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Bd. 13 (1879) Metternich - Ostindien
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Mithridatischcr Krieg Mitscherlich.

einsetzen wollten, schlug; dann ließ er an einem be-stimmten Tage einen allgemeinen Aufstand gegen dieRömer in Asien ansbrechen, bei welchem 80,000(nach And. 150,000) Römer ermordet u. die anderenaus Asien vertrieben wurden. Nun eroberte er dieInseln des Ägäischen Meeres, rief auch Griechen-land zur Empörung gegen die Römer auf n. sendeteihnen Hilfstruppen unter Archelaos und Dorylaos.Als jedoch Sulla hcrangcrnckt war, 86 Athen er-obert n. die pontischcn Truppen bei Chäronea undOrchomenos besiegt hatte n. die Römer unter Fim-bria in Asien M. bedrohten, machte er 84 in Dar-danos Frieden mit Sulla, wonach er sich aus seinReich Pontos einschränken, seine Flotte ausliefernu. eine groß? Summe Geld zahlen mußte. Bereits82 begann durch Mureuas Feindseligkeilen der Kriegzwischen ihm u. den Römern wieder (Zweiter Mi-lhridatischer Krieg); Mnrena wurde geschlagen undmachte 80 wieder Frieden. Die bürgerlichen Unru-hen in Nom zu nenen mächtigen Rüstungen benutzend,begannM. 74 v. Chr.,nachdem er sich mit Sertoriusverbündet, in Spanien den dritten Mithridati-schenKrieg (Politischen Krieg) mitder BesetzungPa-phlagoniens u. BithynienS; obgleich anfangs glück-lich, wurde er doch 73 bei Khzikos u. Kabeira durchLucullns geschlagen u. mußte 72 nach Armenien zuTigranes fliehen; dieser zog mit einem großen Heereden Römern entgegen, wurde aber von Lucullns beiTigranocerta geschlagen; 07 kehrte M. nach Pontoszurück und besiegle den Glabrio, ward aber 66 vonPompcjus bei Nikopolis gänzlich geschlagen. M. floherst nach Kolchis, dann in die Kaukasusländer, u. .als

I sein Sohn Pharnakes u. sein Heer ihn verließ, nahmer 64 v. Chr. in Pantikapäon Gift; da dasselbe nichtwirkte (er hatte, um sich gegen Vergiftungen zu sichern,sich selbst nach u. nach an Giftessen gewöhnt), ließ ersich von einem keltischen Soldaten ermorden. M.

i war einer der größten Fürsten Asiens, bald gerechts u. edel, bald hart u. grausam, auch gelehrt; er konnte^ in 22 Sprachen reden, kannte dieNamen aller seinerSoldaten u. hatte den Römern das Kriegshandwerk^ abgelernt. Eichhoff.

Mithridatischcr Krieg, s. u. Mithridates.s j Mithut, die Mitbenutzung des Weiderechts (lluss! eompusoonäi),weuuJemaud ans seinem Grundstücke^! mit einem Dritten das Weiderecht auszuüben hat.i lVlitigantis, mildernde Umstände. Mitigation,j Milderung.

Mitisgrün, so v. w. Schweinfurter Grün.

I Mitjakinskaja, Staniza in der Prov. des Don-- s schen Heeres, am linken Ufer des Donez; bedeuten-. der Jahr« u. Viehmarkt; 13,700 Ew.l Mitla, Dorfimmejican.StaateOajaca, 1600mh ü. d. M. Hier waren zur Zeit der span. Eroberungü die Paläste des Oberpriesters und die Begräbnisse

II zapotekischer Fürsten und Helden. Die Paläste sind» von den Spaniern zerstört n. nur noch vier GruppenI Ruinen davon übrig; das Teocalli (Opferpyramide)s allein steht noch. Merkwürdig sind die an 1 m brei-I ten Wandverzierungen in Neliefmosaik. Man zählt

diese Denkmäler zu den ältesten in Centralamerika.

Mitlauter, so v. w. Consonant.

Mitra (griech.), Band, Binde; Hauptbedeckungder asiatischen Völker, Perser, Lyder rc. Die mäo-j Nische (phrygische) M. hatte Backen, welche unter! dem Kinn gebunden wurden. Dann Name für die

Bischofsmütze oder Insul. Ferner: M. (Lalz-ptra),d. i. Mooshanbe; der mützcnförmige Sporen- oderSchlauchschichtträger (Hvmsuopllornm) von lllei-voUa, lliarolrslla n. a.

lVIitraüls (franz.), Kartätsche, Karlätschenhagel;LlitraiUaüs, Niederschießcn durch Kartätschen.

Mi traillense, s. u. Geschütz, S. 161 .

Mitralklappe (Mtrakio valvula), die zweizipf-lige Klappe zwischen der linken Vorkammer n. Herz-kammer, s. Herz, S. 233.

Mitrc, Bartolome, südamerikan. General n.Staatsmann, gcb. 26. Juni 1821; lebte längereZeit in Peru n. Chile als höherer Offizier u. Pnbli-cist u. bekleidete dann in Buenos-Ayres mehrere ein-flußreiche Posten unter Obligados und Alsinas Ver-waltung. 1859 General, zog er gegen die Föderativ-truppen unter Urqniza, verlor aber die Schlacht vonCcpeda (23. Oct.). Im Mai 1860 wurde M. zu nGouverneur der Prov. Buenos-Ayres gewählt. Nachdem Wiederansbruch des Krieges siegte er i7. Scpt.1860 bei Pavon, brach in die Prov. Sama Fe einu. zog in Rosario ein, nachdem auch die Prov. Cor«dova zu ihm übergetreten war n. erhielt provisorischdie Leitung der Regierung. Am 27. Mai 1862 :r-öffnets er zu Buenos-Ayres den Natioualcongreß,welcher ihn im October zum Präsidenten wählte undBuenos-Ayres zum Sitz der Regierung erklärte. ImKriege mit Paraguay führte er von 186568 dasCommando, mußte aber wegen Absterbens desVice-präsidenten Paz die Regierung wieder übernehmen,deren Periode übrigens imOctober desselbenJahresablief. 1874bewarb er sich wiederum diePräsiden-tenwllrde u. machte einen vergeblichen Versuch, Aveila-neda dieselbe mit Waffengewalt streitig zu machen;s. Avellaneda 3). Argentinien hatihmüvrigensman-ches Gute in volkswirthschaftl. u. intellektueller Hin-sicht aus seiner Regiernngszcit zu verdanken. Schroct.

Mitrowitz, Marktflecken im Peterwardeiner Di-strict der kroat.-slavon. Militärgreuze, an der Save;lknterrealschule; guter Weinbau, ansehnlicher Han-del mit Getreide, Vieh und Holz; 1869: 4997 Ew.M. ist Fundort vieler röm. Alterthümer. Es ist dasvonden Römern erbaute Syrmium, die ehemaligeHauptstadt des ganzen westl, Jllyriens und Panno-niens n. Geburtsort des Kaisers Probus, der in derUmgebung zuerst die Weinrebe anpflanzen ließ.

Mitscherlich, 1) Christoph Wilhelm, geb.1760 zn Weißcnsee in Thüringen; studirte seit 1779in Göttingen; 1782 Collaborator am Pädagogiumzu Ilfeld, 1785 außerordentlicher und 1794 ordent-licher Professor in Göttingen, 1806 Hofrath, hörtein den 30erJahren zu lesen ans u. st. 6.Jan. 1854.Ergab heraus: Lpistola, orib. inis.poI1oäornm (Oa-tullnm, Ltntüuin), 1782 n. viele andere kleinere Ab-handlungen; Hz-muumklomsr. inCersrsm, 1787;lüaloAns rso. earm. l,ab., 1793; Aorabii opsra.Bd. I, 2 (oarmina), 1800 (dazu raoomationos Vs-nuainns, 9 Programme); Oviüü ox., 2Bde., 1796bis 1798, 2.A.1819; in der Zweibrückener Samm-lung die Leriptoiss srotioi Llrasoi, 1792 ff., 4 Bde.,u. die kritischenAnmerknngen znPlato. 2 ) Eilard,berühmter Chemiker, geb. 7. Jan. 1794 in NeuendebeiJever; studirte seit 1811 in Heidelberg Geschichteu. Philologie, ging daun nach Paris, Göttingen u.Berlin, studirte dort Chemie, ging 1819 mit Berze-liuS nach Stockholm, wo er in dessen Laboratorium