Mittclwcildbctrieb — Mittler.
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Mittelwaldbetricb,s.Forstwirthschast,S. 269.
Mittclwalde, Stadt iin Kreise Habelschwerdtdes prenß. Negbez. Breslau, an der Neiße, Stationder Oberschles. n. der Österr. NWBahn; Schloß desGrafen vonMhann, Baninnjollen- n, Leinenweberei,Fabrikation von Schnupftabak u. Thonwaaren,Kalk-steinbrüche; 1875: 2476 Ew.
Mittelwall, so v. w. Courtine, s. u. Bollwerk.
Mittclzähne, so v. w. Schneidezähne.
Mittelzell, Flecken, s. Zell am Main.
Mittenwald, Marktflecken iin Bezirksamt Wer-denfels des daher. Regbez. Oberbayern, links anderIsar, 920 in ü. d. M., überragt von dem steilenKarwendelgebirge, dessen westliche, 2382 m hoheSpitze fast senkrecht aufsteigt; Fabrikation musikali-scher Instrumente, bes. von Geigen, Guitarren rc.(Ausfuhr nach England u. Amerika), Bergbau aufBlei n. Zink, Holzhandel; 1875: 1705 Ew. — ImW. von M. liegt das Wcttersteingebirge und im S.auf der Grenze gegen Tirol an der Isar der Eng-paß Scharnitz. M. war früher Niederlage für denBozener Markt, als der Handelsverkehr zwischenAugsburg n. Italien auf dieser Straße stattfand.
Mittenwalde, 1) Stadt im Kreise Teltow despreuß. Regbez. Potsdam, an der Rotte; Ackerbau,Schifffahrt; 1875: 2314 Ew. 2) Stadt, so v. w.Medzibor.
Mittcrbad, besuchtes Bad im Bezirk Merander gefürsteten Grafschaft Tirol u. Vorarlberg (Öster-reich) , im Ultenthale. Die Mineralquelle ist ein sa-liuisch-erdiges, schwefelfanres Eisenwasser (Eisen ^vitriolwasser) von -st 8" R. Temperatur; auch eineMilch- n. Molkcnanstalt ist vorhanden.
Mittcrmaier, Karl Joseph Anton, aus-gezeichneter Rcchtslehrer, geb.b.Aug. 1787 in Mün-chen; machte seine Studien in Landshut ».Heidelberg,wurde 1809 Privatdocent und 1811 Professor derRechte in Landshut, 1819 ging er in gleicher Eigen-schaft nach Bonn und von da 1821 nach Heidelberg;1831—41, sowie 1846—48 Mitglied der badenschenKammer n. 1833, 1835, 1837, 1847 u. 48Präsidentderselben, wirkte er hier bes. erfolgreich für Reform derRechtspflege. Das Vorparlament inFrankfnrtwählteM. zum Präsidenten, u. der badische Wahlkreis Ra-siadt u. Gernsbach schickte ihn als seinen Vertreter indie Nationalversammlung, wo er der GagernschenPartei angehörte und als Mitglied der Deputation,welche dem König von Preußen die deutsche Kaiser-krone anbieten sollte, nach Berlin ging; er schied, alsdiese Mission ohne Resultat war, mit aus der Natio-nalversammlung n. nahm seine Vorlesungen an derUniversität sowie seine schriftstellerische Thätigkeitwieder auf, die sich auf das gesammte deutsche Pri-vatrecht, die Theorie des ProcesseS u. das Strafrechterstreckte. Es sind von seinen Werken bes. zu erwäh-nen: Handbuch des peinlichen Processes, Heidelb.1810—12, 2Bde., später umgearbcitet als: Dasdeutsche Strafverfahren in der Fortbildung durchGerichtsgebrauch u. Particulargesetzgebung, Heidelb.1839,4. A. 1847, 2 Bde.; Grundsätze des gemeinendentschenPrivatrechtes,Landsh.1821,7.A.Regensb.1847,2Bde.; Der gemeine deutsche bürgerliche Pro-ceß, Bonn 1820—26, Beiträge, 1. Beitr. 3. A. ebd.1838,2. n. 3. Beitr. 2. A. ebd. 1825, 1832,4. Beitr.2. Ausl. ebd. 1840; Über den neuesten Zustand derCriminalgesetzgebnng in Deutschland, Heidclb. 1825;
Die Lehre vom Beweise im deutschen Strafprocesse,Darmst. 1834 (ins Französ. u. Span, übersetzt); DieMündlichkeit, das Anklageprincip, die Öffentlichkeitu. das Geschworenengericht, Stnttg. 1845; Anleit-ung zur Vertheidigungskunst, Negensb. 1845; Dieenglische Staatsversassung in ihrer Entwickelung,Heidelb. 1849; Das englische, schottische und nord-amerikanische Strafverfahren, Erlang. 1851; DieGesetzgebung und Rechtsllbung über Strafverfahrennach ihren neuesten Fortbildungen, ebd. 1856; DieGefängnißverbesserung, ebb. 1858; Die Todesstrafe,Heidelb. 1862, für Beseitigung derselben. M. gabumgearbeitet heraus: Fenerbachs Lehrbuch des ge-meinen in Deutschland gütigen peinlichen Rechtes,14. A., Gießen 1847; auch war er Mitherausgeberdes neuen Archivs des Criminalrechtes u. des Archivsfür civilistische Praxis u. gründete die Kritische Zeit-schrift für Rechtswissenschaft und Gesetzgebung desAuslandes, 1829—56. Gleichsam als Testament(wie er es in Privatbriefen bezeichnet?) verfaßte erim hohen Greisenalter: Die Todesstrafe nach den Er-gebnissen der wissenschaftl. Forschungen, der Fort-schritte der Gesetzgebung u.der Erfahrungen, Heidelb.1862 (sehr beredt und kenntnißvoll für Abschaffungjener Strafe). M. st. 28. Aug. 1867, eine der Zier-den der deutschen Wissenschaft u. insonderheit derUniversität Heidelberg. Lagai.
Mitternacht, 1) der Moment, in welchem dieSonne ihren tiefsten Stand unter dem Horizont hat,der dem Mittag entgegengesetzte Zeitpunkt, zugleichAnfang des bürgerlichen Tages. 2) (Norden) die-jenige Himmelsgegend, wo die Sonne auf der nördl.Halbkugel der Erde ihren tiefsten Stand hat. Mit-te r n a ch ts p u n k t, der nördl. Durchschnittspunkt desMeridians mit dem Horizont.
Mittcrfill , Marktflecken im Bezirke Zell am Secdes österreich. Herzogthnms Salzburg, Hauptort desOberpinzgaues, au der Salzach, inmitten einer aus-gedehnten Sumpfgegend und daher wohl auch dasPinzgauer Venedig genannt; 1869: 507 Ew. (Gem.2028). 2 lcm nördlich am Salzach-Ufer ans einemvorspringenden Berge, 160 in über der Thalsohle,die uralte, wohlerhaltene Burg M. mit schöner Aus-sicht, namentlich in das südlich sich öffnende VelberThal bis zum 2983 in hohen Tauernkogl.
Mittcrtcich, Marktflecken im Bezirksamt Tir-schenreuth des bayer. Regbez. Oberpfalz, Stationder daher. Staatsbahnen; bedeutende Basaltstcin-brüche; 1875:1935 Ew. Dabei der Leonhardsberg,Fundgrube schöner Bergkrystalle.
Mittewald, Dorf südöstl. vonSterzing am Fußedes Brenner im Bezirk Brixen (Tirol). In demEngpaß dabei Gefechte 2. April 1797 und 5. August1809; in letzterem Gefechte siegten Haspinger undSpeckbacher hier über die Franzosen unter Lefebvre.
Mittfastcn, Mittwoch vor dem Sonntag Lätare;daher M-sonntag, der Sonntag Lätare.
Mitthäter, criminalistisch Bezeichnung siir den-jenigen, welcher in Gemeinschaft mit einer od. mehre-ren anderen Personen eine strafbare Handlung begeht.
lVIittimus (lat., wir senden), in England der rich-terliche Befehl (rvrit) zur Aufnahme eines Verbre-chers in das Gesängniß.
Mittler, 1) so v.w. Mittelsperson; 2) (Dogm.)Jesus Christus als Versöhner zwischen Gott u. Men-schen, s. Jesus Christus.
Pierers Univ-rsal-CouversatirnL-kcxikon. K. Aiifl. XIII. Band.
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