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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Moguer, Stadt in der span. Prov. Hnelva, amAtlantischen Ocean; Hafen, Fischerei, Weinbau,Branntweinbrennerei; 7332 Ew.

Mogul, s. Großmogul.

Moguntin (LIoAnntäaouin), so v. w. Mainz.

Molläcs, Stadt im Ungar. Comitat Baranya,an der Donau; Station der M.-Fünfkirchcner Eisen-bahn und Dampfschifsstation; Sommerresidenz desBischofs von Fünfkirchen, festes Schloß, Convent derFranciscaner; Dampfmühle, große Ziegclbrennerei,bedeutende Getreide-, Vieh-, Holz- n. Kohlenmärkte;1869: 12,140 Ew. Gegenüber liegt in der Donaudie Mohäcser- od. Margaretheninsel. Hier29 . Ang. 1526 Schlacht zwischen dem TürkensultanSoliman II. n. dem Ungarnkönig Ludwig II., wel-cher Letztere geschlagen wurde u. in dem morastigenBache Cselle aus der Flucht nmkam; 12. Ang. 1687glänzender Sieg der Deutschen und Ungarn unterHerzog KarlvonLothringen über dieTürken. H-Berns.

Mohair, 1)daSHaar der Angoraziege, 3) (M-Plüsch) sammetartiges, kammwollenes Gewebe: Un-terkette ans Leinen oder Baumwolle, Schuß ausBaumwolle, Flor ans Kämelgarn (vgl. Manchester);besitzt mehr Glanz, als der wollene Plüsch, drückt sichweniger leicht nieder, ist aber theurer.

Mohammed (Mahomet), d. h. der Gepriesene,gen. Abu 'l Kasim ben Abdallah, der Stifter des Is-lam, aus dem angesehenen Stamme der Koreischiten,der Familie Haschim, wurde am Montag, 20. April571 zu Mekka geboren. Die Wunder, welche sichbei der Geburt zugetragen haben sollen, gehören derSage an. Sein Vater Abdallah war todt, seineMutter Amina schwach u. kränklich u. seine Familiearm. Das väterliche Vermögen soll nur aus 5 Ka-melen, einigen Schafen und einer Sklavin, NamensOmmAyman,bestandenhaben. Amina,M-s Muttereine Koreischitin, zu schwach, ihr Kind selbst zu stillen,theilte sich mit sorgsamen Ammen in die Pflege desKnaben. Später soll derselbe einer Frau NamensHalima aus dem Stamme Sad übergeben wordenftin und 2 oder 5 Jahre unter dem Zelte dieser No-madenfamilie zugebracht haben. Zu seiner Familiezurückgekehrt, verlor er bald, nur erst 6 Jahre alt,auch diese durch den Tod, wurde aber dann von seinemGroßvater Abdulinuttalib ausgenommen u. als auchdieser gestorben war, nahm ihn Abu Talib, einerseiner 9 Oheime zu sich, der ihn auch als 12- oderIZjährigenKuabenanfeinerHandelsreisenachsyrienmitgenommen haben soll. Da Abu Talib selbst armwar, so sah sich M. bei seiner geringen Verlassen-schaft genöthigt, in frühester Jugend seinen Unter-haltalsHirtzu erwerben. In Ermangelung andererThatsachen aus der Jugendgeschichte M-s erzählendie Biographen einen Krieg zwischen den Kinaniten,zu denen auch Koreisch, der Stamm M-s, gehörteu. den Hewaziniten, an dem M. mit seinen Oheimentheilgenommenhabe, so wie den Abschluß eines Bünd-nisses, das einige Mekkaner zum Schutze Reisenderu. Fremder schlossen u. dem auch M. beigetreten seinsoll. Zn arm, als daß er sich am Karawanenhandel,der Hauptbeschäftigung der Bewohner von Mekka,selbständig betheiligen konnte, verdingte sich M. inseinem 24. Jahre der in Mekka wohnenden, wohl-habenven Wittwe Chadidscha, welche ihm nun dieLeitung ihrer ansgebreiteten Handelsgeschäfte, diesie nach dem Tode ihres Mannes fortgesührt hatte,

anvertrants. Hierdurch in den Stand gesetzt, Han-delsreisen nach Syrien zu unternehmen, fand er auchGelegenheit, seine Kenntnisse zu erweitern und denpolitischen n. religiösen Zustand seines Vaterlandesn. der anliegenden Staaten näher kennen zu lernen.Bald wuchs auch sein Ansehen unter den Stamm-verwandten und die bald darauf erfolgte Heirath mitChadidscha verschaffte ihm in einem Alter von 25Jahren ein ansehnliches Vermögen u. völlige Unab-hängigkeit. Nach seiner Verheirathung fuhr M. fortals Kaufmann zu leben, gab sich aber vorzugsweisereligiösen Betrachtungen hin u. brachte Tage lang,namentlich im heil. Monat Namadhan ans dem 3Meilen von Mekka gelegenen Berge Hira, in der Ein-amkeit zu. Betrachtet man den damaligen ZustandArabiens in religiöser Beziehung, so gab es Elementegenug, welche M. veranlassen mußten, sich in reli-giöse Betrachtungen zu vertiefen. Wenn auch dieAraber dem Götzendienst huldigten, so finden sich dochchon gegen Ende des 6. Jahrh. in arabischen Ge-dichten Spuren einer tiefen Überzeugung von derEinheit Gottes als höchstem Wesen, zugleich verbundenmit einem lebendigen Bewußtsein der Verantwortlich-keit für unser Thun u. Lassen. Ja, es war sogar nachKoran Sure 28, 53 die Hanptlehre des M., derIslam od. die Unterwürfigkeit unter den Einen Gott,chon vor ihm in Arabien gepredigt worden. Dazukam, daß M. auf seinen Reisen nach Syrien mitchristlichen u. jüdischen Gelehrten znsammentraf undmit deren Lehre bekannt wurde. Der Anstoß zu derreligiösen Umwandlung der Araber ging ohne Zweifelvon den im W. der Halbinsel ansässigen Inden ans,so wie auch von den im O. u. N. herrschenden christ-lichen Arabern. Wenn auch das JnLenthuin mitrabbinischen Phantasieerzeugnissen u. Legenden ver-mischt und das Christenthnm durch häretische Aus-wüchse verunstaltet war, so konnte doch der höheregeistige Gehalt derselben nicht verfehlen, ans besserevom heidnischen Ceremoniendicnste unbefriedigte Gc-müther einen günstigen Eindruck zu machen. Sowerden dann auch in der Tradition die Namen vielerMänner genannt, welche zur Zeit M-s und vor ihmeinen geistigen Gott und ein Leben nach dem Todeverkündeten, u. dis ihre Landsleute öffentlich und inPrivatgesprächen anfforderten, diesem Glauben bei-zutreten. M. gelang es, die vereinzelten Elementeznsammenznfassen u. durch Ausdauer u. Beredtsam-keit seiner Lehre Eingang zu verschaffen. Aber selbstunbekannt mit den jüdischen u. christlichen Quellen,mußte er sich ans die Mittheilungen Anderer ver-lassen, ohne dieselben näher beurtheilen und prüfenzu können, u. so entstanden denn die biblischen Legen-den, die er in seine Offenbarungen znverwebcnwiißte,Da die Offenbarungen mit Visionen u. epileptischenZufällen, an denen M. von seiner Kindheit an litt,meist verbunden waren, so. kann es nicht befremden,daß er das für Offenbarung hielt, was ihm nachvorheriger Reflexion und Überlegung als wahr er-schien. In seinem 40. Jahre hatteM. auf dem BergeHira die erste Vision, worin ihm der Engel des Herrn(Gabriel) erschien und ihm zu recitiren befahl, waser ihm vorsprach. Es geschah dieses in der I,eilaal-üaür, d. h. in der Nacht des geh eimnißvollen Rath -schlaffes. M. hielt sich, wie die Tradition berichtet,nach diesem Tranmgesicht für besessen, wurde aberdurch seine Frau Chadidscha u. deren Vetter Waraka,