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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Moldau.

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sind vorhanden, wie in Slanik, Strnnga rc. DieEinwohner,Moldowenen,schön von Gestalt n. Zügen,bei. die Weiber, sind, wie die Walachen od. Rumä-ne» ein Mischvolk ans dakischen, römischen, gothischen,flavischen und sarmatischen Elemenlen. Anßerdemwohnen in der M. Magyaren, Inden, Armenier,Bulgaren, Nnssen, Zigeuner, Griechen und West-europäer, namentlich Deutsche. Die Sprache ist das, zndenRomanischenSprachen gehörendeWalachischc.Die Hauptbeschäftigung der Bewohner bilden Acker-bau n. Viehzucht; andere Erwerbszweige sind: Fisch-fang, Bergbau (fast nur auf Salz), etwas Jndnstrieu.Handel (fast ganz in den Händen der Inden, Grie-chen und Armenier). Ausfuhrartikel sind: Wein,Wachs, Honig, Pferde, Häute, Schlachtvieh u. an-dere Landesprodncte; Einfuhrartikel: Colonial-,Manufactiir- und Luxnswaarcii rc. Eintheilnng in, l 16 Districte od. Kreise.

S Geschichte. Die Moldau war im Alterthum einZ!' Theil von Dacien (s. d.), kam 274 n. Chr. Lurch dassp. freiwillige Znriickgehen der Römer an die Westgo-s i then, die um 374 von den Hunnen verdrängt wurde»;

Attilas Söhne, Hernak n. Dhcnzik, errichteten nach» s dessen Tode mit bulgarischen Stämmen hier eine ) neues Reich. Nach Dhenziks Tode bekamen die Bul-^ garen um 468 die Oberhand, sie mußten sich zwarM uiuSKOden Avaren iintcrwerfe», verjagten dieselbenaber später wieder, u. ihr Fürst Knvrat erhielt sichunter griechischem Schutz die Unabhängigkeit. Alsim S. Jahrh. seine Nachkommen das Reich theilte»,wurde dasselbe so geschwächt, daß asiatische Einwan-derer, namentlich Chazaren, Petschenegen, Uzen u.

^ Magyaren Einfälle in die M. machten n. einanderbekriegten u. vertrieben. Ans den mit Überbleibselndieser Stämme gemischten Dakern bildete sich dasBolkder Walacheu, wclcheinderMitte des 11.Jahrh.das Christenthum aniiahmeii. Ihre Kriege gegendie Griechen entvölkerten das Land so, daß die Kn-inanen sich zwischen 1050 und 1075 der Oberherr-schaft bemächtigten, bis die mongolischen HordenDschingiskhanS 1224 das Kumanische Reich vernich-teten u. unter Batn-Khan es wiederholt verwüstenddurchzogen. Nach deren Abzüge war das Land ganzverödet, nur in den Bergen und Wäldern haustennoch einzelne walachische Reste. Zwischen 1350und 1361 siedelte sich ein Walache, Bogdan I. ansMarmarosch mit einer kleinen Colonie in dem Landean. Er u. sein Sohn Dragosch, nach dem die vonihm abstammenden Wojwoüen des Landes Drago-schilcn heißen, bemächtigten sich der Oberherrschaftüber einige Nachbarstämme u. nach u. nach über dieganze M., welche nun ihren jetzigen Namen von demFlusseMoldvva erhielt, n. macht'en sich vom Ungarn-künig,, dessen Lehnsleute sie anfangs waren, nach n.nach unabhängig. Unter ihren Nachkommen wuchsdas Land, wenn auch vielfach von Bürgerkriegenheinigesucht u. schloß sich der griechischen Kirche an.Alexander!., Sohn Romans'!., feit 1401 Woj-? wode, wurde der Organisator seines Bolks, schufgeordnete staatliche Zustände, brachte Gesetze zurGeltung u. kriegte mit Polen, Ungarn u. den Tataren;er stand unter ungarischer Oberhoheit. Nach Alex-anders Tode 1433 folgte ihm sein ältester SohnElias (Jliasch), der mit Hilfe der Türken seinen Stief-bruder Stephan V, vertrieb. 1435 theilte Elias mitStephan V. das Land n. beide starben 1443. Ihre

Söhne lagen in stetem Hader. Peter V. Aaron er-kaufte durch einen Tribut von jährlich 2000 Dukatendie Gunst des SnltansMohammed II. 1456. Als er1456 starb, folgte Stephan VI. der Große od. Gute,Enkel Elias', als Wojwode. Er erzwang von denPolen ein Friedens-u. Handelsbündniß, machte wie-derholte Eroberungszüge in die Walachei, schlug1467 die Ungarn, wies einen Angriff der NogaierTataren ab, nahm Bukarest ein u. wurde dadurchin einen Krieg mit den Türken verwickelt, welche er17. Jan. 1475 total in der großen Schlacht am Ra-kowyecz-See besiegte; aber 1476 vertrieb ihn SultanMohammed n. verwüstete die M. 20 Jahre dauertenun der Krieg, Stephan schloß sich seit 1496 an Po-len eng an, änderte aber bald seine Politik u. besiegtemit türkischer Hilfe 1496 die Polen bei Kotnar. Dar-auf schloß Stephan 1499 mit Ungarn u. Polen einBünLniß gegen die Türken; doch schon 1503 war erwieder in Krieg mit den Polen verwickelt, währenddessen er 2. Juli 1504 starb. Sein Sohn, Boz-dan III. der Schielende, hatte unglückliche Kriegemit Polen u. Ungarn u. als die Tataren in die M.einfielen, schloß er 1513 mit dem Sultan die ersteCapitnlation, die Basis der staatsrechtlichen Stellungder M. zur Pforte, deren Lehnsmann er wurde undstarb 1517. Peter VI. Naresch, ein natürlicher SohnStephans VII., wurde 1526 Wojwode. Als Sul-tan Snleiman nach Wien vordrang, unterwarf sichPeter demselben, erneuerte die Capitnlation von 1513u. erhielt gegen das Versprechen, einen Tribut von4000 Goldgnlden, 40 Pferden n. 24 Falken zu ent-richten, von demselben völligesonveräneGewaltüberseine Unterthanen, die nach eigenen Gesetzen zu re-gieren seien, sowie auch das Recht, daß die Fürstenvon den Bojaren frei gewählt würden. Kriege mitPolen und Liebäugeln mit König Ferdinand reiztennachmals Snleiman gegen ihn, 1538 vertrieb er ihnn. ernannte einen Bruder desselben, Stephan Vlll.,znm Wojwoden; zugleich vereinigte er das Landzwischen dem Meere, Dnjestr n. Prnth, das spätereBessarabien, als Sandschakat mit der Türkei. Späterkam dies mehrmals an die moldauischen Wojwodenzurück, wurde in den Kriegen aber nach n. nach mitTataren bevölkert u. endlich dem Tatarkhan der Krimüberlassen. Als Stephan VIII. wegen seiner Grau-samkeiten von seinen Unterthanen ermordet wordenwar, 1546, folgte eine lange Zahl untüchtigerWojwoden, unter denen die Sultane Len Tri-but erhöhten und immer dreister hinein regierten.Jakob, ein griechischer Matrose, der sich für einendragoschitischen Abkömmling ansgab, fiel 1561 miteinem Heere polnischer Miethlinge in die M. ein,wurdevondemSnltananerkanntn.ließsichnnterdemNamen Johann I. zum König (Despoten) der M.krönen, wurde aber bei einer Empörung des Volles(1563) erschlagen. Bogdan IV. zeigte sich geizig u.grausam n. erbitterte bes. durch seine Vorliebe fürPolen die Bojaren und Las Volk. Als er bei einemBesuche Polens in der M. für todt gesagt wurde,baten die Bojaren, znm ersten Male ihres Wahl-rechtes sich begebend, den Sultan um einen anderenFürsten. Der Sultan gab Johann II., einem Ma°sovier, um 1572 die Regierung. Da die Türken über-triebenen Tribut forderten, widersetzte sich der Fürst,schlug die Türken, nahm Braila, Bender n. Akjer-man', wurde aber 1574 überwunden und von dem