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Modena — Modern.
lernen nahmen kein Ende; in M. herrschte stete Un-ruhe. Der Kriegszustand war erklärt; das Kriegs-gericht in Massa verurtheilte fortwährend. Ein Le-eret vom 2. Mai 1858 setzte fest, daß alle modenesi-scheu Staatsunterthancn auswärtige Schulen undUniversitäten nur mit Erlaubnis) des Herzogs be-s uchen dürfen. Mit derselben Strenge verfuhr Her-zog Franz V. in seinen Beziehungen zum Anslande,er erkannte dasfranzösischeKaiserrcich nicht an. DieSpannung, welche in den Verhältnissen zu Sardi-nien eingctreten war, nahm zu, seitdemdiesardinischeNegierung sich weigerte, politische Verbrecher aus-zuliefern. Schon im Febr. 1859 hatten Piemonte-sen einen feindlichen Einfall gemacht, waren jedochvondenmodcnesischenTrnppenzurllckgeschlagen wor-den; als aber der Krieg in Oberitalien ausbrach,die französischen Hilsstruppen in Genna anlangtenund Freischaaren von Flüchtlingen u. Piemontesenvon neuem eindrangen, zogderHerzog mitdcm größ-ten Theil seiner Truppenden Österreichern nach indie Lombardei, nachdem er 11. Juni eine Regent-schaft eingesetzt und die Errichtung einer städtischenSicherheitswache angeordnet hatte. Die nationalePartei proclamirte hieraus 13. Juni, die Regent-schaft beseitigend, Victor Emannel als Regenten desLandes, der an seine Stelle vorläufig mit dictatori-scherGewaltdenpiemontefischeuAbgeordnetenFarinihinsandtc. Unter dessen Leitung wurde eine Landes-versammlung vom Volke gewählt, welche, 16. Aug.eröffnet, im Widerspruch mit den zwischen Österreichu. Frankreich vereinbarten Friedensbestimrnungen,die Vereinigung M-s mit dem Königreiche Sardi-nien, die einstweilige Fortdauer von Farinis Dicta-tur, die Entthronung des Hauses Österreich-Lolhrin-gen-Este u. den Ausschluß jedes Mitgliedes des Hau-ses Österreich-Lothringen 20. Aug. beschloß. Auchdie modenesische Geistlichkeit erklärte sich mit sehr ver-einzelten Ausnahmen offen für Victor Emanuel. DieJesuiten wurden verbannt u. ihre Güter verpachtet.Am 15. Sept. 1859 überbrachten Abgeordnete vonM., Parma, Toscana u. der Romagna die Wünscheihrer Bevölkerungen, mitdem Königreiche Sardinienvereinigt zu werden, nach Turin vor König VictorEmanuel. Da indeß nach dem Frieden von Zürich10. Nov. 1859, die Rechte des Großherzogs von Tos-cana und der Herzoge von Modena und von ParmaVorbehalten blieben, trugen die einstweiligen Regier-ungen von M., Parma, Toscana u. der Romagnadarauf au, daß der sardinische Prinz vonCarignau dieRegentschaft über diese sämmtlichen mittelitalicnischcnStaaten übernehmen solle, bis die vollständige Ver-einigung mit Sardinien möglich sein werde. Nach-dem dieser abgelehnt, trat ans seine Empfehlung derRitter Buoncompagni, als Generalgouverueur 14.Nov.1859 im Namen Victor Emanuels an die Spitze,stellte M., Parma u. die Romagna unter dem Namender Emilischen Provinz u. Toscana unter eine ein-zige Verwaltung u. bereitete Alles zu einer Einver-leibung in die Monarchie des Hauses Savoyen vor,welche auch, nachdem laut der Abmachungen zwischendem Turnier Cabinet und dem Kaiser Napoleon dieBevölkerung M-s sich zu Anfang März 1860 zn-stimmend ausgesprochen, 18. März 1860 vollzogenwurde, wogegen Franz aus Wien 22. März prote-stirte. Franz beschloß in Wien den Mannesstammder Österreich-Este 20. Nov. 1875. Vgl. Muratori,
OsIIs aubieliitüllstöusi sä italians, Mod.1717ff.,
2 Bde.; Tiraboschi, LIsmoris storiobs moäsuesieol ooclios äiplomntioo, ebd. 1811, 9 Bde.; Nonca-glia, Ltntistion Asuorals äsAii stnti Lstsusi, ebd.
1849 f., 2 Bde.; Scharfenberg, Geschichte des Her-zogthums M., Mainz 1859; Manch!, Lronnoa Llo-cionoso, bis 1876 nenn Bde., Parma. Kleiiischmidt.
Modena, 1) Thomasvon, italien. Maler des ^
14. Jahrh.; lebte, von Karl IV. berufen, in Prag ^u. Karlstein und gründete, von diesem viel beschäftigt >und deshalb genöthigt, Gehilfen heranzuziehen, eine !eigene Schule. Die Angabe, daß M. in Öl gemalt !u. diese Kunst anS Italien nach Böhmen u. Deutsch-land verbreitet habe, ist irrig. 2 ) Gustavo, nam- !Hafter italien. Schauspieler, geb. 1803 in Venedig; >studirte die Rechte und prakticirte als Advocat inRom, dann in Bologna; 1826 wurde er Schauspielerin Rom und bethciligte sich 1831 an den politischen sBewegungen; deshalb verbannt, hielt er sich ab-wechselnd in Frankreich, Belgien u. in der Schweizauf, kehrte 1838 infolge der Amnestie in das Vater-landzurück, wo er von Neuem seinenRuf als Schau-spieler gründete und zugleich der Lehrer einer dra-matischen Schule wurde, aus der die Ristori, Rosstu. A. hervorgingen. 1848 betheiligte er sich aber-mals u. zwar im Verein mit seiner Gattin Julia,geb.Calame (geb. 1814 zu La Huette, gest. 6. März1869 in Turin), die geheime Sendungen nach Flo-renz, Padua, Mailand u. Venedig ausführte, au derRevolution. Er st. 21./22. Febr. 1861 in Turin.
1) Regnet? 2) Kürschner. '
Moder, ein 80 Icm langer, linker Nebenfluß des 'Rheins im deutschen Neichslande Elsaß-Lothringen, ^entspringtauf dem nördl. Wasgaugebirge, nimmt >
die Zorn auf u. mündet, für kleine Fahrzeuge schiff-bar, nordöstl. von Drnsenheim.
Moderados, gemäßigte Partei in Spanien.
iVlollerSmen (lat.), Leitung, Mäßigung.
Moderat (v. Lat.), gemäßigt; daher Mode-ration, Mäßigung, Minderung. Llockernticmis j ns,Minderungsrecht; Erinnernngsrecht der Landständeund Unterthanen, wenn ihren Rechten vom Fürstenzu nahe getreten wird; das Recht des Richters, dieAnsätze der Deserviteugebühren oder der unterenBehörde zu prüfen und nach Befinden zu mindern.Moderautismus, Hinneigung zur Mäßigung.
Moderateurlampe, s. u. Lampe.
Moäersto (ital., Mus.), so v. w. mäßig.
MoäerÄor (lat.), an einer Maschine der die Be-wegung mäßigende Theil.
Moderiren (v. Lat.), mäßigen; daher Rech-nungen m., so v.w.Ansätze inRechnungen, welchezu hoch scheinen, ermäßigen.
Modern (Modor), königl. Freistadt im Ungar.Comitat Preßburg, am Fuße der Karpathen, ineinem Thale; Station (M.-Schenkwitz) der Waag-thalbahn; Lehrerpräparandie, Benedictinerkloster;Leinenweberei, Tuchweberei, Töpferei, Acker- undWeinbau; 1869: 5066 Ew. M. wurde unter Ru-dolf II. königl. Freistadt.
Moder» (v. Franz.), so v. w. modisch, der Modegemäß; der Gegensatz von Antik und Romantisch.
Das eigentliche Moderne fängt in der neueren Kunstu. Literatur mit der Periode an, wo das Altroman-tische durch den Einfluß des erneuerten Studiumsder alten Griechischen und Römischen Literatur und