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Modelliren — Modena.
M. (in der wirklichen Größe des in Marmor oderBronze rc. auszuführenden Werkes) ist dann daseigentliche Original, im Verhältniß wozn das aus-znfiihrende Werk nur die Bedeutung einer Copie hat.Die Copirung in Marmor beginnt mit dem sogen.Pnnktiren (s. d.)., welches nicht von dem Künstlerselbst, sondern von untergeordneten Arbeitern gemachtwird; der Künstler legt nach Vollendung dieser Aus-arbeitung ans dein Rohen nur die letzte Hand an,um den Formen die Feinheiten der Modellirung zugeben. Die Copirung in Bronze (s. Bildgießerkunst)geschieht Lurch Herstellung einer Gußsorm über demM. 3) (Im uneigentl. Sinne) eine nach dem schonvorhandenen Werke gefertigte Copie im Kleinen.Am häufigsten werden solche M-e nach berühmtenn. historisch wichtigen Bauwerken gefertigt; als Ma-terial gebraucht man gewöhnlich Holz, Steinpappe,Kork, Gips u. andere leicht zu bearbeitende Stoffe.Auch von Waggons, Pflügen, Maschinen, Batterien,Brücken, gebirgigen Gegenden (Reliefkarten) werdensolche M-e gefertigt, behufs instructiver Anschaulich-keit. In großen öffentlichen Museen gibt es beson-dere Abtheilnngen für M-Sammlungen, z. B. inBerlin; eine der interessantesten solcher Sammlungenbefindet sich zu München. 3 ) Die Bedeutung des'M.als Vorbild istAnlaß gewesen, daß der Ausdruck auchauf Gegenstände angewendet wird, die nicht künstlichhergestcllt sind; namentlich versteht man unter Zeich-nen, Malen rc. nach dem lebenoeu M. in Akademienden sog. Act, wobei ein lebender, theilweise od. ganznackter Mensch als M. fungirt. Schaskr.
Modelliren, 1) (Bildh.) einen Entwurf für einplastisches Werk ausführen (s.Ntodell); 3)(im über-tragencnSinne)wirdderÄusdruckauch inderMalereifür die durch Schatten u. Lichtcontraste bewirkte schein-bare Rundung der Formen einer Figur gebraucht.
Modeln, einer Sache eine Gestalt geben, od. sienach etwas bilden; vgl.Modelliren; ihr Figuren od.Muster geben, so von Schristgießern, Schönfärbern,Webern, Zuckerbäckern.
Modena, 1) ehemaliges Herzogthum in Ober-italien, zwischen Parma, der Lombardei, Venedig,dem Kirchenstaat, Toscana und dem Mittelmeer;100.91 HW, mit 1857: 604,500 Ew., wurde 1860Lein Königreich Italien zugesügt u. daraus die Pro-vinzen M., Reggio u. Massa Carrara gebildet. 2)Provinz zwischen Reggio, Massa-Carrara, Bolognau. Ferrara, 2501 Hjlcm (45,4 UM) mit 273,231Ew. (109 auf l djlcw, in ganz Italien 90,z), die 3 Bez.Modena(mitl39,723Ew.),Mirandolau.PavullonelFrignano, 21 Cantone u. 45 Gem. umfassend, istimMl. Theil gebirgig (Apenninen) u. gehört in seinemmittleren und nördl. Theil zur oberital. Tiefebene,wird vom Secchio u. Panaro bewässert u. von zweiLinien der oberital. Bahn durchschnitten. Eintheil-ung in 3 Kreise. 3 ) (Llubina) Hauptstadt, in einergroße» Ebene, an einem Kanal zwischen der Secchiau. dem Panaro u. an 2 Linien der oberital. Bahn,von unbedeutenden Festungswerken umgeben, diegrößtentheils in Spaziergänge umgewandelt sind;eine der schönsten Städte Italiens, mit breitenStraßen, größtentheils mit Arcaden zu beiden Sei-ten; die Hauptstraßen sind: die Via Emilia, welchedie ganze Stadt von SO. nach NW. durchschneidetu. der breite Corso Vittorio Emanuele. Die bedeu-tendsten Plätze sind die Piazza Grande (Domplatz)
u. Piazza Reale; außerhalb, aber noch in der Um-wallung, liegendie großePiazzad'Armeu. derStadt-garten (ehemalige herzogliche) mit dem BotanischenGarten. Die Stadt ist Sitz der Provinzialbehördenn.eines Erzbischofs. Unter den zahlreichen Kirchen sindbes. merkwürdig: der romanischeDom mit einfach edlerFaxade (alte Scnlpturen) aber unschönem Innern;hier u. an der Krypta künstlerisch bedeutende Terra-cottaarbeiten; der 102 m hohe Glockenthurm (Cam-panile) gehört zu den bedeutendsten in Oberitalien;ferner die fünfschiffige Kirche S. Pietro, S. Fran-cesco mit einer Kreuzabnahme in Terracotta (von >Begarelli) n. S. Michele mit den Grabmälern von ICarolus Sigonius u. Antonio Mnratori (berühm-ter Geschichtsforscher; Denkmal auf dem nach ihmbenannten Platz). Weltliche Gebäude: vor Allen dasehem. Herzog!., jetzt königliche Schloß, mit trefflicherGemäldegalerie und einer der berühmtesten Biblio-theken Italiens (Libliotkwoa Lotsnsis) von über90,000 Bände» u. 3000 Manuscripten, einem Münz-cabinet u. Archiv. Ferner: das neue Theater, dasStadthaus, der erzbischöfl. Palast, das Universitäts-gebäude, das Gebäude der Nationalbank, auch diealte Citadelle rc., Unterrichtsanstalten rc., Univer-sität mit 3Facultäten (1876—77: 223 Studirende),Observatorium, Lyccnm, Seminar, Gymnasium,technische Schule, MMärschnle, Akademie der Wis-senschaften u. Künste,Museum, röm.Alterthümer rc.;ferner 2 Theater, versch. Wohlthätigkcitsanstalten,öffentliche Bäder rc.; Manufactur von grobem Tuch,Leinwand u. optischenJnstrumeuten, Handel mit Ge-treide, Seide, Wein rc.; 30,854 Ew. (Gem. 56,690).DieStadtM.war eine alteStadtder keltischcnBojer,denendieRömerdenPlatzentrissen u. dortl83v.Chr.eine Kolonie gründeten. Hier 194 Sieg der Römerunter dem Consnl Mernla über die Bojer, und hierbelagerte Antonius den D. Brutus vom Dec. 44 bisApril 43 v. Chr., wurde aber von Pausa, Hirtiusn. Octavianus geschlagen (Mntinensischer Krieg, s.unter Nom, Geschichte). Constautin d. Gr. ließ M., !
weil sie es mit Maxentius gehalten hatte, zerstören,aber auch wieder aufbauen. In der Folge von denGothen u. Langobarden abermals zerstört, wurde esdurch Karl d. Gr. wieder aufgebant. Unter den Lon- !gobarden und später unter den Franken von Grafenregiert, gehörte es unter die Mathildischen Besitz-ungen, machte sich zwar frei, wurde aber der Schau-platz heftiger Parteikämpfe, bis 1283 Obizzo d'EstezurHerrschaft gelangte. 1598 wurde M. die Residenzder neueren Herzöge von M. Hier am 12. Juni1799 Gefecht der Oesterreicher mit den Franzosen, iworin Erstere Sieger blieben. Schroot.
Modena (Geschichte des Herzogthnms M.), früherzum Exarchat, dann zu Toscana gehörig, riß sich 1092mit Ferrara von der Mathildischen Herrschaft los u.hatte mit Ferrara dieselben Herrscher, erst aus demHause Torelli, dann seit 1336 aus dem Hause Este.1452 wurde Borso von Este vom Kaiser zumHerzogevon M. und Reggio und 1471 vom Papste auch izum Herzoge von Ferrara erhoben. Als 1597 die -
Herzoge von Ferrara und M. mit Alfons II. aus- j
starben, war aus dessen Familie noch Cäsar von Este ;übrig, den Alfons II. schon bei Lebzeiten mit Bewil-ligung des Kaisers zu seinem Nachfolger bestimmthatte; er erhielt jedoch nur M., Reggio und Carpi,da der Papst Clemens VIII. das Herzogthum Fer-