachsthumsderPflanzenstänunean; unter-suchte die Spiralgefäße, die er zuerst (durch Mace-ration) wiedieZellenisolirte, betonte das Geschlossen-sein der Zellen u. fand die Schließzelleu der Spalt-öffnungen. Wimm-,mu-r Ll.
Moldgarn (Moltgarn), westfälischeBezeichuungfür loseres nur zum Einschlagen gebrauchtes Leinen-garn. Das Stück hat eine Fadenlänge von 1149 m.Von den gröberen Nummern (eigentl. M.) bildenILStück einen Mold. Ihm gegenüber steht alS Name fürdas Kettgarn (Lowentgarn) das Schcrgarn. Beyffell.
Mole (Llola, Windei, Mondkalb), derartige Ent-artung eines befruchteten Eies in der Gebärmutter,daß dasselbe keine Ähnlichkeit mehr mit einem sichnormal entwickelnden Ei hat (Molenschwangerschaft).Man unterscheidet das sog. A b o r t iv»E i, einen ova-len von den Eihäuten gebildeten Sack, welcher miteiner getrübten, bisweilen blutigen Flüssigkeit gefülltist, doch keinen Embryo enthält (taubes Ei), dieFleisch -M. (Ll. earaosa), einederbe, fleischähnlicheMasse, die ebenfalls eine mit blutig-wässeriger Flüs-sigkeit angefüllte Höhle, doch keinen Embryo enthältund dadurch entsteht, daß in den ersten Schwanger-schaftsmonaten sich Blut in oder um die Eihäute er-gossen hat und die Blutgerinnsel weitere Veränder-ungen mit der Innenfläche des Uterus und den Ei-häuten eingehen. Bisweilen lagern sich Kalksalze indie dicken, festen, die Eihänte umgebenden Blutge-rinnsel ab (sogen. Stein-M.); endlich Blasen- od.Trauben - M - n (Llola vosioularls, raoomosa, üx-ckatickosa), eine durch kugelige, blasige Anschwellungder Enden der Chorionzotteu entstandene und auseiner unzähligen Menge erbsen- bis taubeneigroßen,durchscheinenden Blasen, die miteinander durch Stieleverbunden sind, bestehende Geschwulst, die Kindskopf-größe erreichen kann. Die M-n werden meist nur 2bis 4 Monate getragen und dann ausgestoßen, wasfast stets unter starken Blutungen geschieht. Kmize.
Mole, Le , Stadt auf der nordwesil. Küste derInsel Haiti; guter Hafen, aber schwacher Verkehr.
Mole, 1) Mathieu, franz. Rechtsgelehrter, geb.1584; wurde Generalprocurator, 1611 durch Riche-lienersterPräsidentdes Parlaments von Paris, zeich-nete sich in der Periode der Fronde durch Festigkeit,Rechtsliebe u.Popularität aus, wodurch er alle Par-teien gegen sich aufbrachte, legte, der gegen ihn ge-sponnenen Jntrignen müde, sein Amt nieder, wurdeaber 1651 Siegelbewahrer u. st. 3. Jan. 1656. 8)Mathieu Louis, Comte de, frz. Staatsmann,Sohn des 20 . April 1794 guillotinirten vormaligen