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Mrucraloaie.
bearbeitet. Mit Becher, welcher irr der Mitte des
17. Jahrh. lebte, beginnt eine Periode, in welcherman anfing, die chemischen Eigenschaften der Mine-ralien mehr als zuvor zu berücksichtigen; Bechermachte auf die Verschiedenheit des Verhaltens derMineralkörper im Feuer aufmerksam; Hjärne, Boer-have u. A. vermehrten die Kunde der chemischen Ei-genschaften derselben, und Magnus von Bromel (im
18. Jahrh.) benutzte die dadurch erlangten Ersahr-ungen zu einer Classification, welche alle früherenVersuche, Systeme aufzustellen, übertraf und auf dienachfolgenden Classificationen von Einfluß gewesenist. Er theilte die Mineralien ein in Erden, Salze,Schwefelartige, Steine, Mineralien u. Halbmetalle,Metalle; bei den Steinen unterschied er nach bemVerhalten im Feuer unschmelzbare, kalkartige, ver-glasbare; außerdem zählte er aber auch dahin sogen.Naturspiele, Versteinerungen u. thierische Concretio-nen. Linnb stellte 1736 auch ein Mineralsystem auf,welches denVorzug hatte, daßdarin Genera bestimmtunterschieden und mit Diagnosen versehen waren.Einen neuen Fortschritt gewann die M. durch Wa-lerins; seine mineralogischen Werke sind die wichtig-sten der damaligen Zeil, sein Hauptwerk: Lxstomaminsralo^ioum vom Jahre 1772. Gleichzeitig mitihm lebte in Schweden der Bergmeister Axel vonCronstedt (1722—1765), welcher oer Gründer einerMethode in der M. wurde, die bes. eine praktischeTendenz hatte und wol gerade aus diesem Grundeeinen ungleich größeren Einfluß gewann, als dasSystem des Wallerius. Aus einem rein chemischenGesichtspunkte bearbeitete der Schwede Bergmanndie M.; er bereicherte die Kenntniß der Mineraliendurch chemische Analysen und stellte 1782 ein chemi-sches Mineralsystem auf, in welchem er zwar dieKlassen des Avicenna und Cronstedt beibehielt, aberin den Uuterabtheilungen zum Theil von letzteremabwich, indem er eine zweckmäßigere Eintheilung derSalze einführte, bei der Abtheiluug der Erden dieneueren Entdeckungen der Chemie benutzte u. in dieKlasse der verbrennlichen Mineralien zuerst den Dia-mant stellte. In dem letzten Viertel des 18. Jahrh.wurde in der M. durch A. G. Werner in Freiberg(1750—1817) eine ganz neue Bahn gebrochen. DenGrund zu dieser Reform legte eine schärfere Bestimm-ung der äußeren Merkmale zur Unterscheidung derMineralien u. eine festere durchgängig deutsche Ter-minologie. Werner vernachlässigte aber die mathe-matische u. chemische Seite der M. Seine Methodeist weniger durch eigene Schriften desselben, als durchdie Mittheilungen seiner Schüler bald mehr od. we-niger treu verbreitet worden. Fast gleichen SchrittMit der durch Werner gänzlich umgcstalteten M. hieltdie chemische Untersuchung der Mineralien. Kirwanstellte zahlreiche Schmelzversuche mit Mineralien an;Klaproth u. Vauquelin verbesserten nicht nur die Me-thode der Analyse,sondern entdeckten auch mehrere neueErden u. Metalle in Mineralien. Unter den Minera-logen der Wernerschen Periode sind noch zu nennen:Blumenbach, Gerhard, Gmelin, von Veltheim, Ca-vallo, Bätsch, Suckow, Retzius, Babington, Haberleund bes. auch die krystallographischen Arbeiten vonNo me de l'Jsle (OristalloAraxkris, on ässeripbionäs kormss propiss ä bons los oorps äu rsAns mi-uoriU, 1783) u. von ReneJustHauy(1743—1822),eines der größten Naturforscher seiner Zeit. Vom
dynamischen Standpunkte ausgehend, eröffnete Chri-stian Samuel Weiß (1780—1856), ein Schüler !Werners, derKrystallographie ein neues Feld, indemer die Krystallformen nach ihren einfachen mathe-matischenVerhältnissen auf ihre natürlichen Abtheil-ungen zurückführte und das Gesetzmäßige in diesenFormen u. ihren Combinationen zeigte. Unter ähn-liche Krystallsysteme wie Weiß vereinigte Mohs,gleichfalls ein Schüler Werners, die Krystallformenund entwarf ein bloß auf äußere Merkmale gegrün- !detes Mineralsystem, welchem als Zweck das Auf-findcnderMineralien nach einem gegebenen Schema ^
zu Grunde liegt. Die Methode von Weiß befolgtenbei ihren krystallographischen Arbeiten Gustav Rose,Kupffer u. Neumann in Königsberg, die Methodevon Mohs Haidinger u. später auch L. Naumann inLeipzig. Beiträge zur näheren Kenntniß der Kry»stallsormen lieferten außerdem Bernhardt, Hessel,Großmaun, vonKobell,Kayser,Breithaupt, Wacker-nagel, Zippe, Burhenne, Bournou, Brochant deVillers, Wollaston, Philipps, Brooke, Levy, Blum,
A. Knop,Rammelsberg, Bischof, Hermann, Delesse,
Rath, Websky, Groth, Scheerer rc. JnBetrefs deroptischen Eigenschaften der Krystalle erhielt die M. eineMenge wichtiger Entdeckungen durch Malus, Bist,Arago, Brewster, Des Cloizeaux, Herschel, Ainy,Fresnel, Nörrenberg, Ermann, Rudberg, Marx,Seebeck, Dove; in Betreff der Phosphoresccnz durchHeinrich u.Pearsall; in Betreff der elektrischen Eigen-schaften durch Köhler, Erdmann, G. Rose u. Hankel.Mineralsysteme entwarfen nach verschiedenen Prin«cipien Hausmann, L. Gmelin, v.Kobell, Oken, Breit-haupt, Brogniart, Beudant, Necker, Thomson, She-pard, Glocker, Rammelsberg, G. Rose, Naumann i ^u. Dana. Die M. verdankt Berzelins eine Mengeneuer Aufschlüsse über die Mischungsverhältnisse undnächst ihm seinen Schülern Mitscherlich, H. Rose,Gmelin, Wühler, Arfwedson, Trolle, Wachtmeister,Mosander, sowie anderen ausgezeichneten Chemikern,wie Buchholz, Lampadius, Pfaff, Magnus, Kobell,Karsten, Bonssingault, Berthier, Rammelsberg,Turner, Thomson, Genth, Lymann, Hermann, iClaus, Delesse; Salvetat, Marignac, Scheerer,Monheim, Tschermak. Die durch Berzelins einge-führten stöchiometrischen Bestimmungen der Bestand-theile der Mineralien wurden von der größten Be-deutung für die Kenntniß der Gattungen, sowie dervon Fuchs angedeutete u. von Mitscherlich entdeckteIsomorphismus eine ganz neue Ansicht über dasVerhältnis) der Mischung zur Form eröffnete. Wich-tige Aufschlüsse über die Natur der Mineralien ergabdie mikroskopische Untersuchung von Dünnschliffen,indem namentlich erkannt wurde, daß oft zahllosefremdartige Einschlüsse das Resultat der Mineral-analyse beeinflussen. Die Arbeiten von Nosenbusch, ^Zirkel, Vogelfang u. A. haben der mikroskopischenUntersuchung in Deutschland Bahn gebrochen, nach-dem H. C. Sorby in England bereits 1850 Unter-suchungen an Dünnschliffen gemacht hatte. Zu denwichtigsten Werken gehören: C. A. S. Hoffmann, 6Handbuch der M., fortgesetzt von A. Breithaupt, ^Freiberg 1811—17, 4 Bde.; Hauy, Iralts äs Ni-nsralvAis, 2.A., Par. 1822, 4Bde.; Mohs, Grund-riß der M., Dresd. 1822—24, 2 Thle.; von Leon« !hard, Handbuch der Oryktognofie, Heidelb. 1826; .
Grundzüge der Oryktoguosic, ebd. 1833; Beudant, !