Mohnöl —
der Sammlung von Geijer und Afzelins: Altschwe-Lische Balladen, Märchen und Schwänke, 1836;
^ Mmskringla von Snorre Sturleson, Strals. 1835dis 1837, 2 Abth.; Rafu's Entdeckung Amerikas im10. Jahrh., ebd. 1828; Ras'ks Verslehre der Is-länder, Berl. 1830. Auch gab er heraus: Bartholo-mäiSastrowenHerkommeu, Geburt». LaußGreifsw.
. 1823 f., 3 Bde.; Sagen von Frithjof dem Starken,
! Strals. 1830; mitIobcl, Verckmanns StralsnndischeChronik, ebd. 1833; Geschichtl. Abhandlungen über' Pommern in den Baltischen Studien. Beyer.
Mohnöl, das ans den Mohnsamen gepreßte Öl.Es wird entweder auf der Mohumühle gewonnen,welche einer gewöhnlichen Ölmühle gleicht, od. auchgeschlagen; in letzterem Falle müssen aber neue oderz» feinen Ölen bestimmte Tücher genommen werden.Kalt geschlagen, gibt der Mohnsamen Speiseöl, warmgeschlagen Brennöl. Der weiße Mohnsamen gibt dasbeste, dem Provenceröl an Güte fast gleichkommendeÖl. Durch Zusatz von ganz reinem, am besten vor-her geglühten, Salz kann man es reinigen. Das M.ist blaßgelb, von angenehmem Geruch, leichtem Man-delgeschmack und trocknet leicht. Die Moh nkuchenwerden in Formen gedrückt u. im Backofen getrocknet;in warmem Wasser aufgelöst geben sie gutes Vieh-sutter, auch werden sie zuweilen, bes. von ärmerenLeuten gegessen. DasM.dieut frisch bes. als Salatöl,
> wird aber leicht ranzig, danuinApotheken zuEmulsto-? neu, Linementen, znr Seifebereitnug, bes. aber zu
einem sür Maler sehr brauchbaren Mohnfirniß;man nimmt z. B. 8 Theile M. u. 1 Theil fein ge-. pnlverter Silberglätts n. kocht dieselben auf mäßi-! gem Feuer unter beständigem Umrllhren mit einem! eisernen Spatel bis zum Erscheinen weißgrauer Bla-se», läßt dann die Masse in einem offenen Gesäß er-
> kalten, absitzen u. gießt sie vom Bodensatz ab. Jungck.
Mohr, 1) Karl Friedrich, Pharmaceut undChemiker, geb. 4. Nov. 1806 zu Koblenz; studirtePharmacie u. Chemie in Bonn, Heidelberg n. Ber-lin, übernahm 1841 dieApotheks seines Vaters undwurde Medicinalassessor, zog sich 1857 aufs Landzurück, wurde 1864Docent inBonn u. 1867 außer-ordentlicher Professor der Pharmacie. Unter seinenzahlreichen Schriften sindbes. verdienstvoll: das Lehr-buch der pharmaceutischen Technik, Braunschw. 1847,S.A. 1866; der Commentar zur preußischen Phar-makopöe, 3. A., 1865; Commentar zur deutschen' Pharmakopoe, 4. A-, 1873—74; Lehrbuch der che-misch-analytischen Titrirmethode, ebd. 1855, 5. A.1877; Chemische Toxikologie, 1874. Als Geologentschiedenster Neptunist, hat er mit seiner Geschichteder Erde, Bonn 1866, 2. A. 1875, weniger Anhän-ger gefunden. Geistvoll, kenntnißreich u. schlagfertigweiß er aber für seine Ansichten mit großem Geschickzu kämpfen. Dies zeigt auch seine Mechanische Theo-rie der chemischen Affinität, Braunschw. 1868, unddie Allgemeine Theorie der Bewegung und Kraft,k ebd. 1869, worin er den Beweis führt, daß er schon1837 die Einheit der Natnrkräfte n. die Unzerstör-barkeit der Kraft erkannt u. gelehrt hat. 2) CH ri-stian, Bildhauer, geb. 1823 in Andernach; arbei-tete zunächst in Köln, Mainz n. Koblenz und ward1845 Dombildhauer in Köln, 1864 Titularprofessor.In seinen zahlreichen Kirchenarbeiteu bekundet erebenso viel Stilgefühl als Geschmack. Hauptwerke imKölner Dom die Statuen von 9 Heiligen, von 59t Piercrs Uinversal-Cmwsrlations-Lexiron. 8. Aufl. XI
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sitzenden u. knieenden Engeln in den Hohlkehlen desSüdportals. 3) Nikolaus Karl Eduard, Rei-sender, geb. 19. Febr. 1828 zu Bremen; besuchteseit 1855 Californien, die Sandwichiuseln, das nördl.Eismeer, Ostasien, Hinter- u. Vorderindien, Ägyp-ten und SAsrika, jedoch noch ohne wissenschaftlicheAbsicht. Nachdem er in Leipzig den Gebrauch dergeographisch-astronomische» u. meteorologischen In-strumente erlernt, unternahm er 1868 mit dem Geo-logen Hübner eine zweite Reise in SAsrika u. drangvon Capstadt über Natal, Potschefstroom nach denvon Mauch aufgefnndenen Goldfeldern am Tali undnach Matabele vor, um von hier den Zambesi resp.die Mosiwatunjafälle zu erreichen, wurde aber durchdie Regenzeit davon abgehalten. Ein zweiter Ver-such im Frühjahr 1870 führte ihn nach Überwind-ung großer Schwierigkeiten, 20. Juni, endlich znmZiel; im Febr. 1871 kehrte er nach Europa zurück.Indem er diese Reise kartographisch auszeichnete, er-warb er sich um die Geographie von SAsrika einbedeutendes Verdienst. Auf einer Reise, die er 1876im Auftrag der deutschen Afrikanischen Gesellschaftnach der Ängolaküste unternahm, fand er 26. Nov.desselben Jahres seinen Tod zu Melange (Angola),indem er sich im FieberparoxismuS Gift beibrachte.Er sehr. u. A.: Nach den Bictoriafällen des Zam-besi, Lpz. 1875, 2 Bde., außerdem Berichte in Pe-termaunsGeograph. Mittheil., 1869 n. 1871, sowieim 11. Jahresbericht des Vereins von Freunden derErdkunde, Lpz. 1871. 0 r. 2 , Regnet, s) Schroot.
Mohr (Maure), 1) eigentlich ein Bewohuer Mau-ritaniens; 2) sonst jeder Mohammedaner inSAsienu. auf den Küsten u. Inseln des Indischen Meeres;3) so v. w. Äthiopier; 4) jetzt so v. w. Neger.
Möhra, Kirchdorf im Kreise Meiningen desHsr»zogthums Sachsen-Meiningen, 6 km nördlich vonSalzungen; mit einem am 15. Juni 1861 enthüll-ten Denkmale Luthers u. etwa 250 Ew. — M. warWohnort der Eltern Luthers vor ihrer Übersiedelungnach Eisleben.
Möhre, s. Damms.
Mohrenaffe, s. Affen, S. 224.
Mohrin, Stadt im Kreiie Königsberg des preuß.Regbez. Frankfurt, am Ausflusse der Schluppe ansdem Mobriner See, der viele Muränen enthält;1875: 1467 Ew.
Möhringen, 1) Stadt im Amtsbez. Engen desbad. Kreises Konstanz, an der Donau, Station derWürttemberg.Staatsbahnen; Schloß; besuchteVieh-märkte; 1875: 1183 Ew. — Hier 24. Nov. 1643Sieg derKaiserlichen über die Franzosen; heißtauchSchlacht bei Tuttlingen. 2) M. auf den Fildern,Kirchdorf im Oberamte Stuttgart des Württemberg.Neckarkreises; Weberblätterfabrik, Banmwollenma-nufactur, Landwirthschaft, bes. Karden-, Hanf- undHopfenbau, Märkte; 1875: 2617 Ew. In der Nähegroße Sandsteinbrüche. M. war früher Hauptort dergleichnam. Fildergrafschaft, welche den Grafen vonKalw zustand, kam im IS. Jahrh. an Eßlingen und1803 mit Eßlingen unter Württemberg. Landeshoheit.
Mohrrübe, Möhre, s. Dauons.
Mohrnngeu, 1) Kreis im preuß. Regbez. Ko-nigsberg, 1280,4 f^skm (23,-rs UM) mit (1875)55,193 Ew. 2) Kreisstadt darin, am Scherting-See(der M.-See isttrocken gelegt); altesu. neues Schloß;Ackerbau; 1875: 3633 Ew. — M. ist GeburtsortII. Band. 8