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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Mittlere Zeit Mixtur.

Mittlere Zeit, s. Zeit.

Mittlers Grün, eincschöne grüne Farbe, welcheentweder reines Chromoxydhydrat von der Zusam-mensetzung lÄjllsOg ist oder aus einer Verbindungdesselben mit Borsäure und Phosphorsäure besteht.Es dient als Ersatzmittel des Schweinfurter Grünsn. wird unter den verschiedensten Namen, z. B. alsSmaragdgrün, Pannetiers Grün, Arnaudons Grün,

Matthieu-PlessysGrün,indenHandelgebracht.Glcitz°l-

Mittnacht,Hermann von, Württemberg. Mi-nister, geb. 17. März 1825 in Stuttgart; studirtedie Rechte in Tübingen n. Heidelberg n. wurde dannnach einander Staatsanwalt in Ellwangcn, Stadt-gerichtsvorstand, Obertribunalsrath und Rath desOberhandelsgerichts in Stuttgart; 1867 war er auchMitglied derBnndesliqnidationscommissioninFrank-furt a. M. Seit 1861 Mitglied der württembergi-schen Abgeordnetenkammer, stand er an der Spitzeder conservativen, großdeutschen Partei und wurde27. April 1867 württembergischer Justizminister, inwelchem Posten er sich um das Zustandekommen derneuen Civilproceßordnung und Gerichtsorganisationverdient machte. 1868 in das norddeutsche Zollpar-lament gewählt, stand er an der Spitze der württemb.Particularisten, führte dann aber nach VarnbülersEntlassung Aug. 1870 das Präsidium, dann Oct.bis Dec. die Verhandlungen über denAnschlnß Würt-tembergs an den Nordd. Bund, resp. Eintritt in dasDeutsche Reich, nach dessen Herstellung er Mitglieddes Bundesrathes wurde. Seit 23. Nov. 1873 lei-tet er auch die auswärtigen Angelegenheiten, sowiedie des königl. Hauses. Im Bundesrathc hat er beider Gesetzgebung betr. ein einheitliches Recht inDeutschland besondere Thätigkeit entwickelt. Lagm.

Milt» (Mattu), ChartumerBezeichnnng für fünfcentralafrikanische Volksstämme,die M.,Madi,Madi-Kaja, Abaka n. Lnba mit nur dialectischen Verschie-denheiten in ihren Sprachen, welche zuerst durchSchweinfurths Reisen bekannt wurden; nur die Er-steren aber nennen sich selbst M., ihr Gebiet liegtgrößten Theils zwischen dem 5. u. 6. nördl. Brei-tengrad. Nach ihren Sitten, Trachten n. Gebräuchenstellt sie Schweinsurth ncbendieBongo, dencnsiehiu-sichtlichder Racenachstehcn,».glaubt,daß sievondiesenden Übergang zu den sie südl. begrenzenden Niam-niam bilden; mit den Ersteren haben sie dieselbenZiegen-, Hunde- u.Hühnerracen gemein; verrathenaber im Gegensatz zu denselben durch ihr Essen vonHundefleisch einHinneigenznm Cannibalisinus. DieFrauen tragen, ähnlich wie die der Kadsche in Seg-seg (Tsad u. Benne) in beiden Lippen, in der obereneine Scheibe (wie die Maganjaweiber am Schireeinen Pelelering tragen), oder, bes. der Lubastamm,kegelförmig geschlissene Quarzstücke. Die Frauentragen einen Laubschurz, die Männer ein Fell in derHüstschnur; nur die Madi schmücken sich mit einemlangen, schmalen Schurz aus vielen mit Ringen be-hangenen Ledersträngen. Das Haupthaar wird kurzgehalten; die Kopfbedeckung der Männer erinnertan eine Mandarincnmütze. Ihre Hütten sind nach-lässig gebaut, in der Form ähnlich einem großenReisrock. Die M. sind sehr musikliebend und über-trefsen in dieser Kunst alle ihre Nachbarn. Ihre Ge-sänge, bes. im Chor, werden von Schweinsurth sehrgerühmt; sic haben Trompeten ans Flaschenkürbis-sen, Flöten nach europäischem Muster, und eine der

Nobaba Nubiens ähnliche Leier. Ihre sonstigenKnnstproducte stehen denen der Bongo nach. IhreWaffen sind Lanzen, Pfeile u. Bogen, ohne Schild.Ihr fruchtbares, an Ackerbau reiches Land ist unterHäuptlingen vertheilt, welche seit Ende der 60erJahre fast alle von Chartumer Kanfleuten abhängig !sind. Vgl. G.Schweinsurth, JmHerzen vonAsrika,

1. Bd,, Lpz. 1874. Soyaux.

Mittweida, Stadtinder sächs. Amtshauptmann-schaft Nochlitz, Kreishauptmannschaft Leipzig, in rei-zender Lage an der Zschopau u. der Sächsisch West,sichen Staatsbahn; mechanische Kratzenfabrik, me-chanische Webereien, Färbereien, Cigarrenfabrika-tion, Stnhlbauerei, Mühlen-n. Maschinenbau, Spin-nereien, Technicum (höhereFachschulefürMaschinen-ingcnienre, Werkmeister rc.), Real-, Bürgerschule;9093 Ew. Geburtsort des Bildhauers Schilling u.des TheologeuTzschiruer. Die Stadt wurde oft vonBränden heimgesucht, zuletzt 1830. Vgl. Kretzschmar,Mittweidische Chronik, Mittw. 1841, 2 Bde.

Mittwoch, der vierte Tag der Woche bei den-jenigen Völkern, welche dieselbe mit dem Sonntagbeginnen; der Dies LIsreurii der Römer, derOdins-oder Wodanstag der alten Germanen, hatte Bezugauf Sturm u. Unwetter u. galt daher als Unglücks- ftag, eine Bedeutung, die sich in vielen GegendenDeutschlands noch bis heute erhalten hat.

Mitylenesa.Geogr.), St. aufLesbos, s.Mytilene.

Miurisch (gr. ^ec'orix-och, kurzschwänzig, mit ab-gestutztem Ende; daherM-er Vers, eiuHexameter, !der im letzten Fuß in der Arsis statt der Länge eine ,Kürze hat.

Mius, Fluß im russ. Gouv. Jekaterinoslaw u.in der Provinz des Tonischen Heeres (SRußland),nimmt links die Nagoljnaja u. rechts die Krynka aufu. mündet nach einem 190 km langen Lause in dasAsowsche Meer. Nach diesem Flusse ist der M-sche Be- izirkbenannt. DieserBez. enthält reiche u.großeStein-kohlcnlager u. ist fast ausschließlich von Kleinrussenbewohnt, welche sich im 18. Jahrh.hier niederließen.

Mixeä pickloo (engl.), saure, mit Essig u. Gewürzeingemachte, unreife Früchte, wie Gurken, Blumen-kohl, Bohnen.

Mixeolise, eine Art der Erzeugung von Misch-farben aus chemischen Wege. Sie hat den Zweck zu- !sammengesetzte Farben in innigerer Vermischung zn jerhalten, als dies durch bloßes, mechanisches Mengen ^der Grundfarben möglich wäre. So stellt man z. B.Grün auf mixeolytischem Wege her, indem manLösungen vermischt, die einerseits aus chromsauremKali und gelbem Blntlaugensalz, anderseits ausessigsaurcm Blei u. Eisenchlorid bestehen. Hierbeibilden sich gleichzeitig u. innig gemischt, gelbeschrom-sanres Blei u. Berliner Blau, welche Farben zusam-men ein gleichmäßiges Grün geben. Matzet.

Mixstadt, Stadt im Kreise Schildberg despreuß.Regbez. Posen; 1875: 1535 Ew., meist Polen.

Mixteken, ein Stamm der Urbevölkerung Mexi-cos, in dem jetz. Staat Oajaca (s. d.).

Mixtum (lat.), Gemischtes M. oompositum, Misch-masch ; LI. jus, Recht, das theils ans Gesetzen, theilsauf Herkommen beruht.

Mixtur (v. lat. Nixtura), 1) Mischung, Gemisch;

3) Mischung verschiedener Flüssigkeiten n. Lösungenfester Körper, der auch wolfeine, in derselben unlös-liche Pulver zugesetzt werden; hierher gehören: Ll.